…dieses umfassende Statement zu der ganzen Geschichte mit dem Islam in Deutschland, meinem grundsätzlichen Unbehagen über die laufende Debatte zu tippseln, die ihn mal wieder nur in den Kontexten Terror und Nahostkonflikt und was der Reizthemen mehr sind abbildet. Grade las ich bei Marcel mal wieder gruselige Sachen, und bei Telegehirn die Geschichte mit IGMG vs. Schwarzer, und bei letzterer fiel mir ein, verdammt, da *hast* du doch schon mal derbe viel drüber geschrieben.
Kurze Vorrede: mir geht das Israelbashen momentan derbe auf den Zeiger, und dass da ausgerechnet die Linke dick dabei ist, ist mehr als gruselig. Ich überlass die Diskussionen grade aber eher Leuten, die da fitter drauf sind wie ich (und es in bewundernswerter Manier ertragen, sich mit Schwachsinn in gelegentlich nicht mehr wirklich fassbarem Ausmass auseinanderzusetzen).
Mir kommt dann aber oft bei Leuten, mit denen ich an sich in weiten Teilen einer Meinung bin, “der Islam” ein wenig sehr schlecht weg, wird auch der in .de gerne auf alles mögliche reduziert und v.a. als generelles Teil des Problems, wenn auch tendenziell kleineres, eingeschätzt. Ich denk nach wie vor, er kann ein gutes Stück auch Lösung sein. Dass ich als gestandener Religionsverächter sowas tippe, schmerzt mich zwar, aber richtig kommts mir nichtsdestoweniger durchaus vor.
Ich krieg die Kurve grade nicht wirklich. Von daher, an der Stelle einfach mal ne Leseempfehlung eines erstaunlich lang recht flamefreien Freds im g:b, bei dem mein Unbehagen wegen der in meinen Augen etwas pauschalen Islamkritik und seiner Reduzierung auf Islamismus, Terror und Hisbollah ein wenig deutlicher wird. Geschlossen isser natürlich trotzdem worden , hierherkopieren mag ich das aber nicht wirklich, da sind die ersten Seiten durchaus auch für mich erhellend gewesen.

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Geschrieben am um Saturday, August 19th, 2006 , 10:06 am , Kategorie das richtige leben im falschen, ich gegen die wirklichkeit. Antworten per RSS 2.0 Feed. Kommentieren, trackbacken anyone?
6 Kommentare

  1. Oli zu August 19, 2006 5:37 pm

    Hatte ich ja schon im G:b Politik mal ein paar ellenlange Freds zu, kommt jedoch nichts bei rum. Da werden einem die “Bild-Fakten” bis zum Erbrechen um die Ohren geknallt, letztendlich zieht man nur mit einem Säureungleichgewicht im Magen von dannen. So neu ist das nicht, jede Generation hatte so ihr Feindbild, wenn man halt zu blöde ist die tatsächliche Ursache, die eigene Blödheit, zu erkennen.
    Ich hätte selbst in besagtem Fred nichts mehr posten können, außer Fäkalsprache krieg ich da nicht mehr viel bei rüber, sorry ;)

  2. Greg zu August 19, 2006 5:54 pm

    Ja, der Thread startet tatsächlich interessant. Aber ab der 2. Seite beginnt der Sturzflug. Echt schade, dass man da kaum vernünftige Diskussionen führen kann, ohne dass der Thread geschreddert wird.

    Gibt es eigentlich Statistiken, in welchem Forum die meisten Threads geschlossen werden? Also eine Quote meine ich.

  3. Oli zu August 19, 2006 7:12 pm

    Politik natürlich :D

  4. Greg zu August 19, 2006 7:18 pm

    Denke ich auch, aber ich hätte das gerne bestätigt ;)

  5. tw_24 zu August 20, 2006 2:52 pm

    Selbstverständlich kann ein Islam, der dazu allerdings erstmal die weitgehende Trennung von Staat/Politik und Religion anerkennen muß, ganz nützlich sein. Er wäre dann zwar noch immer ein Aberglaube, aber im Zweifelsfall Privatsache und maßte sich nicht an, das Leben eines jeden Menschen zu bestimmen.

    Davon sind aber scheinbar nicht wenige führende Köpfe des Islam weit entfernt, selbst jene in Europa. Wenn in Großbritannien lebende Anhänger des Propheten gar die Einführung der Scharia zumindest für sich fordern mit der Begründung, sie könnten sich dann besser integrieren (“But Dr Pasha claimed the legal changes he proposed would help convince young Muslims to integrate better into British society.”), klingt das nicht nur sehr seltsam, sondern ist eben genau das Gegenteil davon, Aberglauben und Politik zu trennen.

    Auch beschwerten sich in Großbritannien in einem offenen Brief an Tony Blair 38 Moslemorganisationen etwa darüber, seine Regierung stachele den islamistischen Terrorismus durch ihre Außenpolitik speziell auch im Irak an. Nun war der Irak aber eine säkulare Diktatur, in der die freie Ausübung der Religion gar nicht gestattet war, was nun aber der Fall ist. Wie jedenfalls soll der Sturz einer säkularen Diktatur religiösen Fanatismus hervorrufen, der sich im Irak täglich gegen Muslime richtet?

    Gerade dies, nämlich die Tatsache, daß täglich mehr Muslime durch Muslime umgebracht werden als durch Israel, Amerika oder wen auch immer, zeigt doch, daß in erster Linie mit dem Islam etwas nicht stimmt. Hier sind die Abergläubigen aber selbst gefragt, die sich nur allzu gern damit herausreden, daß andere für alles, was ihnen widerfährt, verantwortlich sind. Da ist wiederum Tony Blair zuzustimmen, der sprach: “Ihr selbst solltet aufstehen und [den Extremisten] sagen, daß ihre Ideologie falsch ist.”

    Und tun sie es nicht oder richten ihren Haß auf jene “Feinde”, die ihnen Extremisten vorsetzen, dann gibt es - gerade im Westen mit all seinen Freiheiten - wohl tatsächlich aber doch nur den Islam, ist die Diskussion darüber, daß es doch auch andere, gemäßigtere Kräfte gebe, irgendwie überflüssig. Ja, es mag sie geben, aber wenn sie sich nicht vom Islamismus emanzipieren (wollen), dann tragen sie dessen Taten mit. Sowas wie hier in London: http://moonbatmedia.com/hizb_ut_tahrir_190806/ ist einfach abstoßend, zumal es auch widersinnig ist, gegen einen “US-Imperialismus” zu protestieren, wird gleichzeitig der Islam propagiert, der in London nun wahrlich keine allzu lange Tradition hat, also selbst imperialistisch auftritt.

  6. Korrupt zu August 20, 2006 8:03 pm

    Da bin ich sicher nicht weit weg von dir, tw. Was mir einfach fehlt, ist dass da von “offizieller” Stelle auch was kommt. Ich versteh ja, dass denen da vieles zu kompliziert ist und auf was laesst man sich ein, aber es war im Nachhinein schlicht zum Heulen, wie viel engagierte und aufgeschlossene Leute da fuer alles moegliche zu gewinnen waeren, und einmal mehr gehen sie in der altbekannten Terrordebatte unter. *Das* frustriert mich im Nachhinein so.

    Die muslimischen Gemeinden in .de sind sich durchaus nicht gruen, und eben deswegen ist es ein unglaubliches frustrierendes Unterfangen fuer die, die eben tatsaechlich hinstehen und sagen, das ist Scheisse im groesseren Aussmass, weil sie halt immer nicht wirklich fuer alle sprechen wuerden und sie dann irgendwie wieder in der allgemeinen Terrorangst untergehen. Ich laesterte da auch irgendwann mal auf dem g:b, da wurden ja Wochen nach den erfolgten Distanzierungen/Verurteilungen durch die Gemeinden selbige noch gefordert, von den einschlaegigen Rassisten, aber auch von durchaus gutmeinenden Menschen, denen man es nicht vorwerfen kann, dass sie es nicht mitbekamen, schlicht deswegen, weil sie kaum wo zu lesen waren. Ein Trauerspiel.

    Nicht mal *wahrgenommen* werden, meine Guete, es war ja nicht so, dass uns da niemand kannte, aber zu den Themen wurden wir nicht gefragt, und da, wo man sich andiente, man kann wohl was sagen, machen und vorweisen, da war derbe wenig zu reissen.

    Wie in dem fred auf dem g:b dargestellt: die Struktur der Gemeinden laesst nicht wirklich zu, im Regelfall vom Verband aufs Publikum zu schliessen. Aber es gibt wirklich genuegend entsprechend aufgeklaerte Moscheen, und es sind trotzdem bloss einzelne Vorzeigeprojekte, wo ein Dialog zustandekam. Ich denk immer, man koennte da wirklich viel reissen, wenn man eben die Gemeinden populaer macht, die da eben ihre Position beziehen, und Himmel, die gibts ja. Aber was ist denn, wenn nicht grade mal wieder Fest der Kulturen ist oder sonst sowas? Ich will das ja nciht kleinreden, im Gegenteil, aber von einer Normalitaet ist da einfach keine Rede, und das liegt an beiden Seiten.

    Ich mag selber Religionen, egal welcher Auspraegung nun, auch lieber gestern wie heute auf dem Muellhaufen der Geschichte sehen, das keine Frage. Ich hab bloss in der aktuellen Debatte - auch im Netz - grade das Gefuehl, dass da grade etwas zu haeufig etwas zu freudig drauf verzichtet wird, noch auf irgendwelche Gruppen zuzugehen. Diese Praxis kenn ich von der Gegenseite auch zur Genuege, wenn man sich dann wieder ueber jedes tote libanesische Kind freut, weil dann ja das Israelbashen wieder leichter wird. Ich seh da nicht wirklich die Zukunft drin, und, wenn ich schon beim Abschweifen bin, auch nicht in der allgemeinen Ueberwachungsforderung, die da auf einmal wieder derbe gesellschaftsfaehig zu werden scheint.

    Ich schreib grade wieder zu emotional Zeug, ueber das ich eigentlich mal wirklich sortiert was machen sollte.

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