Gründe, Microsoft nicht zu mögen, gibts genug. Sie sind nicht ohne Not zu vermehren. Ich hab grade die Logs voll mit Zugriffen von irgend einem Shicebot der Live-Search, die alle eben mit besagtem form=qbhp enden und davor denkbar allgemeine Suchbegriffe. Und meinetwegen soll es irgend ein komischer Cloakingschutz sein oder irgendwas anderes, mich jedenfalls nervts. Auch.

In der SEO-Ecke gibts ein paar Erklärungsansätze, die mir mehr oder weniger einleuchten, in der Regel eher letzteres, ich frag mich eben, warum MS das nicht minimalinvasiv hinbekommt, andere schaffen das ja schließlich auch.

Andere Zeichenfolgen hatte ich jetzt noch nicht, solls aber auch geben. Nu ja. Ich wollt mich nur kurz aufregen. Einer dieser Tage.

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….ist so eine Sache. Ich verstieg mich heute zu der These, dass die Angabe von Mailadressen auf amtlichen Anschreiben nur dem Zweck dient… ich greife vor.

Jedenfalls. ich anonymisier das hier mal, es ging um eine Blitzersache, in der ich meine, berechtigten Grund zum Einspruch zu haben. Da ich jetzt nicht so der Briefeeinwerfer bin und auch zu Amtssprechzeiten in der Regel arbeite, kam es mir natürlich selr gelegen, als ich sah, dass da ja auch eine Mailadresse angegeben wurde, an die man sich wenden konnte. An die schrob ich dementsprechend meine Sicht der Dinge, gab brav alles an notwendigem Datengedönse an und verschickte das über ne recht offizielle Mailaddi, die ich an sich nur für sowas nehme und die meines Erachtens nach spamtechnisch eine weiße bis reine Weste hat.

Ich erhielt…. nun, folgendes. Es machte Mut. Es kam vor allem erst zwei Tage später, was ich fälschlicherweise als ein “Ah, angekommen ists vermutlich sofort, und jetzt ists in Bearbeitung” interpretierte.

Ihre eMail ist (…), eingegangen und wird bearbeitet.
—————————————-
Hinweis:
Dieses ist eine automatisch erzeugte Antwort auf Ihre Email an ….
Diese Email ist nur zu Ihrer Information gedacht. Ihre Email hat den Empfänger erreicht.
Bitte senden Sie keine direkte Antwort auf diese Email.
Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die Adresse postmaster… .

Klingt doch gut, neh? Es kam aber nichts nach. Nur um die zwei Wochen später Briefpost. Dass ich da was geschrieben hätte, war dem nicht zu entnehmen. Ich mailte also nochmals. Folgendes (ja, steht unter CC. bedient euch.):

Sehr ….,
in obiger Angelegenheit mailte ich Ihnen am 20.6.2008, eine Bestaetigungsmail ging bei mir ein, die das Eintreffen der Mail in Ihrer Behörde anzeigte.
Seitdem habe ich keinerlei Antwort erhalten, und finde nun einen Bussgeldbescheid in meinem Briefkasten. Auf diesem werde ich erneut auf mein Einspruchsrecht hingewiesen und das wars dann auch schon.
Ich bin nun wirklich kein Freund von Ineffizienz und brauche auch nicht mit irgendwelchem Buergernaehe- und Umgangsformen-Gefasel zu langweilen, aber sowas macht mich sauer. Wenn ich mich zum Fall aeussere, dann erwarte ich zumindest, dass mir mitgeteilt wird, meine Aeusserung zur Sache habe nichts am Sachverhalt geaendert. Wenn Ihre Vordrucke sowas nicht vorsehen, dann existiert Email. Nebenbei: sowas kann man automatisieren, dafuer gibts seit einiger Zeit Computer.
Wenn das zuviel verlangt ist, rate ich Ihnen, im Sinne der Vermeidung von Missverstaendnissen die Angabe von Mailadressen auf Ihren Anschreiben zu unterlassen. Man könnte sonst auf die Idee kommen, da hinschreiben zu können oder gar eine Antwort zu erwarten. Ich hab auch ein paar Mailadressen, bei denen ich eingehende Post in den seltensten Faellen lese, aber die drucke ich nicht auf meine Anschreiben.
Gruesse,

Nun erhielt ich heute eine Bestätigungsmail. “Ihre eMail ist…. usw.” Wieder mit der bereits genannten Verzögerung.

Das machte mich sauer. Ich versuchte, telefonisch wen zu erreichen, die Sprechzeiten sind aber nicht grade arbeitnehmerfreundlich. Morgen versuch ichs vielleicht trotzdem mal, ich weiss grade nur mal wieder nicht, welcher Wochentag jetzt Sprechzeiten vormittags, welcher nachmittags und welcher gar keine hatte, aber hey. Das muss man halt ausprobieren. Sauer war ich aber trotzdem.

Ich überlegte, wohin nun damit. Wenn ich an den Postmaster schreibe, erreiche ich vermutlich nur irgend ein armes IT-Schwein, der mit der ganzen Bürokratie an sich nichts zu tun hat. Der tat mir dann auch leid, den wollte ich nicht anpflaumen.

Dann fiel mir aber ein Mittelweg ein, und nun warte ich gespannt auf Antwort darauf:

Hallo,
ich weiss, dass ich an dieser Stelle vermutlich einen Techniker erreiche, der für die Angestellten der … schlicht nichts kann. Trotzdem sind Sie vielleicht genau der Ansprechpartner, den ich brauche.
Könnten Sie bei der nächsten Bestellung von Briefpapier oder dem nächsten Warten der Rechner bei der Beschwerdestelle bitte einfach diese “…@….de”-Adresse von den Briefbögen verschwinden lasen? Von den Angestellten ist offenbar niemand in der Lage, eine Email zu lesen oder zu beantworten. Die Adressangabe führt so ausschliesslich zur Verwirrung, da Angeschriebene irrtümlich davon ausgehen, man könne dort hinmailen und bekomme eine Antwort.
Ich weiss, dass das frustrierend ist, wenn man vermutlich soeben den Sachbearbeitern mit Muehe erklaert hat, wie man einen Computer anstellt. Ich war selber mal PC-Hilfskraft, ich kann das nachvollziehen.
Alternativ könnte man den Autoreply doch ändern: statt des bisherigen Textes
“Ihre eMail ist …, eingegangen und wird bearbeitet.
Hinweis:
Dieses ist eine automatisch erzeugte Antwort…”

könnnte man doch was in der Art schreiben:
“Ihre Email ist beim automatischen Email-Beantwortungsdienst des …, eingegangen. Sonst wird sie hier nie jemand zur Kenntnis nehmen oder gar beantworten. Das tut mir leid, ist aber so.
Bitte rufen sie Ihren zuständigen Sachbearbeiter unter $nummer an, bevorzugt zu $uhrzeit. Alles andere ist sinnlos.
Verzeihen Sie uns bitte auch die Angabe dieser Mailadresse auf unseren Anschreiben. Wir sind durch eine entsprechende Richtlinie der Landesregierung … gezwungen, diese im Briefkopf mit anzugeben, damit wir nicht rückständig und technikfeindlich wirken.”

Ich denke, das wäre das Beste für alle Beteiligten.
Beste Grüße,

Ich bin jedenfalls gespannt.

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Irgendwie wills mit der Überschrift nicht hinhauen, denn an sich sollte da auch noch was zur Geschichtsschreibung durch Siegergesellschaften im Allgemeinen und dem Konflikt zwischen Andrej Sacharow und dem sowjetischen Lyssenkoismus im Speziellen rein sowie eine Anspielung auf die Wikipedia und auf Neal Stephenson, aber dann hätte ich mir vermutlich den Text sparen können vollends. Ich fang mal von Anfang an. Das gehört alles zusammen, ehrlich!

Bei meinem letzten Besuch in der Sonderbewirtschaftungszone Ost hatte ich das Vergnügen, eine größere Sammlung von Literatur durchstöbern zu können und mir auch ein, zwei Bücher auszuleihen. Das waren “Wie der Stahl gehärtet wurde” von Ostrowski (noch nicht gelesen), “Im Banne der Enigma” von Wladislaw Kozaczuk (gelesen) und “Die sowjetische Agrarwissenschaft und unsere Landwirtschaft”, ein “Protokoll der Tagung des ZK der SED mit führenden Agrarwissenschaftlern der DDR” von 1951 (angefangen).
Buchtitel: Im Banne der Enigma von Kozaczuk und der Tagungsbericht zur sowjetischen Agrarwissenschaft und der Landwirtschaft der DDR, ZK der SED 1951
Auf den Ostrowski stieß ich in einer Thälmann-Biografie, und Teddy Thälmann als Schutzpatron des Zatopek ist selbstverständlich immer ein Licht auf meinem Wege. Die Enigma interessierte mich schon immer, und Stephensons Cryptonomicon kann ich seit Jahren empfehlen, wenn jemand was spannendes, langes und historisch wie sachlich ordentlich recherchiertes zur Kryptographie im Allgemeinen und Kryptostrategien im zweiten Weltkrieg im Besonderen lesen will.

Das mit dem agrarwissenschaftlichen Bericht ist schwerer zu begründen: ich erinnere mich vage an ein sozialistisches Kampflied mit dem Refrain “Agrarwissenschaftler im Dienste des Sozialismus, Agrarwissenschaftler im Dienste des Kommunismus”, das seitdem als ungeschlagener Platz Eins meine Topliste der vollkommen abgefahrenen Lied-Refrains anführt. Deswegen fiel mir der Buchtitel beim Stöbern auf. Beim Reinblättern sah ich dann, dass es um die wissenschaftliche Verbesserung der agrarbiologischen Methoden in der DDR ging, unter Berücksichtigung der sowjetischen Agrarwissenschaft unter T.D. Lyssenko. Von Lyssenko wiederum las ich vor Jahren mal in einer Biografie von Andrej Sacharow, der wenig überraschend den Lyssenkoismus (zurecht) in Grund und Boden verdammte. Ich war neugierig, der Tagungsbericht des ZK der SED gesellte sich zu den beiden anderen Titeln und einige Tage drauf kam ich ja wieder im goldenen Westen an und las abends vor dem Einschlafen die eine oder andere Seite.

Zuerst die Enigma, und der Kozaczuk ist wirklich fein. Extrem kurzer Abriss: die Polen begannen schon lange vor dem Ausbruch des WK2 die deutschen Enigma-Sprüche abzufangen und knackten den Code der damals benutzten Maschinen irgendwann. Seitdem existierte eine Gruppe polnischer Kryptologen, die es nach Kriegsausbruch über Südfrankreich und Spanien schließlich nach Bletchley Park verschlug und die vor und während des Exils eigentlich nichts machten, außer Enigmacodes zu knacken. Eine der Grundaussagen: Die Codeknacker in GB und den USA haben Großartiges, möglicherweise gar Kriegsentscheidendes geleistet, aber sie bauten auf den Vorarbeiten der Polen auf, die unter anderem die ersten korrekten Enigma-Nachbauten vorweisen konnten usw. usf. Dafür kommen sie in der westlichen Geschichtsschreibung allenfalls als Fußnote vor, und das sollte man der Fairness halber korrigieren.

1979 erschienen, nimmt das Buch viele Motive aus “Cryptonomicon” vorweg - z.B. die Sache, dass man nicht einfach aus Enigmasprüchen gewonnene Informationen verwenden durfte, sondern immer noch andere Aufklärungsmaßnahmen zumindest vorgetäuscht werden mussten, damit die Deutschen nicht auf die Idee kämen, die Enigma sei geknackt. Mir scheint es historisch korrekt, und natürlich kamen mir Gedanken über die Sieger-Geschichtsschreibung und wie weit die polnischen Beiträge zum Kryptokrieg ins allgemeine Wissen eingingen, oder ob sie nun nur noch auf einigen Dachböden in diversen Drucken des Militärverlags der DDR ihr Dasein fristeten.

Also guckte ich mir den Enigma-Artikel auf der Wikipedia an und war erstaunt, dass dort die Beiträge Kozaczuks vorbildlich eingepflegt waren.

Nun neigen große Geister ja zu Depression und Pessimismus, insofern versuche ich ständig, mich auch über kleine, positive Überraschungen zu erfreuen, weil oft gibts das ja nicht. Jedenfalls, ich freute mich und verstieg mich währenddessen gar zu der kräftigen These, dass das Internet im Bereich der “Siegergeschichtsschreibung” erstaunliches zu leisten vermag. Von diesem “polnischen Beitrag” hatte ich bis dato noch nichts gehört, obgleich ich mich als vergleichsweise belesen und interessiert an diesen Themen betrachten würde. Ich würde vermuten, dass das nicht mal an westlicher Böswilligkeit liegt, man hats einfach nur nicht in dem Maß mitbekommen, dass es so zum “Allgemeinwissen” werden konnte wie eben die Enigmaknackerei in Bletchley Park. Könnte man weiter ausführen, aber dann wirds zu lang. Kurzfassung: nicht jeder kommt auf nen DDR-Dachboden und liest polnische Militärgeschichte, aber Wikipedia kann jeder angucken, und dort steht sowas nun auch. Ich halte das für einen Fortschritt.

Jedenfalls, der polnische Beitrag zum Sieg über die Faschisten hatte mich erfreut. Nun aber zum ZK der SED, wo ich vermute, dass genau das Umgekehrte auf mich zukommt. Mein bisheriger Eindruck: man kommt aus der Sowjetunion zurück, hat ne Menge gelernt und eben auch einigen Unsinn von Lyssenko gehört. Nun muss man versuchen,
a) das Vernünftige rauszudestillieren, das gabs nämlich einiges und
b) Lyssenko so zu widersprechen, damit niemand deswegen sauer wird, aber man dennoch seinen Quatsch in der Praxis links liegenlassen kann, weils eben Quatsch ist.
Das ist für einen Wissenschaftler natürlich ein hartes Brot, aber grade deswegen bin ich auf das Buch derbe gespannt, wies weitergeht. Was an sich natürlich auch irgendwie skurril ist. “Was liest grade?” - “Och, den 1951-Tagungsbericht der SED zum Stand der sowjetischen Landwirtschaft und dem der DDR.”

Der Witz an der Sache ist aber, dass mir schon in den ersten Vorträgen einiges bekannt vorkommt. Weit weg davon sind wir nicht. Diese “Ich weiß, dass das was X sagt, vollkommener Müll ist, aus strategische Gründen kann ich das aber nicht so sagen, sondern muss das gutfinden, aber an sich ganz was anderes vorantreiben” - Geschichte les ich heute eben nicht mehr so oft in wissenschaftlichen Tagungsbänden, aber recht häufig in einschlägigen Spiegel-Interviews.

Insofern scheinen mir beide Titel, die Agrarwissenschaft wie auch die Enigmageschichte, zwei höchst erhellende Texte zu sein, die mehr über die heutige Welt und ihre Organisation von Wissen aussagen, als man meinen würde, bedenkt man die Publikationszeiten und -umstände. Und wie immer glaube ich, dass das Internet als gigantisches und niedrigschwelliges Wissensarchiv da in Zukunft eine Rolle spielen wird. Einfach, weil sich Einseitigkeiten schlechter durchhalten lassen (und sie auch in den seltensten Fällen überhaupt erwünscht sind) und weil Mechanismen des Selbstbetrugs und der bewussten inneren Widersprüchlichkeit nicht mehr von einer Aufdeckung durch “offizielle” Stellen abhägen, sondern im Zweifelsfall eine Sache von zwei Links sind.

Große Bögen mal wieder, aber sorry, kürzer gings nicht. Aber als nächstes kommt der Ostrowski, auf den bin ich gespannt und ich denke, über den lässt sich weniger wild bogenschlagend was bloggen.

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VanitasDu siehst, wohin du siehst,
    nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut,
    reißt jener morgen ein,
Wo itzund Städte stehn,
    wird eine Wiese sein,
Auf der ein Schäferskind
    wird spielen mit den Herden.

Was itzund prächtig blüht,
    soll bald zertreten werden.
Was jetzt so pocht und trotzt,
    ist morgen Asch und Bein.
Nichts ist, das ewig sei,
    kein Erz, kein Marmorstein.
Jetzt lacht das Glück uns an,
    bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir vor köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind,
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind’,
Noch will, was ewig ist, kein einzig Mensch betrachten.

(Gryphius. Mir war danach.)

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…die mich grade beschäftigen.

- Hat grade vorhin bei den Tagesthemen die Sprecherin zu der Waldbrandgeschichte in den USA wirklich gesagt “Präsident Bush hat den Notstand verhängt. Dadurch kann schnell und unbürokratisch geholfen werden.”?

- Lief grade zur Pokalverleihung wirklich die Filmmusik aus “Piraten der Karibik”?

Ich stöber morgen bei Gelegenheit auch mal. Danke für Antworten.

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…ich hab ja noch zum Hauptgang unseren illegalen Einmarsch nach Polen (ohne Schwert) in der Mache und komm zu nichts. Daher jetzt einfach kurz und knapp ein paar Sachen, für die Werbeblogger drei Einträge machen würden, weils gut für die Pageimpressions ist:

  • Maddox hat zwei neue Dinger, einen Aprilscherz (ja, ich weiss, arg oft schau ich nicht bei ihm vorbei, aber hey, er schreibt ja auch kaum), dessen Message ich zwar kapiere, dessen Aprilscherzcharakter aber nicht wirklich bei mir ankommt. Ein schöner Diss wie gewohnt vor ein paar Wochen, aber nun. Ich mag ihn ja, aber ist wie gehabt - irgendwie nicht mehr ganz das.
  • Man hat mich per Mail eine Dialernutte geschumpfen. Ich bin entzückt. Das Netz vergisst allenfalls sehr selektiv. Um der alten Zeiten willen eine gute B-Note wegen kaum schlagbarem Vintagefaktor, die A muss schlechter ausfallen, weil irgendwie ists ja doch ein wenig angestaubt und unmodern, ja, wirkt gar, als hätte ich seitdem nichts schlimmes im Netz gemacht und wäre die letzten sechs Jahre in allererster Linie süß und knuddelig gewesen.
  • Mit dem Buch wirds eng. Im großen und ganzen bin ich weitgehend fertig, übers Wochenende noch ein paar Sachen fertigkriegen und dann eigentlich nur noch überarbeiten, sortieren, bebildern, korrigieren, ändern, setzen und layouten, ja nun. Streichen wir das “nur noch”, wenngleich da viel ja nicht mehr mein Job sein wird. Aber ich denk, guten Gewissens was in Richtung “Bald unter anderem in diesem Kino” fallenzulassen.
  • Deswegen freute ich mich auch so über die Beleidigung. Wenn ichs mir recht überlege, war ich die letzten sechs Jahre wirklich derbst süß und knuddelig. Im Nachhinein wird alles ein wenig schöner und rosagefärbter, klar, aber ein wenig zu denken gibt mir das schon.
  • Ich hasse ja Macs. Insbesondere meinen. Eine positive Seite muss ich dem Ding allerdings zugestehen. Nachdem die Vorschau wegen nem popligen Tiff und nem 12MB-PDF schlicht abschmierte, nicht beendet werden konnte, den kompletten Rechner ins Nirvana riss, der Powerknopf die letzte Instanz spielen musste und die Kiste anschießend wieder hochfuhr, kam sie a) tatsächlich wieder hoch und b) schaffte es dabei sogar, ein paar Updates nachzuinstallieren. Wenn ein Mac Updates nachinstalliert, muss man ihn nämlich rebooten. Merke: wenn man da grade keine Zeit dazu hat, einfach warten, bis das Ding abraucht, spart einmal hochfahren.
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Weil ich grade eh dabei bin, da ein paar Geschichten nachzutragen, was anderes, aber passendes. Es heißt ja immer, in .de gäbe es keine bis wenig vernünftige politische Blogs, eine Ansicht, die ich nicht teile. Wegen mir könnts ein paar weniger “Alles scheiße”-Blogs geben, wo man eben das übliche Stammtischgenöle ein wenig suchmaschinenoptimierter zu lesen kriegt, aber das ist meine private Ansicht.

Was mir im Kontext der politischen Blogs sehr gut gefällt, sind Themenblogs, die eben das leisten, was die üblichen Versuche der Politmagazine in Blogform oder die üblichen Dokus in den klassischen Medien eben nicht können: einfach nen authentischen, unaufgeregten, aber schlicht extrem informativen Einblick in diverse gesellschaftliche Ecken, Nischen und Verhältnisse geben.

Auf ein solches Blog hatte mich Anja gestoßen, und ich habs eben in die Blogroll gekloppt und muss das eben nochmal ausführlicher vorstellen: Useless.

Useless ist ein Blog aus Mecklenburg, in dem die Geschichten um Abwanderung, Perspektivlosigkeit, Rechtsextremismus und allgemeinem sozialen Wandel in, nun, einer peripheren Region ein Gesicht kriegt. Was mich am meisten beeindruckt an dem Blog ist die erwähnte Unaufgeregtheit. So zu schreiben, in einer

“…Region, die ausser viel plattem Land, einer stetig schwindenden und vermännlichenden Restbevölkerung sowie jeder Menge Pessismus nicht viel zu bieten hat…”

…holla, alle Achtung. Da wird wenig angeprangert, da wird nicht der Schuldige benannt, da wird einfach nur beschrieben, was passiert und warum das vermutlich so passiert. Da wird natürlich in erster Linie von negativen gesellschaftlichen Entwicklungen berichtet, aber eben *berichtet* - ohne die Nazikeule, ohne Rumpauschalisieren, ohne Gejammer und Genöle. Da wird informiert, auf eine Weise, die eigene Ansichten des Bloggers zwar recht klar macht, aber die einem nicht mit der Keule eingeprügelt wird. Das bei einem Blog hinzukriegen, welches als Untertitel imerhin die eindeutige politische Programmatik “Strategien von Neonazis im ländlichen Raum” trug, ist schon eine Leistung für sich.

und natürlich geht es als Aufhänger in den meisten der - noch nicht allzu zahlreichen - Beiträge um die NPD, um das Fehlen einer …”verwirklichten bürgerlichen Demokratie” bzw. der faktisch vorhandenen “regressiven Verfallsform eben dieser”, wie im Mission Statement beschrieben, aber im Endeffekt erfährt man mehr über die allgemeinen Zustände, die Hintergründe und den Alltag als nun über die konkreten Neonazistrategien, die sich diese allgemeinen Zustände eben mehr oder weniger gezielt zunutze machen können. Und ich hoff, dass da weiter so geschrieben wird, weil ich persönlich werd schlauer dadurch.

Bei vielen Blogs freu ich mich einfach nur übers Lesen als solches, weil da schön geschrieben wird. bei vielen anderen kann ich in der Regel mit dem Kopf nicken und sagen, genau. Es gibt dann noch ne Handvoll, da les ich und hab hinterher das Gefühl, jetzt weiß ich mehr, jetzt bekomm ich ein Bild, jetzt verstehe ich ein paar Zusammenhänge oder sind sie für mich anschaulich geworden. Useless ist eins der letzteren, und ich finds fein und sprech mal ne Leseempfehlung aus.

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…muss ich anlässlich eines Otterschilds berichten, welches seinen Witz nicht ganz ausspielen kann, weiß man nicht über ein paar flikssche Eigenheiten in Bezug auf Otterfelle und Otterrollen Bescheid. Aus dem Grund ist es im Übrigen auch zwingend erforderlich, dass ich dieses Post hier dem Bestrafer widme.

Jedenfalls, mein persönliches Verhältnis zu Ottern ist von einer bisher einseitigen Sympathie geprägt, womit ich sagen will, ich mag Otter und ob die wiederum mich mögen, vermag ich nicht zu beurteilen, weil ich noch keinen persönlich getroffen habe.

Wenn beim Kickern eine Mannschaft zurückliegt bzw. im kritischen dritten Spiel alles entschieden wird, neigen manche der Kickerkollegen dazu, einen eventuell vorhandenen Pullover auszuziehen. Dieser Vorgang wurde, ich meine von Bestrafer, irgendwann einmal mit “Ziehst dein Otterfell aus?” kommentiert. Seitdem sind aus Kickergründen abgelegte Pullover Otterfelle.

Einige Zeit später legte jemand eine Küchenrolle auf solch einem abgelegten Otterfell ab, wodurch die Küchen- zur Otterrolle mutierte. Seitdem sind das Otterrollen, und ich halte diese Benamsung für ganz allerliebst und pflege sie gerne, insbesondere, da letztlich eine nicht näher benannte weibliche Kollegin die Teile als Wichsrollen bezeichnete, was ich nun gar nicht gutheißen kann und meinem ausgeprägten Sinn für sprachliche Ästhetik schwer zuwider ist. Merke: eine Küchenrolle ist eine Otterrolle.

Nun verschlug es mich ja in den Osten, und dort finden sich gelegentlich Schilder wie dieses.

Otter kreuzen im Osten

Und seitdem muss ich zugeben, ist meine Sympathie für die ehemalige DDR noch ein paar Grade weitergestiegen. Wer Schilder aufstellt, die vor Otterwechseln warnen, ist ein guter Mensch. Eine Gesellschaft, die zu diesem Behufe gar mehrere Schildervarianten produziert, die teilweise mit, teilweise ohne schriftlichen Hinweis auf die kreuzenden Otter hinweisen, die Otter abwechselnd schwarz oder gefleckt darstellen und individuell Otterkreuzungszeiten benennen, ist eine gute Gesellschaft. Egal, was der Punk nebenan behauptet.

Nun bin ich wieder im Westen und muss sagen, hier ein paar Otterschilder, das würd mir gefallen. Bis dahin muss ich mich eben am reichhaltigen Westangebot an Otterrollen im Supermarkt der Wahl erfreuen, aber wie gesagt, ein Otterwarnschild regelt alles weg. Und mal im Ernst: wäre so nicht auch das Naziproblem auf beiden Seiten der nun nicht mehr existierenden Mauer zu lösen? Wer sich zu penetrant in Bezug auf Volk und Vaterland äußert, kommt ins Otterrettungslager, streift fortan des Nachts die Sraßenränder ab und trägt Otter auf die andere Seite. Einsatz für die heimische Fauna, ungeachtet dessen, ob der Otter nun schwarz, weiß oder kariert ist, und wenn der Junge nicht pariert, kriegt er eins mit dem Otterfell über. Einem nassen Otterfell. Tagsüber müssen die müden Otterretter schlafen und können keinen Schaden anrichten, und nachts sind sie zwar nicht, hihi, von der Straße weg, das aber auf ne höchst gemeinnützige Art und Weise.

Ich denke, da hätten praktisch alle was davon, Otter inclusive.

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So, als ordentlicher Blutblogger muss ich mich gelegentlich profilieren, und halte es für mehr als angemessen, dass ich das mit einem Beitrag über Relikte des antifaschistischen Schutzwalls in der Ostzone mache. Da sollten nämlich noch ein paar mehr Leute hin, dort ists fein.

Der Bunker 302 sei ein “Museum der dramatischen Art”, ich unterschreib das. Kurzfassung, weil auf der Homepage stehts ausführlicher, außerdem sollen die Leute ja hin: Der Bunker 302 ist eine Bunkeranlage aus dem Ende des kalten Kriegs, ausgelegt auf das Überstehen eines thermonuklearen Kriegs mit A-Waffen-Einschlägen in minimal 20km Entfernung. Weiter befindet sich dort eine von insgesamt drei Troposphärenfunkanlagen auf DDR-Territorium, die mit Reichweiten von 300km auch nach einem Atomkrieg die Kommunikation sicherstellen sollten. ‘86 wurde das Ding fertig und kurz darauf auch schon wieder stillgelegt.

Nun, was tun? Man kann hin. Dann kann man sich Militär- und Schulungsfilme angucken, bis jemand kommt und einen in den Bunker bringt. Dort ists kalt, aber beeindruckend, und ein Großteil der damaligen Technik steht. “Steht” meint in diesem Fall “funktioniert”, da es einfacher war, den Bunker als autarkes Gebilde zu betreiben anstatt ihn neu zu verkabeln und an die entsprechenden Versorgungsleitungen anzukoppeln.

Weshalb da in sechs Meter Tiefe ein paar fette Aggregate aus sowjetischer btw. VEB-Produktion stehen und nach wie vor ihren Dienst tun. Hinzu kommt die passende E-Technik, mit der ein Knotenpunkt der Kommunikation nach der Bombe betrieben werden sollte. Entsprechend ausgestattet sind die Funk- und Telekommunikationsanlagen, bis hin zu so netten Details wie luftdruckgesicherte Kabelkanäle, die per Druckabfall Leitungsbeschädigung oder “Feind hört mit” signalisieren. Zu Deutsch, das Hardwarehackerherz dürfte hyphen.

Eingerahmt ist das Ganze mit ein wenig martialisch klingender Terminologie, wo man sich als Besucher natürlich an die Weisungen des Führungsoffiziers zu halten hat usw., das wird aber leider? glücklicherweise? nicht durchgehalten. Ich neige zum glücklicherweise und komm zum Teil, warum ich das alles hier schreibe.

Zum einen spricht das Ding für sich - wenn es gelegentlich fröstelt, liegt das nicht nur an Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Es spricht vor allem kein “Hey, guckt mal, solide ostzonale Militärtechnik”. Dass das ganze in einer Zeit entstanden ist, wo sowas wie “Weltweiter thermonuklearer Krieg” nicht bloß ne Textzeile aus War Games (1983) war, sondern eine reale Möglichkeit, nach der man dann eben nicht mehr eine nette Partie Schach spielen konnte.

Zum anderen haben da eben mal zwei Leute ein Riesending von Militärinstallation gefunden, gekauft, restauriert (unter teilweise heftigsten Bedingungen) und zu einem beeindruckenden Mahnmal, ja, Mahnmal umgebaut. Ohne, dass ihnen unter die Arme gegriffen wurde (ich hätte auf Landesmittel, irgendwelche Fonds für die Tourismusförderung, Stiftungen zur Bewahrung der Erinnerung an wasweissich getippt), nichts dergleichen. Was ich, ehrlich gesagt, nicht ganz verstehe. Meine private Theorie: Überzeugten Nichtlinken ist die Erkenntnis unangenehm, dass es zwei braucht zum Tangotanzen und der Kalte Krieg keine Erfindung des Warschauer Pakts war. Ergo, wir wollens nicht wissen. Was die regionalen Fördergeschichten angeht, werden die wiederum von allem Geschichtlichen wenig wissen wollen, was über Kinderhorte, Trabiwerke und Plaste und Elaste aus Schkopau hinausgeht. Allen und allen anderen ist das per se zu militärisch und damit schwer ideologisch zu verorten, also lässt mans lieber.

Nun ist das Ding aber offen und, vielleicht bzw. hoffentlich zum Ärger der richtigen Leute eine Sache, die einen recht global und wenig lagerbehaftet vor so Sachen wie Atomkriegen und Wettrüstspielchen warnt, so schön die Schiffsdiesel auch dastehen und die Lichter der Zuluftmessstationsüberwachungsschränke blinken. Und sagen wir so: ich kann mir auch lostplaces.de nen Nachmittag lang angucken und mach mir die einen oder anderen Gedanken dazu, weil man sich die dort eben machen kann - erzählt wird da ja jenseits der traurigen Fakten eher wenig. Aber sowas zu nehmen und in jahrelanger Arbeit in einen begehbaren Zustand zu versetzen, Material dazu aufarbeiten und in Eigenregie ein geschichtliches Denkmal im besten Wortsinn draus zu machen, das hat meinen derben Respekt.

Bilder hab ich keine, da sind sie wohl ein wenig ängstlich - darf man ohne extra Genehmigung keine machen und von der Webseite bediene ich mich mal nicht, arg groß ist da auch nichts, formattechnisch nun. Wie gesagt aber: wenns euch mal nach Mecklenburg verschlägt - nich weit von der A20, und zu irgendwas muss die ja gut sein. Ich denk, dafür ist sies.

(Kurzer Nachtrag: alle drei Troposphärenfunkanlagen plus Bunker sind bei der Wikipedia im Artikel zum Bunker 301 gelistet.)

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…es wär ja auch vollkommen unvollständig gewesen im Osten, wenn man nicht auch nen angehenden Möchtegernnazi getroffen hätte. Ich war ja auf Urlaub und musste niemanden über den notwendigen Austritt aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit aufklären, aber manchmal war mir schon danach, wenigstens nen schwarzen Edding zu nehmen und den Deppenapostroph auf dem “Odin’s Krieger”-Shirt zu übermalen. Himmel, Rechts sein ist ja schon dämlich genug, aber als Rechter nicht mal ordentliches Deutsch?

Nicht mal die Rechten kümmern sich um die Reinhaltung der Sprache. Was für eine Welt.

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