Günther Oettinger ist ein Vollidiot, den jede Firma längst hochkant rausgeschmissen hätte.

Verkehrssicherheit in Echtzeit, according to Mr Oettinger

Verkehrssicherheit in Echtzeit, according to Mr Oettinger

Wenn bei einem Kundengespräch ein Praktikant neben mir säße, der zwischenrein hanebüchenen Blödsinn erzählt, würde ich das nach Möglichkeit diplomatisch entschärfen und dem Betreffenden anschließend erklären, er solle sich in Zukunft unbedingt mit Statements zurückhalten, wenn es um Themen geht, die er absolut nicht verstanden hat. Und im Folgenden schauen, dass er entsprechend dazulernt, inhaltlich und in Sachen der (öffentlichen) Kommunikation. Wenn sowas dann wiederholt passiert, würde ich irgendwann von bösem Willen oder Unertraeglicher Bloedheit™ ausgehen und Maßnahmen ergreifen. Ich meine, beipflichtendes Nicken und wohlwollendes Verständnis der werten Leserschaft zu spüren.

Und nun bin ich beileibe kein Vertreter der „Weltfremde Politiker in Brüssel, alles Deppen ohne Ahnung“-Stammtischfraktion, aber wenn ich Oettingers neueste und wiederholte Ergüsse zur Netzneutralität lese, fällt mir neben Verschwörungstheorien in Richtung Agendasetting und Setzen bestimmter Diskurse/Lügen im Lobbyinteresse nur noch ein, dass er alternativ schlicht schreiend blöde und vollkommen merkbefreit ist. Wirklich, man soll nicht mit Böswilligkeit erklären, was mit Dummheit ebenfalls erklärt werden kann, aber ich kann es mir schlicht nicht vorstellen, dass er als EU-Kommissar für Netzpolitik immer noch nicht weiss, dass „Echtzeit-Verkehrssicherheit“ nicht von funktionierenden schnellen Internetanbindungen der entsprechenden Verkehrsgeräte (vulgo: Autos) abhängen kann und abhängen darf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er glaubt, eine telemedizinische Operationsanwendung geht über dieselbe Leitung, über die ein Flügel weiter die Patienten Pornhub streamen. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ihm das seit seinen letzten diesbezüglichen Einlassungen noch niemand aus seinem Beraterstab gesagt hat.

Ein Auto, das ohne Netzanbindung Leute überfahren könnte, kommt nicht durch den TÜV. Es ist wirklich so einfach. Entweder hat ers nicht kapiert, dann ist er für seinen Job zu dumm und, wie eingangs erwähnt, wäre er in anderer Position schon mehrfach hochkant rausgeschmissen worden. Oder der Schwachsinn hat Methode, dann ist er ein wissentlich die Leute verblödender Lobbyisten-Irrläufer. Ein an sich überfälliges Fazit wäre in beiden Fällen dasselbe.

(…sorry für den Rant, ich wollte mich mit pauschalen „XY ist ein Vollidiot“-Statements an sich zurückhalten, da meist nur selten der Sache dienend. Es fällt mir aber schlicht nichts mehr sonst zum Thema ein, abgesehen von zwei weiteren Kamelbildern. exploitable source here)

Schlandnet For Teh Autobahn!

Schlandnet For Teh Autobahn!

Germanys Next Trafficjam

Germanys Next Trafficjam

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Mein Weg zur Spiritualität, Sinai-Kamelsafari

Berührt von Seinen nudligen Anhängseln

Berührt von Seinen nudligen Anhängseln

Ich hielt mich ja für unempfänglich, was den Glauben an göttliche Mächte, Kräfte der Natur und spirituelle Energien angeht. Auch, als man mir sagte, die Wüste verändere einen und man komme anders raus als rein, war ich tendenziell eher skeptisch. Ich wurde eines besseren belehrt.

Es muss die Einsamkeit der Wüste auf dem Sinai gewesen sein, die reine und unmittelbare Natur, geformt von Seinen Nudligen Anhängseln, welche mich Seine Kraft spüren ließ. Mag in der menschenarmen Umgebung die Kraft Seiner nudligen Anhängsel noch machtvoller sein, wie vor tausend Jahren, als noch mehr auf jedes einzelnen Menschen Haupt ruhten, bevölkerungsdichtenbedingt, und mich daher seine Kraft durchströmt haben. Ich musste Sein Zeichen einritzen, nicht einmal, sondern gleich mehrfach.

iPhone-Bild, dank Seiner Gnade und einem Prozent Akku

iPhone-Bild, dank Seiner Gnade und einem Prozent Akku

Das FSM gibt die Lappen zur rechten Zeit

Das FSM gibt die Lappen zur rechten Zeit

Und was soll ich sagen, es gefiel Ihm wohl. Denn nachdem ich mein Werk zu Ehren Seiner Fleischbällchen vollendet hatte, waren die Steingravuren notwendigerweise staubig, Stein und Ritzen schwer erkennbar, und ich glaubte schon, pustenderweise in der Wüste Sein Zeichen reinigen zu müssen, doch mein Werk gefiel Ihm wohl und es zeigte mir einen Lappen, den es wohl zu diesem Zweck an den Ort meiner Verehrung wehen hatte lassen. Sollte ich noch Zweifel an Seiner Macht und Seinen Zeichen gehabt haben, ich zog mein iPhone aus der Tasche, welches ich nach vier Tagen ohne Aufladung an sich aufgegeben hatte. Eingeschaltet, hatte ich eine Anzeige von bisher noch nie gesehenen 1% Batteriestand und Es erlaubte mir, noch Bilder zu machen, ehe sich das Gerät in den Ruhemodus verabschiedete.

Nach diesen überzeugenden Zeichen werde ich wohl Pastafari bleiben, auch wenn ich in Civ V immer gern den Diskordianismus als meine Leib- und Magenreligion verbreite, aber hey, das ist schließlich ein Spiel. Im Sinai wars der Ernst des Lebens, und so sehr mir alles gefallen hat und es eine großartige Erfahrung war, so skeptisch war ich zu Beginn, als sich unsere Gruppe konstituierte. Das einzige Bauchschmerzthema, das ich hatte: es waren doch alle sehr, sehr spirituell. Plus eine durchaus religiöse Beduinenschaft, man hatte einigen Input. Weiterlesen

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Ägypten: Sicherheit, Militär und Beduinen – Kameltoureindrücke

Vorab: folgend eine höchst subjektive Wahrnehmung, gespickt mit anekdotischen Informationen. Ägypten ist grade leer, kaum Touris da, und als ich einigen Leuten erzählte, wir ziehen ne Woche mit Beduinen durch die Wüste, ließen die ISIS-Witze nicht auf sich warten. Wie siehts dort grade aus bzw., was hab ich zu Gesicht bekommen?

1. Militär

Checkpoint am Sinai - Konvoi-Zusammenstellung

Checkpoint am Sinai – Konvoi-Zusammenstellung

Die Militärpräsenz ist hoch. Das heißt, sobald man mal über Land fährt, kommt man alle paar Dutzend Kilometern an Checkpoints mit Militärpräsenz vorbei. Das heisst, ein paar Leute mit Sturmgewehren und meist einem MG-Stand. Bevor ich wusste, das man dafür gegebenenfalls auch mal im Knast landen soll, knipste ich auf der Anreise auch ein wenig, zugegeben, zu sehen ist wenig.

Das, wie gesagt, entlang der Überlandstrecken. In der Wüste war davon nichts zu sehen auf unseren Routen, in Dahab selber ebensowenig. ZU heißeren Zeiten in Istanbul hab ich mehr auf der Istiklal gesehen als hier an den Checkpoints. Es scheint ihnen aber durchaus ernst damit: ab dem späten Abend kommt man nicht mehr nachts allein durch die Wüste über Land, da werden immer Konvois zusammengestellt, die dann zu fixen Terminen geschlossen von Checkpoint zu Checkpoint fahren. Weiter wird man schon zumindest „gezählt“ – teils Visa und Pass durchgesehen, teils einfach nur abgezählt, damit die Übersicht da bleibt, wieviele von A nach B gingen und dann von B wieder nach A zurückkehrten.

Was hats damit auf sich? Die verbreitete Wahrnehmung soll eine andere sein (drin bevor Pauschalzuschreibung). Einmal, gerade auch nach der Revolution sollen die meisten Ägypter eine starke Militärpräsenz eher als Zeichen von Sicherheit wahrnehmen, während wir damit in der Regel ja Krieg und Schlacht assoziieren. Ein interessantes Gespräch mit einem der Ägypter in Dahab (in einer nebenbei sehr spannenden Küche, bei Knoblauch und Honigzitrone, andere Geschichte) deutete noch auf einen weiteren Aspekt hin: Israel möge seine Nachbarn gern untermilitarisiert, es sei ein Zeichen dafür, dass Ägypten stark und eigenständig sei, wenn man ein vernünftig großes, gut ausgestattetes und präsentes Militär aufweisen könne.
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Kamelsafari im Sinai, Wüsteneindrücke

Unsere Kamele. Asfur, 10, und ein fünfjähriges Biest (hinten)

Unsere Kamele. Asfur, 10, und ein fünfjähriges Biest (hinten)

Wir waren im Sinai. Ein paar Tage zum Ankommen, dann ab in die Wüste und eine Woche auf Kamelen durch. Sprich, so ca. 10 Leute, nochmal 9 Beduinen und für jeden ein Kamel. Das Ganze war organisiert von Cornelia. Tagsüber auf den Kamelen unterwegs, und Mittags eben Rast und abends Nachtlager, wo man eben war, bzw. wo es einen passenden Lagerplatz gab. Und was soll ich sagen, es war gigantisch. Asfur und das Biest, ersteres mein Kamel und das andere das der Teuersten, auf denen brachten wir in den letzten Tagen einige Zeit zu. Wie muss man sich das vorstellen? Folgend ein etwas längerer Bericht mit ner Latte Bilder, Impressionen vom Wüsten- und Kamelreiterdasein und einigen Rahmeninfos über die Situation dort generell (kommt noch) – der Sinai sei ein heißes Pflaster, heißt es, ich kanns nicht unterschrieben. Aber zuerst zur Kamelkiste.

Kamel, erste Aufsteigeversuche

Kamel, erste Aufsteigeversuche

Kamel, erfolgreicher Aufsteigeversuch

Kamel, erfolgreicher Aufsteigeversuch

Man muss aufsteigen. Das ist auch beim knienden Kamel nicht trivial. Irgendwann hat man den Trick raus, sich erst halb aufs Gepäck zu knien. Dann ist das nächste das gute, reibungsfreie Sitzen. Man kann sich wehtun dort, wos wehtut, glaubt mir.

Vier in der Wüste

Vier in der Wüste

Fünf in der Wüste

Fünf in der Wüste

Wir waren mit einigen Generationen Beduinen und ihren Kamelen zusammen unterwegs, die Beduinen von Anfang 20 bis hin zu Suleyman mit seinem Handtuch auf dem oberen Bild, der siebzig war, schräg lief und kaum noch hörte. Es gab einen sehr amüsanten Abend mit ein wenig Gesang, wo er nur hörte, dass die anderen sangen, aber nicht wie genau, und er trotzdem mitsang, es war großartig. Daneben wir mit Ibrahim, dem unsere Kamele gehörten, ein höchst feiner Kerl. Die ersten ein, zwei Tage blieb man noch ein bisschen unter sich, ab der zweiten Nacht nach einem sehr frostig-windigen Ritt legte sich das aber sehr schnell. Aber ich greife vor, der erste Tag war windig, aber sonnig, und wir machten den ersten Stopp an einer der wenigen Dünen, die wir in einer eher felsigen Tour im Sinai sahen.

Dünenaufstieg

Dünenaufstieg

Dünenaufstieg, Karawane kommt nach

Dünenaufstieg, Karawane kommt nach

Ausblick beim Dünenaufstieg

Ausblick beim Dünenaufstieg

Dünenkante. Muss man live mit Wind sehen.

Dünenkante. Muss man live mit Wind sehen.

Der Himmel, die Weite, und der Gegensatz einmal der total kargen Landschaft und den fantastischen Formen und Farben, das war so das erste, was mich ziemlich rumholte. Auf dem Kamel gehts nicht sonderlich schnell voran, aber es ist ein ganz anderes Sehen mit der Zeit. Und nach der Nachmittagsstrecke kamen wir bei unserem ersten Lagerplatz an.

Dämmerung auf dem Weg zum Nachtlager

Dämmerung auf dem Weg zum Nachtlager

Nachtlager, eine windgeschützte Höhle

Nachtlager, eine windgeschützte Höhle

Unser Bett

Unser Bett

Die Höhle war fein, aber hier wurde es zur ersten Nacht hin schon etwas kalt. An sich wollten wir noch Sterne gucken, aber dann ist man doch schon gegen acht bettschwer und in der Regel um 10 eingeschlafen. Zugegeben, es geht morgens auch um sechs raus, und wer denkt, das kann man sich doch nicht geben, denkt an sich wie ich, aber man ist extrem schnell in dem Rhythmus – man braucht schlicht das Tageslicht und abends ist man müde, glaubt mir.

Und am nächsten Tag wars kalt. Also drei Mäntel übereinander-kalt. Gegenwind und eine Landschaft, bei der man an Sam und Frodos Wanderung Richtung Mordor dachte. Weiterlesen

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Search Impact Alpha: Google Webmastertools, neues feature

Ich weiss nicht, wie ich zur Ehre eines GWMT-Betatesters komme, aber heute kriegte ich unerwartet die Nachricht, ich könne bitte gerne in meinen GWMT das Preview von „Search Impact“, deutsch bereits übersetzt als „Auswirkungen auf die Suche“ ausprobieren.

GWMT Search Impact: Web- vs. Bildsuche, CTR nach Keyword

GWMT Search Impact: Web- vs. Bildsuche, CTR nach Keyword

Das ist jetzt wirklich kurz ein schnelles Quasi-Liveblogging mit vorangestelltem schnellen ersten Eindruck, der da wäre:

– Keywords/Suchen. Ich verstehs nicht ganz, aber nehms eher erfreut zur Kenntnis: nach der ganzen „Not provided“-Eskalation in Analytics scheint Google parallel in den GWMT die Keywords plus Rankings/Klicks mit wachsender Relevanz zu featuren. Hatte ich mich schon in der Vergangenheit dabei ertappt, statt in die üblichen Ranking-Tools in die WMT zu gucken, wenn möglich, wird das hier diesem Trend zumindest bei mir weiteren Vorschub geben.

– First it giveth, then it taketh away, wer will die Gnade des grossen Gs hinterfragen? Zwar gibts spannende KW-Daten, aber Keywords, Rankings oder Seite, zwei von dreien. Das gilt auch für die Darstellungsmetriken, Klicks, Impressions, CTR, Position. Zwei darf man nehmen, mehr ist nicht, teils auch mathematisch bedingt, aber nun.

Klicks und CTR, sitewide, letzter Monat

Klicks und CTR, sitewide, letzter Monat

Je nachdem, kriegt man einen Zeitverlauf oder eine Liste. Hier mal Klicks mit einem GWMT-typischen Zeitverlauf – es scheint wie bei den anderen Metriken auch immer nur maximal Daten der letzten zwei Monate herzugeben, dann ist Sense. Aktuell gehts für zwei Monate auch nur via „Vergleich“. Weiterlesen

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Facebook, das WWW, das Internet und ein, zwei Studien

Dass Facebook mit seinen Billig/Gratisangeboten in Entwicklungsländern keine hauptamtliche Wohltätigkeitsveranstaltung fährt, geschenkt. Die Studie von Quartz, nach der ein zunehmender Teil der Nutzer dort nicht mehr wissen, dass sie das Internet nutzen, wenn sie Facebook nutzen, ist insofern wenig überraschend, gleichwohl etwas besorgniserregend.

Facebook is serious business.

Facebook is serious business.

Ins gleiche Horn stößt der Hinweis auf die Studie bei Netzpolitik, allein, mich amüsiert, dass sie eine der Extremironien der Geschichte übersehen haben. Denn in einer Studie, die kritisch betrachtet, dass Facebook für „das Internet“ gehalten wird, hält man gegen Ende vollkommen selbstverständlich das WWW für „das Internet“:

And it’s happening not just in the poor world, but in poor parts of the developed world, where there also exists a sense among some that using an app isn’t the same as using the internet, which requires a web browser like Safari or Internet Explorer.

Hmja. Die Verwechslung ist schon älter, aber es gibt Situationen, an denen man sie sie wirklich vermeiden sollte.

Nun las ich heute noch eine – etwas anders gelagerte – Geschichte, ich meine, im Website Boosting. Themas: Amazon, Tenor: das ist analog monopolisierend wie andere Big Player, eben im Onlinehandel. Hintergrund: die meisten anderen sind scheisse in Sachen Usability, und wers bemerkt, macht dann eben einen Amazon Store, der funktioniert wenigstens. So oder so, a) die Leute landen bei Amazon, wenn sie was kaufen wollen, b), und das ist ein richtig wichtiges b), jedenfalls eines, das mir bis dahin noch nie so aufgefallen ist: Amazon kriegt dann von der Preisgestaltung über saisonale Absatzverläufe, ideale Lagerstrategien, whatever, alles mit an Markt- und Handelsdaten jeder beliebigen Branche und Waren/Produktkategorie. Ungefähr das „Google Local Merchant Feeds schaffen maximale regionale Preistransparenz (für Google)“ auf Steroiden. Weiterlesen

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Facebook-AGB, die mich nicht werben lassen wie ich will

Vorweg: Schalten von FB-Werbung ist nicht meine Kernkompetenz. Wer das kann: bitte gerne Tipps, Kritik, Korrekturen.

Anlass: Alle heulen sie wegen der neuen Facebook-AGB. Alle werden sie nun völlig transparent und jeder dahergelaufene Marketingtyp kann ihre Daten kaufen, die Facebook immer dreister, flächendeckender, böswilliger und wasweissichnichtalles noch aggresiver erhebt. Das ist Schwachsinn, und ich wills erläutern. Und weil ich böses tue, weil ich böse bin: mal aus der Perspektive eines solchen schmierigen Gesellen, der die Zwangstransparenz seiner Mitmenschen ausnutzen will, die sich vom Druck zur Online-Vergesellschaftung anfixen ließen und nun nackig machen mussten. Disclaimer: wie gesagt ist das mitnichten meine Kernkompetenz und es fällt mir ehrlich gesagt grade deswegen ein wenig schwer drüber zu schreiben, weil man ja ungern mit den Themen hausieren geht, wo andere vielleicht vieles besser wissen.

Also. Tatsächlich hoffte ich angesichts des jüngsten Aufschreis um die FBAGB auf ein paar Werbemöglichkeiten, die ich gerne hätte. Ein erster Blick in die entsprechenden Backends machten mir indessen wenig Zuversicht. Aber schauen wir doch einfach mal. Es kann sich nämlich jeder problemlos selber ein Bild machen, was FB so an Targetingmethoden anbietet, wie die Transparenzen, Möglichkeiten und Grenzen so sind. Einfach mal selber ne Kampagne aufsetzen, kostet nichts, solang mans nicht live schaltet.

Typische Facebook-Werbezielgruppe

Typische Facebook-Werbezielgruppe

Wenn ich nun nur Frauen zwischen 16 und 65 errreichen will, Deutschland außer Berlin, die offene oder komplizierte Beziehungen führen und auf heiße Lesben stehen, dann wird die Zielgruppe zu schmal zum darstellen. So weit, so gut traurig, geschenkt. Man sieht, die Möglichkeiten sind interessant. Weiterlesen

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2015: Das Jahr von Linux auf dem Desktop

Nächstes Jahr sei das Jahr von Desktop-Linux, heißt es jedes Jahr, aber ich persönlich hab beschlossen, 2015 wirds. Ists, um genau zu sein. Am Wochenende hab ich mein XP in den Ruhestand versetzt und bin seitdem auf einem Kubuntu unterwegs an der großen Kiste zu Hause. Die Migration war letztendlich ein Witz und das Setup… nun ja, da bin ich wirklich schlimmeres gewohnt. Die Motivation war nun so ziemlich das Gegenteil von allem, was in der Regel das Linux/Windows/Switch/Migrierthema bestimmt, und vielleicht ist das auch so eines dieser nicht repräsentativen, aber durchaus symbolträchtigen kleinen Geschehnisse, die eine gewisse Entwicklung erkennen lassen.

Ich liebe Lucasarts-Adventures, und ich war vor längerer Zeit einmal schwer frustriert, als das residual-Grim Fandango, mit dem ich jenen Klassiker wieder zum Laufen kriegte, irgendwann im vierten Jahr der Unterwelt reproduzierbar abschmierte und nicht zum durchspielen zu animierwen war. Ergo war die Reaktion auf das Steam-Erscheinen des Grim Fandango-Remasters ein unmittelbares „SHUT UP AND TAKE MY MONEY“,. gefolgt von der Ernüchterung, dass das Spiel auf WinXP nicht läuft.

Nun bin ich in einem Alter, in dem das Leben zu kurz wird für Windows Warez. Auf der anderen Seite erfüllt mich allein der Gedanke, Geld für Windows auszugeben, mit Widerwillen, um nicht zu sagen, mit brechreizerregender Übelkeit. Das führte zum, nun, untypischen Szenario, dass ich mich ewig um den an sich überfälligen Switch zum Desktoplinux drückte und ihn erst dann ging, als es, hihi, ZUM ZOCKEN unumgänglich wurde. Weiterlesen

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Geigerzähler mit Webupload, kurzer Recap

Geigerzähler, Netz-Stromversorgung, seriell angebunden

Geigerzähler, Netz-Stromversorgung, seriell angebunden

Seit dem Safecast-Vortrag auf dem 28C3 ging es mir nach, doch mal nen Geigerzähler zu bauen und irgendwie live die Messdaten ins Netz zu stellen. Am 31C3 raffte ich mich dann tatsächlich auf und packte das Geiger-Kit von Mightyohm ein. Sieht nett aus und ist an sich recht einfach zu löten.

Nachdem es Workshops auf dem Congress dazu gab, ging ich vom Fleck weg davon aus, dass es dafür auch entsprechende FAQs, Sktripte etc. gab, wo man mit vertretbarem Aufwand die Daten auf einen Rechner und dort ausgewertet kriegte. Gibts, aber war alles nun doch etwas mehr Gefrickel als gedacht.

Das Ding rennt mit Batterien, die ich nach dem ersten Testlauf entlötete und durch einem 3V-Adapter ersetzte, mit der Geigerzähler durchlaufen kann. Weiter ist der Output ein Serial Port, was wiederum ein moderner Rechner nicht mehr besitzt. Mit dem entsprechenden Adapter auf USB (ich hab den hier empfohlenen FTDI Friend genommen) kriegt man den Datenoutput auf einen USB-Stecker. Dort kann man ihn mit einem entsprechenden (und entsprechend konfigurierten) Terminalprogramm abgreifen. In meinem Fall machte ich das mit dem kleinen Debian-Homeserver, auf dem eh schon der TOR-Router läuft. Da kommt dann im Terminalprogramm sowas an:

CPS, 0, CPM, 26, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 0, CPM, 26, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 1, CPM, 25, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 0, CPM, 24, uSv/hr, 0.13, SLOW
CPS, 0, CPM, 23, uSv/hr, 0.13, SLOW
CPS, 4, CPM, 26, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 0, CPM, 26, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 0, CPM, 26, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 1, CPM, 27, uSv/hr, 0.15, SLOW
CPS, 0, CPM, 27, uSv/hr, 0.15, SLOW

Count per Second, Count per Minute, das ganze schon auf uSv umgerechnet und aggregierbar. Fein, aber ich will das ja aber schön ausgewertet haben, und nach Möglichkeit im Netz. Und hab das nun auch: Livedaten, letzte 4 Tage:

Strahlenbelastung Elberfeld, 4 Tage

Wie rennt das? Im Mightyohm-Forum hatte Chankly eine entsprechende Skriptsammlung rausgehauen. Runterladen, auf den Server werfen. Weiterlesen

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Wahl der Waffen. Eigenartige Netz-Diskussionsweisen, 31C3-Input

Auf Twitter scheinen ein paar Sachen an mir vorbeigerauscht zu sein. Ich war verwundert darüber, warum es gelegentlich en vogue zu sein scheint, Leute zu dissen, die Cryptotools bauen, woher der „Ich find Snowden noch cooler scheiße als ihr“-Wettbewerb kommt, dass es irgendwann mal uncool geworden sein muss, am Gerät was zu können und hatte das Gefühl, das ist so ein allgemeines Ding geworden: wer mehr Leute scheisse finden kann, gewinnt. Drin bevor „Darum gehts nicht“, mein Punkt ist eher, dass vieles auf mich eben *so wirkt* und ich nicht recht weiss, ob das im Sinne der Erfinder ist.

Ich weiss nicht, ob ich da zu viel in eine Tonne werfe, aber mir scheint, als ob viele der jüngeren Debatten in die Richtung gehen: statt nach den gemeinsamen Nennern zu gucken, ist der Fokus dort, wo man sich maximal abgrenzt. Positiv gewendet, mag das sinnvoll sein: Zuspitzung der eigenen Position, Klarmachen der Kritikpunkte. Auf der anderen Seite nimmt man sich Anschlussmöglichkeiten noch und nöcher.

Es mag der eigenen Profilierung guttun, wenn man Fefe nur noch wegen des Sportteils liest und ansonsten empfiehlt, über alles Kryptofeenstaub zu pudern. Nur scheint mir das eine Blase in der Blase zu konstruieren, mit der man sicher sein kann, die eigene Position nicht mehr überzeugend vertreten zu müssen, weil das kein Mensch mehr kapiert und ja eh alle anderen scheisse sind. Nun bin ich ein großer Freund der Haltung, dass am Ende alles auf Zynismus und japanische Pornografie rausläuft, aber damit gebe ich natürlich alle Ansprüche auf, ob an mich oder die anderen, irgendwas zum Besseren zu verändern.

Auslöser bei mir war eine kürzere Twitterunterhaltung, bei der ich auf leitmediums Diskussionsbeitrag zum „Right to be left alone“ hingewiesen wurde, an dem sich eine Debatte über die Verpflichtung von TOR aufhing, Anleitungen zum Blocken des eigenen Dienstes zu schreiben. Nun würde ich persönlich hier einfach sagen „Nein, muss TOR nicht. Sie sollen sich verdammt nochmal drauf konzentrieren, ihr Tool sicher zu halten.“ und in der besten aller möglichen Welten würden sich daraufhin alle daran machen, das zu tun, was sie am besten können: die einen entwickeln wichtige Tools zur Anonymisierung, an deren Funktionieren gelegentlich Leben hängen, und die anderen schreiben schöne Howtos, wie sich trotz der Existenz von TOR einigermaßen belästigungsarm das eigene Blog betreiben lässt.

Allein, die Welt ist gelegentlich eher so mittel und so gab es scheinbar eine dickere Debatte über das Ermöglichen und Befördern von Harassment und (so vermute ich) allerlei Gebashe auf den Nerdpride und den Techwahn und dass man die Klappe halten soll, wenn man seinen Kernel nicht selber kompilieren kann. Das schlimmste ist, ich bin mit dran schuld, dass die Welt so mittel ist, denn an sich liegt mir auf der Zunge, dass das die guten alten Firstworldproblems sind angesichts dessen, dass an den anderen Prioritäten eben hängt, ob man in irgend einem Folterknast verschwindet oder eben geschützt bleibt. Man kann das Spielchen wahrscheinlich zum Erbrechen weiterspielen und ich denke, einige haben das bereits getan, daher auch der ganze Zynismus und das ganze Gebashe. Wie gesagt, es wär meiner Ansicht nach viel geholfen, wenn man sich wieder stärker darauf konzentrierte, was a) man jeweils am besten kann und b), (und das ist ein wichtiges b)!), vor allem, was *die anderen* am besten können.

Ich persönlich kann durch meine altersweise und gelassene Art sowie der mir gegebenen Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten, Streit zu schlichten, Frustration zu lindern und allenthalben das Beste in meinen Mitmenschen zu sehen, zu fördern und zu lieben, hier hoffentlich versöhnend und motivierend wirken. (das muss ich jetzt mal selber lesen und wirken lassen. Das schlimme ist, ich glaub selber nicht dran und tret auch gern zu, aber dazu noch weiter unten).

Rekurs zum Anfang. Ich glaube, hier werden schlicht Erwartungshaltungen aufgebaut, die auf allen Seiten unrealistisch sind, und das gleich auf mehreren Ebenen.

  • „Technikkritik“ verlangt von den Techies, dass sie die kompletten sozialen Probleme mitlösen
  • Techies verlangen von allen Nutzern, sich das entsprechende Knowhow als „Kommunikationskompetenz-Analogon“ anzueignen
  • In der Folge wird jede an sich fruchtbar gedachte Teilhabe-Diskussion zuverlässig zu einer Diskussion um die Zuordnung von Verantwortlichkeit bzw. Schuld
  • Zu guter Letzt scheint mir da eine Art „gruppendynamisches Peter-Prinzip“ auf: jeder wird qua Verantwortungszuweisung dazu getrieben, sich ausgerechnet auf den Feldern zu betätigen, die er schlechter beherrscht.

Nun glaube ich seit längerem nicht mehr an kurz- und mittelfristige Umsetzbarkeit von Ideen, die mit „Wenn alle stattdessen…“ anfangen. Weiterlesen

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