Gestern war SEOpott, ich hab dort leider nur zwei langweilige Bilder von interessanten Folien gemacht, deswegen hier ein Foto vom seriösen Arbeitskater. Im Hintergrund: seopott.de, dort kann man mehr nachgucken. Orga hat Sercan losgetreten und ich bin ein wenig neidisch auf ihn, weil er sowas kann und ich nicht. Ich ahne weiterhin, dass es nicht ganz zufällig ist, wenn mich Format/Anspruch ein wenig an den SEO-Stammtisch Ruhrgebiet erinnern, zwei Impulsvorträge und rundrum frisch aus dem Nähkästchen plaudern, man kennt sich zu einem guten Teil bereits, das ist alles ganz hervorragend und ich freu mich drüber.
Die Impulse waren gestern beide von Eyüp, was aber auch vollkommen in Ordnung ging – Teil eins über GSC-Analyse im Fall von vielen (für große Werte von „vielen“) URLs plus die geeigneten Mittel (janun, BigQuery) und Fragestellungen/Ziele (vorher überlegen). Teil zwei dann sehr Hands-on mit den Daten, mit denen er konkret arbeitet. Und nun kennt man es in der SEO-Ecke, dass grade auf kleineren Veranstaltungen erfreulich locker über konkrete Doings und auch diverse Patzer gesprochen wird, die passieren können. Aber hey, das war wirklich entspannt im oberen Drittel der Liga. Eine lustige Deindex-Geschichte, wenn man sie nicht grade selber verhauen hat, und dazu eine Latte kluger Gedanken, wie man verbreitetes, abseitigeres Nutzerverhalten als Muster in der Fläche erkennt. Cleveres, nutzerfreundliches Arbeiten, und das auf der Basis siebenstelliger URLS mit jeweils einer Handvoll Impressions und Klicks, ich war beeindruckt und hab was gelernt.
Die Gespräche nebenbei waren durchgehend auch erhellend, einige fundierte KI-Skepsis, einige erfreuliche Inputs aus der News/Presseecke, meine Rede ist ja, dass wir uns auf Stand jetzt nur bedingt einstellen brauchen, weil der wird sich noch recht zügig ändern. Andererseits gabs von Eyüp für mich ein paar spannende Denkanstöße, wie einige Analysekisten über große Datenmengen hinweg durchaus zielführend sein und insbesondere im KI-Kontext möglicherweise ganz anders angegangen werden können. Mit pi mal Daumen 4K URLs kann ich im Gegensatz zu ihm theoretisch alle relevanten Seiten an einem Tag von Hand durchgehen, mein zu sortierender Datenberg liegt eher in der Ecke Suchphrasen und zugehörige Suchintentionen bzw. deren Muster. Da kriegte ich meinen lange überfälligen Tritt in den „geh Longtails mal ernsthaft an, Richie“-Hintern, alleine das war die Fahrt nach Bochum wert.
Wobei, grade als Inhouse nicht zu unterschätzen: ganz andere Settings/Aufgabenstellungen sehen. Man lernt aus allen, auch wenn sie thematisch und technisch weit weg sind, und tatsächlich ist diese Breite eines der wenigen Dinge, die mir von der Agenturzeit her ein bisschen fehlen. Fokussieren auf ein ganz konkretes Projekt und ganz konkrete Zielgruppen, da den Deepdive machen können, das ist alles ganz großartig – aber hey, gelegentlich nen weiten Horizont, ich empfehle uneingeschränkt.
Anregend auch die Location. Der RUB-Makerspace im O-Werk ist genau das, ein Makerspace, und er ist groß. Es juckt mich ein wenig, dass er wirklich groß ist im Sinne von „deutlich größer als der, den wir grade gegenüber bauen“, außerdem sind die Lasercutter größer, die 3D-Drucker zahlreicher usw., auf der anderen Seite: ich sah jetzt nichts, wo ich dachte „Argh, das kriegen wir nicht hin“, und ich ahne, an der Niedrigschwelligkeit gibts dort noch was zu tun bzw. gibts auch in der Beziehung für uns was zu lernen. Nächstes Mal muss ich noch mit zufällig anwesenden Orts-Einheimischen quatschen, das versäumte ich leider gestern.
Ums zusammenzufassen: ein in mehrfacher Hinsicht sehr anregender Abend, immer gerne wieder.

