Die bpb lässt Politcomedy für Unterschichten im Netz bauen…

…und das von einer Produktionsfirma, die ansonsten für Formate wie „Deutschland sucht den Superstar“ und „Familienduell“ verantwortlich zeichnet? Aber von vorne.

Grade lese ich in der Humorkritik, dass für die Zielgruppe „politikferner Jugendlicher mit schlechten oder gar keinen Schulabschlüssen“ ein „Polit-Show-Format“ in der Mache sei. Das soll die Bundeszentrale für politische Bildung mit 30 Kilo Euro finanzieren, und gemacht wirds konkret von der „Grundy Light Entertainment“.

Das sei „aus den Blogs“ gekommen, offenbar liest die Titanic andere Blogs wie ich. Auf die Schnelle konnt ich nicht nachvollziehen, woher sies haben, da stieß ich nur auf ne Spambeschwerde nach Email Castings-Einladungsgeschichte von Grundy. Die Drucksache wiederum, in der auf eine Anfrage der LINKEN (wem auch sonst) geantwortet wird, ist schon eine Weile alt.

Ganz unbeschlagen ist Grundy da nicht, die haben bereits eine „Wissens-Comedyshow“ fürs Internet produziert, mit der immerhin Plattformen wie bild.de bedacht werden.

Ich sag mal so. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat bei mir ein paar Steine im Brett, weil die in Netz- und Open Source-Sachen längst nicht so verstaubt ist wie manche andere Politinstitution. Politcomedy, also, im Netz, und finanziert von der bpb – ich geb ja zu, ich will mehr Pispers und mehr Leute, die ihn sich angucken, und Pispers wird (hoffentlich) auch von den öffentlich-rechtlichen ernährt. Insofern mag ich dem titanischen Ruf nach dem Bund der Steuerzahler nicht mal beistimmen, sondern neige zu einem „geschenkt“, Pispers lebt auch mit von öffentlichen Geldern und ich bin froh dran.

Aber wenn schon, dann sollten sie auch so jemandem die Kohle geben für das kommende „Format“, und nicht einem Produktionsunternehmen, das ansonsten mit den Privaten verdient, bei denen Comedy mit Blondinenwitzen und Mario Barth anfängt und die Politik bei Angelas Pony endet.

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2 Responses to Die bpb lässt Politcomedy für Unterschichten im Netz bauen…

  1. madchiq says:

    Von oben nach unten… naja. Meinst Du, Pispers wuerde den Spagat schaffen und vor allem auch (meine) Lieblingszielgruppen direkt erreichen koennen?
    (Nicht, dass ich ihm nicht alles Geld bzw. Moegliche zum bissigen Weiterarbeiten wuensche…)
    Fuer manches brauchts imho einen Bohlen oder einen Bushido – solange es mit denen nicht aufhoert.
    Du hast mich nebenan nur vergessen, richtig? :p

  2. alfon says:

    Die Titanic nennt auch die Quelle, Drucksache 16/10268:

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/102/1610268.pdf

    Ein Hoch auf deutsches Qualitaetsfernsehen.

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