Kleines Glück: Lenovo Ideapad S10e

Das Ding macht grade meinen Tag. Bei Notebooksbilliger gabs das Ideenbrett für 199 Tacken, und ich dachte schon die ganze Zeit, ich brauch was für die Kneipe. Man ist dann doch zu faul zum den Mac dauernd einpacken, auspacken, aufklappen und überhaupt mit sich rumschleppen, an den Desktop will ich nicht, und das Denkbrett braucht Anja für die Kasse und den Krach. Wer sich mit dem Gedanken trägt, so was subnotebookiges/netbookmäßiges anzuschaffen: ich kann das S10e empfehlen. Ist aber definitiv nicht für jeden, das Ding.

Kurz die Ausstattung: Atom 1,6GHz, 512 MB Ram, 4 GB SSD-HD. 1024×576 Auflösung und Drei-Zellen-Akku. Man sieht: alles klein, leicht und wenig. Ich finds prima und bestimmt werden viele grade wegen der Sachen, die ich mag, Scheiße brüllen.
Dazu muss ich sagen, dass ich das Ding eben zum schnell nebenher bloggen, tippen, kommunizieren brauche und das wars. Dass geht auch prima. Unter den folgenden Umständen.

Tastatur.
Die ist klein. Das macht natürlich auch den Mehrwert des Dings aus, weils wirklich super klein, leicht und handlich ist. Wer zehnfingrig tippt, wird möglicherweise kein reines Glück genießen. Ich tipp irgend ein unorthodoxes Sechs- bis Achtfinger-Nichtsystem, bin wegen zahlreichen verwendeten Rechnern eh dauerndes Tastaturumstellen gewohnt und komm nach kurzer Gewöhnung bestens klar. Wer nur eine Tastatur (und ein OS) gewohnt ist, wird möglicherweise gelegentlich kotzen. OS, das Stichwort für nach dem Größenvergleich:

Ideenbrett vs. Apfelbuch

Ideenbrett vs. Apfelbuch

Betriebssystem.
Suse Enterprise war drauf, ich hatte keinen rechten Bock drauf und bügelte ein Ubuntu Netbook Remix auf. Dass rannte out of the box und machte alles, was ich wollte. Nun, fast alles. Das interne Mikro werde Gerüchten zufolge nicht unterstützt (keine Ahnung, obs stimmt), ansonsten tut alles bis hin zur Webcam prima. Ein paar Repositorys noch eingetragen, Skype, Filezilla, XChat, Java und Flash noch nachinstalliert, und dann war ich an sich glücklich.
Das einzige, was bedingt nervte: die „klassische“ Gnome-Ansicht wollte nicht. Nur die netbook-optimierte Oberfläche, mit der ich mich zugegebenermaßen aber sehr schnell anfreundete: das ist *richtig* praktisch gemacht und gefällt hervorragend. Ich wollte die Multidesktops des klassischen Gnome haben, das ging mit der Netbook-Oberfläche aber nicht, und die „klassische“ Oberfläche rennt exakt bis zum ersten Neustart, dann sind die Panels verschwunden, wenn man das Gerät wieder anwirft. Es soll nen Workaround geben, aber da hatte ich keinen Bock drauf bzw. als ich den fand, war ich schon von der Netbook-Oberfläche schwer überzeugt.
Ansonsten – Ubuntu halt. Rennt rund, macht alles, fein. Belegt ein wenig Platz auf der Platte, und ich nehme an, ein paar Leute wird es nervös machen, wenn sie alles installieren, was sie brauchen, und dann nur noch 800 MB frei haben. aber das hier ist Netbook, da brauch ich nicht mehr. Abgesehen davon kann man hier weitgehend problemlos noch ne Platte reinhängen, aber will ich eigentlich gar nicht. Was ich hierdrauf mache, findet eh quasi nur im Netz statt.

Ansonsten, Hardware und so…
HD hatte ich schon erwähnt – für andere Zwecke zu klein, mir an sich grade recht. Der Akku scheint mir für was zwischen drei und vier Stunden gut, das ist vollkommen iO, grade, weil das Ding auch weitgehend Nullverbrauch beim Zuklappen hat. Gefühlt nimmt man das Ding mit und hat den Tag über Strom. Der Lüfter sei stressig, las ich verschiedenst im Netz, ich finds erträglich. Das Touchpad ist auch recht klein, aber Tastaturshortcuts regeln eh das Haus und für den Rest tuts das Ding. Etwas niedrigere Empfindlichkeit und etwas höhere Beschleunigung einstellen, und schon grinst Ruppsel wieder.
Was mir am meisten Spaß macht: das Ideenbrett fühlt sich „ausbalanciert“ an. Erst dachte ich, ach, den Bildschirm hätt ich noch gern so zehn Grad weiter aufgeklappt, aber so ists inzwischen so ein angenehmes Tippen auf den Knien – man klappt das Ding auf und irgendwie schaukelts sich auf den Oberschenkeln genau in eine mir angenehme Position. Mag auch wieder ne Geschmackssache sein, aber mir kommt da einfach alles mögliche sehr entgegen.

Fazit:
Ich freu mich grade. Klasssischer Fall von Schnäppchen, wo die üblichen fälligen Kompromisse offene Wunschtüren bei mir einrennen. Das Ideapad s10e ist grade in der Minimalausstattung genau das, was ich wollte, fühlt sich lenovo-gewohnt unkaputtbar an und ruft in mir ein sofortiges „Och, geil“-Gefühl hervor. Für zweihundert Tacken kaum zu schlagen, und wenns noch wer wo abverkauft, weil demnäxxt ja wohl was besseres kommen soll: ich kann dazu raten, mit den genannten Einschränkungen und persönlichen Präferenzen, die mein Urteil natürlich derbe beeinflussen.

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7 Responses to Kleines Glück: Lenovo Ideapad S10e

  1. glidesurfer says:

    Eine etwas genauere Modell-Bezeichnung scheint hier angebracht. Ein Link zum entsprechenden Shop macht’s natürlich genauso gut.

    So finden sich leider x-verschiedene Ausführungen mit mehr Festplatten-Speicher und deutlichem Aufpreis…

  2. Korrupt says:

    naja, das s10e eben, mit der genannten HW-Ausstattung :) Bei Lenovo ist ein etwas zeitloser Link zur aktuellen Netbookserie der hier, das „Problem“ ist eben, dass die Version, die hier jetzt rumliegt, zum Schreibzeitpunkt bei Notebooksbilliger eben schon vergriffen war…

  3. Korrupt says:

    Hihi, ich hab drueber nachgedacht, aber dann waers eines der „typischeren“ Hackintosh-Netbooks geworden. Ich wollt aber eigentlich schon einfach wieder das Linux-Notebook, das fehlt mir ein wenig, und vor allem: ich brauchs *gleich* und, hihi, ohne viel rumbasteln. Ergo fiel die Wahl nicht schwer…

  4. missi says:

    Wirf mal mit „outdoor tastatur zusammenrollbar“ nach Google, die Dinger bekommst du mit in die Subtasche. Wasserfest, windfest, perfekt für Sandstürme … prangte es auf meiner Verpackung. Klimawandelkrisenfest sozusagen, man weiß ja nie, was kommt, ne? Ich werfe ein „Krümel – und Kaffeefest“ nach. Im Selbstversuch für die Wissenschaft. Gibts hier für nen Fünfer im Woolworth. Bei ner vernünftigen Unterlage (Brett, Tisch, whatever) tippen die sich sogar recht angenehm.

  5. Korrupt says:

    Das klingt wie hybsches Spielzeug, aber ich komm an sich mit der Tastatur prima klar – ehrlich gesagt, stell ich mir was externes eher unpraktisch vor, weil wenn man die auf dem Schoss hat, wo stellt man das Ideenbrett dann noch hin? Und zum Tippen muss mans aufklappen, wenn dann der Kaffee reinkippt, ist man doch gearscht, auch wenn die externe Tastatur dann immer noch imn neuen Glanz erstrahlt…?

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