GEZ meine Meinung zu einem epischen Forenfail

Groß. An sich in der Liga eines Balls of Steel Award, liebe GEZ, dass ihr ein Forum aufmacht und das auch noch mit einem „Sagen Sie Ihre Meinung!“ betitelt. Wer heute bei euch moderiert hat, hat meinen Respekt (und vermutlich einen recht gestählten Klickfinger). Leichten Abzug gibts hingegen für die Begründung der Neueröffnung: ihr wärt
„…daran interessiert, was die Nutzer über die GEZ, den Gebühreneinzug und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk denken.“
Dazu komm ich gleich.

Aber erst zu den weiteren Pluspunkten:

– Unterhaltungswert
Das kann man ja von vielen der von euch finanzierten Formaten nicht behaupten, aber dass ihr aus der Hüfte eben mal 4chan Mk.II ins Netz schießt, macht euch so schnell keiner nach.

– Offenbar ordentlich gebaut
Was ich wiederum wegen nur gelegentlichem flüchtigen Blick nicht hundertprozentig behaupten will. Aber meinem Eindruck nach kamt ihr von lockerem Kram der Art „Wie lange Überschriften zerschießen eigentlich euer Layout?“ gut zurecht, mit den vierstelligen Userzahlen dito, und öffentliche Exploits eures Typos scheint es keine zu geben.

– Anlass für eine weitere Lem-Hommage meinerseits
Irgendwo in Stanislaw Lems „Lokaltermin“ iirc werden „Schandmäler“ erwähnt, Prachtstatuen von eher ungeliebter Polit- und sonstiger Prominenz, gebaut aus nachgiebigen, aber erinnerungsfähigen Materialien, die tagsüber von der wütenden Horde bespuckt, beschmissen, kleingehauen und zerstört werden können, um über Nacht wieder in den Ursprungszustand zurück zu regenerieren, damit sich auch die Besucher des nächsten Tages austoben können. Ihr habt mit eurem – nur wochentags und tagsüber geöffneten – Board quasi eine Lemsche Vision realisiert, und dafür ist euch mein Dank gewiss.

– Weitblick. Nun ja, sowas ähnliches
Wenn ich meinen Optimismus ganz fest knuddele, dann lässt er mich ein GEZ-Forum sehen, das irgendwann in ein paar Wochen tatsächlich auch zu nennenswerten Teilen für die faktische Hilfestellung der User untereinander verwendet werden kann. Dass ihr euch diese Durststrecke bis dahin geben wollt, Respekt. Dass ihr diesbezüglich zumindest geringfügig weiter als in den Tag hinein denkt, ist nicht ganz selbstverständlich bei Projekten dieser Art im Internetz. Also so öffentlich-rechtlichen Internetzprojekten.

Punktabzüge aber für

– fehlenden Weitblick. Lasst mich das mal unter vier Augen erklären. Ich rück mal ein wenig näher ran. Also…

…ganz unter uns…

…und ganz sachte angemerkt, liebe GEZ…

WIE SCHREIEND SCHEISSBLÖDE KANN MAN EIGENTLICH SEIN? WIE IGNORANT UND MERKBEFREIT? MÜSSEN ALLE WIRKLICH NOCHMAL DEN GANZEN TAG DEN MIST NOCHMAL TIPPEN, DEN IHR IN ‚ZIG FORENARCHIVEN DER LETZTEN ZEHN JAHRE NACHLESEN KÖNNT? WO IHR ZU DÄMLICH ZUM MAL GOOGLEN WART, UM MAL NACHZULESEN, WAS MAN VON EUCH UND EUREN KLINGELPUTZERN HÄLT? ALLE FINDEN EUCH SCHEISSE! UND MAN MUSS EINE AMÖBE SEIN, UM DAS NICHT MITZUKRIEGEN! EINE * TOTE * AMÖBE!

So. Weitermachen. Und viel Spass noch.

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13 Responses to GEZ meine Meinung zu einem epischen Forenfail

  1. Pingback:uberVU - social comments

  2. devox says:

    oh wie prächtig! Ich musste laut lachen beim letzten absatz. Wirklich vortrefflich und treffend. Habe vom foren-launch selbst garnichts mitbekommen, werde ich mir mal ansehen, ist vermutlich besser als jedes kasperle-theater. Aber allein Ignoranz und selbstherrlichkeit sind die erklärung dafür das sich an dem uralten trum „system-GEZ“ so wenig (garnichts?nurschlimmer?) getan hat. Seit ich (achtung, langer satz) meinte völlig gez-gerät befreit zu leben (ich habe fernsehempfang und radio aus meinem leben entfernt) und dann die herren gebührentreiber auf die gloreiche idee kamen das internet zu besteuern (weil ich ihre perversitäten, die ich schon im tv verabscheue ja unbedingt kleingehutzelt auf ihrem portal des grauens begucken möchte) haben die herrschaften selbst den rentnerbonus verspielt. Von dahernochmals: Wirklich fein herr korrupt. Ich werde sie mal retweeten und in meinem blog verlinken, wenns recht ist. Aus dem board kennt man sich ja schon vom sehen (ungesund). Grüße daheim.

  3. Pingback:Dobschat » Die GEZ hat jetzt ein Forum

  4. Pingback:GEZ aber in echt! « nachtlagerist.de

  5. Champanda says:

    Episch, in der Tat. ACK to the fullest für den letzten Absatz, hätte fast meinen Kaffee ausgespuckt.

  6. Pingback:Kulturbolschewismus.de » Blog Archive » Die GEZ, Foren und ehrliche Meinungen.

  7. Pingback:Danke, liebe GEZ | Missis Notizblock

  8. Pingback:Anonymous

  9. tw_24 says:

    Es gibt da auch Blog von Mitarbeiterinnen, GEZ-Blogs genannt. Aber offiziell sind sie dennoch nicht. „Hinter den Blogeinträgen steht nicht die GEZ, sondern wir Mitarbeiter selbst.“ Und die bloggen selbst und offenbar während der Arbeitszeit. Gut. Da kommen sie nicht auf dümmere Gedanken. „Ich freue mich über die Gelegenheit, [..] aufzuzeigen, dass die GEZ eine super Firma ist!“ [sic!] Firma? Nun ja:

    „Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) ist eine öffentlich-rechtliche, nicht rechtsfähige Gemeinschaftseinrichtung [..] zum Zwecke des Rundfunkgebühreneinzugs.“

    Super. Firma. Und dann das:

    „Ich war am Wochenende auf der Geburtstagsfeier eines Bekannten eingeladen. Das ist für mich immer sehr spannend. Warum? Nun, an solchen Abenden, lernt man neue Leute kennen.“

    Was hat dieser Klatsch mit dem Daseinszweck der „super Firma“ zu tun?

    „Es folgte also eine rege Diskussion über die Gebührenpflicht an sich und über die Arbeit der Beauftragten.“

    Okaayyy, GEZ-Mitarbeiterinnen kennen keine Pause und keine Freizeit, sind immer im Dienst und vergessen dabei so manches. Das ist wahre Begeisterung:

    „Ich merkte so langsam, dass mein Magen knurrte, mein Glas leer war und ich den Namen meines Gesprächspartners noch nicht kannte.“

    Der „Gesprächspartner“ stellt sich dann, dumm wie ein Deutscher, auch noch vor. Auf sowas warten die „Beauftragten“, über die man dann in schönen Berichten sowas lesen kann:

    „Betrachtet man die Zahl der Anmeldungen pro Beauftragten (Hauptbeauftragte und Einzelbeauftragte) lag der RBB im Jahr 2008 mit 73,63 Anmeldungen (Hörfunk und Fernsehen) je 100.000 Haushalte im vorderen Bereich der Landesrundfunkanstalten. Im direkten Vergleich erzielten beispielsweise der BR nur 53,85 Anmeldungen und der NDR/RB lediglich 49,63 Anmeldungen pro Beauftragten. Bezieht man in diese Betrachtung auch die Unterbeauftragten ein, deren Tätigkeit sich gleichfalls in der Zahl der Anmeldungen niederschlägt, meldete jeder Beauftragte des RBB 21,2 Geräte und des HR 21,11 Geräte an, während jeder Beauftragte des SWR/SR nur 8,17 und jeder WDR-Beauftragte lediglich 5,55 Geräte anzumelden vermochte. [..] Während die Beauftragten des WDR in einem Turnus von 6 bis 24 Monaten erneute Prüfungen vornehmen, beträgt der Turnus beim BR 20 bis 48 Monate. Beim RBB liegt dieser zwischen 12 bis 24 Monaten.“

    Das paßt schon mehr zu „zum Zwecke des Rundfunkgebühreneinzugs“ als zum dümmlich naiven Geschwätz über eine „super Firma“ ohne Rechtsfähigkeit, die verdammt mißtrauisch ist. Übersetzt ins GEZ-Blog-Deutsch ist es aber beinahe wieder lustig:

    „Oft werde ich auch im Bekannten [sic!] und Verwandtenkreis gefragt warum eine Abmeldung bei der GEZ eigentlich so kompliziert sein muss. [..] Es ist nur wichtig, sobald man keine Geräte mehr besitzt, diese schnellstens unter Angabe von Gründen [!] und der Teilnehmernummer(n) mitzuteilen.“

  10. Pingback:freggeln » Empfehlungen der Woche – Monday, 8. February 2010

  11. Pingback:GEZ: SPD wünscht den Abschied von der gerätebezogenen Gebühr | Basic Thinking Blog

  12. Seba says:

    Schönes Schlusswort – wobei mir die FIKAL Sprache noch ein wenig zu klamm ausfällt, die GEZ hätte härtere Worte verdient – was die teils abziehen (wenn man Reportagen im TV sieht) – unfassbar.

    Cya
    Seba

  13. Pingback:Gez ein wenig vermischtes… | Tales from the Mac Hell

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