Von Suzis Rückkehr und von Selbstverständlichkeiten

Der folgende Blogpost stürzte mich in einen schweren Gewissenskonflikt. Zum einen ist er (aus meiner Sicht) definitiv erzählenswert, weil so klassisch das Glück im Unglück-Ding und Grund zur Freude, und das Positive kommt ja oft genug recht kurz hier. Auf der anderen Seite verleitet er dazu, Positives zu zwei Institutionen zu schreiben, zu denen ich aus ideologischen einigen persönlichen und grundsätzlichen Gründen nichts positives schreiben will, nämlich Polizei und Versicherungen. Ich denke aber, man kann in dem Kontext auch gut feststellen, dass es an sich nicht weiter lobend hervorzuheben ist, wenn besagte zwei Institutionen auch mal genau das tun, was sie sollen. Zum Schluss der Vorrede der Anlass: die Kleine hier.
Suzis Rückkehr
Die ist nämlich wieder da, nach einem Ausflug an die rumänische Grenze. Ohne mich, sie kann aber nichts dafür, und jetzt von Anfang an.

Kurz nach Neujahr klingelts an der Tür, ich mach auf und die Rennleitung steht da. Ob ich der Halter des Fahrzeugs mit Nummer DO-H sowieso sei. Sei ich tatsächlich, warum sie fragen würden. Nun, weil das Motorrad bei einer Kontrolle an der österreichisch-rumänischen Grenze aufgefunden worden sei. Oh, sagte ich und sah wohl auch so aus.

Wann ich das Fahrzeug zuletzt gesehen hätte, ich sagte gestern, da war ich am Container neben dem Moppedparkplatz. Wo das sei, und ob man da hinkönne. Quasi vor der Haustür, und aber hallo, da muss ich jetzt natürlich hin. Nun, da stand in der Tat kein Fahrzeug mehr.

Ich sag mal so: es gibt ärgerlicheres, als vom Auffinden seines Moppeds unterrichtet zu werden. Beispielsweise vom Diebstahl desselben zu erfahren und der Aussichtslosigkeit, selbiges wiederzukriegen. Insofern, nach erstem Durchatmen schon mal nicht schlecht. Es wurde dann noch eine Anzeige aufgenommen, ich willigte in die Weitergabe von Kontaktdaten an zwei weitere Moppedfahrer ein, deren Zweiräder einen Ausflug in den österreichischen Osten unternommen hatte und gab meiner Versicherung Bescheid. Die war noch unentschlossen, wie das nun genau gehandhabt werde, man wolle das aber natürlich zügig klären.

Rein von der Teilkasko her hielt ich es für möglich, dass ich im schlimmsten Fall nur ne Fahrkarte (noch ironischer: ne Rückfahrkarte) der zweiter Klasse Bahn zum Standort bekäme. Was im Fall eines möglicherweise beschädigten Moppeds im tiefsten Schneewinter angesichts eines Standplatzes jenseits der Alpen irgendwie… nun, sinnlos gewesen wäre. Ich kriegte dann aber die Kontaktdaten der beiden anderen Betroffenen, mailte rund, erfuhr vom Angebot der einen Versicherung, den Rücktransport zu organisieren, wenn die drei Versicherungen sich die Kosten teilen. Das ein wenig in der Gegend rumgereicht, nebenbei Abholvollmachten erstellt/verschickt und dann gabs irgendwann die Nachricht, die drei Kleinen seien auf dem Weg nach Dortmund. Direkt zur Werkstatt, wo dann wiederum Gutachten erstellt wurden und Reparaturen angeordnet. Ich brachte Schlüssel und Schein zur Werkstatt, da stand die Kleine und sah etwas zerrupft, aber fit aus. „Zustand: ungepflegt“ stand im Werkstattbericht der Annahme, und so ganz offiziell Kuliblau auf Formularrosa tat mir das irgendwo in der Seele weh, trotz aller „Das Ding wird gebraucht, und so darfs auch aussehen“-Denke. Es folgte ein wenig Kleinkram wegen Vorschäden ermitteln usw., und dann zog sich natürlich alles, weil ungeplant, Ersatzteile, Terminplan der Werkstatt, Papier- und Postkram wegen der Kostenübernahme und so weiter. Angesichts des selbst mir nicht fahrgeeignet erscheinenden Wetters aber vollkommen aushaltbar.

Zwischenrein kam noch der Bescheid, dass die Täter bekannt seien nun, schließlich wurde der transportierende LKW ja angehalten. Es sei aber nichts zu holen dort. Hatten zu Neujahr offenbar einfach ne LKW-Tour durch DO gemacht und eingeladen. Ich hatte deswegen Sorge, ob mit dem Lenkradschloss was größeres im Eimer sei, dem war aber nicht so. Dann hatte ich noch irgendwann Bescheid bekommen, dass ich neue Papiere und Kennzeichen beantragen müsse, das alte war abgeschraubt und weg. Also Schein wieder holen von der Werkstatt und ab damit auf die Ämter.

Heute morgen dann Abholung, neues Schild ran und ab zur Arbeit. Angesichts der ganzen Geschichte tut die Selbstbeteiligung nun wirklich nicht weh. Was soll ich sagen, die Kleine rennt und ich freu mich, dass sie wieder da ist. Und schön, dass tendenziell eher unsympathische Institutionen mal genau das machen, was sie sollen. Kann ich eigentlich viel öfter haben.

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4 Responses to Von Suzis Rückkehr und von Selbstverständlichkeiten

  1. asy. says:

    österreichisch-rumänische grenze?
    ist so irgendwie ein ziemlich weites feld, oder rechnest du noch in maßstäben von österreich-ungarn *g*
    (oh sorry, da ist mir ne korinthe runtergefallen *aufklaub* – aber für den emotionalen wert des dramas fänd ich ’s dann doch wissenswert, ob ’s nun die österreischich-ungarische oder die ungarisch-rumänische grenze war … frag mich aber nicht warum …)
    so oder so aber glückwunsch zum happy end

  2. madchiq says:

    Mein zutiefst empfundenes… Phew!

    • Korrupt says:

      Kurz eingeworfen, weil das natuerlich gar nicht hinhaut mit der Grenze: es wurde an der oesterreichischen Ostgrenze aufgefunden, ob Richtung Ungarn oder Slowenien, weiss ich nicht (irgendwo im Schriftverkehr wird der Uebergang vermerkt sein). Mir wurde eben mitgeteilt, auf dem Weg nach Rumaenien, vermutlich war das dann das angegebene Zielland. Aber in der Tat, etwas arg undeutlich bis unsinnig so…

  3. Pingback:Wo ist dein Motorrad gerade? | Ennos Testwelt

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