Ob doch die Christen an allem schuld sind?

Der Gedanke kommt mir grade, wenn ich das Rauchverbots-Trauerspiel in Bayern und die nochmal unnötigerweise aufflammende Debatte über dieselbe Scheiße in bundesweit aufflackern sehe. Vorneweg kurz die Position und dann die Herleitung.

– Verbote sind zum Kotzen und zu vermeiden, wenn sie nicht notwendig sind. Mit der bestehenden Regelung hat jeder Nichtraucher die Möglichkeit, sonstwo sein rauchfreies Bier zu genießen. Wenn er unbedingt dahinwill, wo auch die coolen Raucher abhängen, dann ist das sein Problem.
– Wegen mir auch gern weitere Übervorteilung Beteiligung der Raucher an den Krankheitskosten. Wenn nochmal zwei Euro KK-Soli pro Schachtel ans darbende Gesundheitssystem gehen, dann werd ich natürlich auch kotzen ob der Lobbys, denens in den Arsch geschoben wird und denen, die weiter drauflegen, aber um des lieben Friedens willen.
– Nichtraucherschutz gerne. Da, wo sie es sich eben nicht aussuchen können.
– Ergo ist die jetzige Verschärfung ein reines „Wir verbieten euch Kram, den wir nicht mögen, auch dort, wo es uns nicht stören würde. Weil wir es können.“

Und da kommt mir natürlich die Focault-Assoziation und die zur Beherrschung und Reglementierung der Sexualität durch die Kirche. Ich find die Parallelen bemerkenswert. Im einen Fall eine Institution, die sich ihrer Herrschaftsgewalt unter anderem dadurch permanent selber rückversichern will, wo sie per se nicht reglementierend eingreifen kann: in den Schlafzimmern.

Wenn ich wild onanierend über den Platz des Europäischen Versprechens renne, kann mich die weltliche Macht selbstredend an diesem Tun hindern. Wenn ich dasselbe im stillen Kämmerlein tue, hat da allenfalls noch die Kirche was dagegen. Weil sie eben eine totale Beherrschung meines Verhaltens verlangt, auch dann, wenn niemand guckt. Dasselbe gilt natürlich für die einvernehmliche Zwei- oder Mehrsamkeit an ebenderselben Stelle.

Im Prinzip kann es allen Nichtrauchern scheißegal sein, was ein paar arme Abhängige in dieser Bierbar dort machen, wo sie eh nie hingehen, weils dort stinkt. Aber nein, alleine das Vorhandensein dieses Ortes, an den ihr Regulierungszugriff nicht hinreicht, ist Provokation genug, um auch in die private Lebensgestaltung der Menschen einzugreifen, die selbstbestimmt das tun, was sie eben tun wollen. Dieser Wille zur Macht auch über die Orte und soziale Praxen, die nicht zu interessieren haben und nicht zu interessieren brauchen, die kenn ich sonst nur von der Allgemeingültigkeitsansprüchen der kirchlichen Dogmatismen, die ihre Macht und Allgemeingültigkeit eben damit belegen, bekräftigen und durchsetzen, indem sie sogar in privateste und intimste Lebensgestaltung eingreifen, sie regulieren und beschränken und nebenbei via Beichte noch voyeuristisch sichtbar machen wollen, natürlich nur für ihre institutionalisierten Repräsentanten. (Gedanke am Rande: Zölibat und Beichtabnahme, wunderts da nur mich nicht, dass da ein paar Leute gelegentlich dort ficken gehen, wo sies nicht dürfen? Hoho, eigentlich sollt ich mal nur aus Jux zu nem Priester gehen und en detail meine sexuellen Verfehlungen beichten.)

Deswegen wunderts mich irgendwie nicht, was da in Bayern passiert ist. Ich hoff mal, in anderen Bundesländern ist die Aufklärung ein wenig weiter fortgeschritten.

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