Michael Rudolf! Schluss! Aus! Sense!

Was du dir in der aktuellen taz erlaubst, führt nur deswegen nicht zu deiner Ausbürgerung, weil ich ein grosses Herz habe und meine Macht nur in besonderen Fällen ausspiele, und du bist kein besonderer, sondern ein höchst trivialer Schwabenbeschimpfer, da wurde ich im Büro schon besser gedisst, und das will was heissen, weil davadda da gelegentlich Qualitätsabgründe erreicht, wo es schon keine Schubladen mehr gibt.

Fassen wir mal zusammen. Du willst Schwaben verunglimpfen. Die Idee ist gut, doch dein Hirn noch nicht bereit. Zuerst solltest du das mit der Form und dem Inhalt lernen.

Wenn du unseren sprachlichen Ausdruck kritisieren willst, sag doch einfach, wenn ein Schwabe die Fresse aufmacht, kapiert nur noch ein Logopäde, was er meint, und wenn er dabei noch das unvermeidliche Laugenweckle frisst, kein Mensch mehr.

Bei dir hört sich das so an:

Verbal agitieren sie ihre affektive Suggestibilität über einen zischlautübersteuerten Diminutivwortschatz, dessen mobiltelefonisch destruierte Prinzipien die Modulation der Kuckucksuhr gurgelnd nachempfinden und in bitterer Vokalarmut baden. Das betrifft vor allem das A, das E und das I, aber auch das O und ganz besonders das U. Damit nicht genug: Vom Europäischen Kriegsverbrechertribunal unbehelligt, diffamieren sie Pasta als Spätzle und Ravioli als Maultaschen. Offensichtlich weil sich keiner an sie rantraut.

Sei mir nicht böse, aber das ist vollkommen scheiße. Dein Elaborat etymologisch angereicherter Sprachgewalt destruiert allenfalls Illusionen über deine Präferenz des extransjeristischen gegenüber dem blechernen Penisersatz, letzterer in Schwaben nebenbei gerne „Daimler“ geheißen.

Unserer „zerrissenen Wesenheit fehlt die uns Mitteleuropäern angeborene Balance aus Notwendigkeit und Freiheit“, behauptest du, um dir anschließend im selben Satz zu widersprechen: deine „Erwerbstätigkeit“ ist ein Denkmal des ignoranten Beharrens auf der „Notwendigkeit“, während bei unserem „schaffe“ das notwendige Tätigsein mit dem freiheitlichen Erzeugen Hand in Hand geht. Die von dir behauptete Reduzierung des „trinken zum ‚Viertele schlotze'“ demonstriert allenfalls deine Inkompetenz in Bezug auf schwäbisches Getränk, den Ethno hättest du mit ner kurzen Most-Exkursion demonstrieren können, selbst das verlangt ja niemand, dass außerhalb Schwabens in gewissen Bereichen schlichte Inkompetenz herrscht, ist halt so und das nehmen wir mit der uns eigenen Gelassenheit hin. Dass Schwaben im Unterschied zu Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlinern fähig und in der Lage sind, Bier zu brauen, solltest du aber wissen.

Pasta und Spätzle koexistieren bei uns wie auch sonstwo friedlich, wie es zwei Köstlichkeiten gebührt. Dass die Maultaschen Ravioli überflüssig machen, wird nur von Leuten bestritten, die nie echte schwäbische Maultaschen mit Zirkele statt Schnittlauch gegessen hat. Das muss man nicht getan haben, man kann gar dennoch Maultaschen dissen, weil Dissen ist was feines, aber man muss es gut machen. Du machst das nicht.

Die restlichen Ergüsse zum Anzugfabrikverkauf in Metzingen, der Namensgebung des Schwarzwalds oder Hodenatmung will ich gar nicht mehr kommentieren, das belegt einfach, da fiel wem nix mehr ein. Morgen diss ich die Berliner für ihren ÖPNV, Bochum wegen der Fußgängerzonen und die Bayern wegen den Hexenverbrennungen, das … ach, nein, ich lass es lieber, das wär ja scheisse und fast so schlecht wie deine Dissversuche.

Schwaben und Sex, klar, dass du bei diesem Thema derb selektiv wirst, oder doch nur ahnungslos? Paarungswut nach nem Viertel Trollinger? Hättest mal versucht, dich mit Einheimischen zu paaren, vermutlich hats nicht geklappt, weil du ein „Viertele Trollinger“ geschlotzt hast und anschließend auf Koitus hofftest. Tja. Kannten dann „Übermut und Paarungswut keine Grenzen mehr“? Dafür hörst du dich mehr als frustriert an. „Selbst vor immobilen und mobilen Sachwerten machen sie da nicht halt“, schreibst du, vor dir aber wohl schon, denn einen der legendären Geschlechtsverkehre, wie ich sie zahlreiche in Schwaben erleben und durchführen konnte, hattest du offenbar nicht. Mein Beileid.

„Versklavung der Badener und ungenierte Gebietsforderungen an Bayern sind nur der Anfang“, sagst du. Ein guter, würde ich hinzufügen. Welcher denkende Mensch würde ablehnen, dass Badenser versklavt und Bayern weniger wird?

Michael, lass dirs auf Hochdeutsch gesagt sein: das war Mist. Aber das ist nicht schlimm, wie sinds gewohnt, dass alle vom Musterländle lernen müssen. Zum Lernen gehört positives Feedback, und meinem Auftrag, die Welt zu einem besseren und klügeren Ort zu machen, komm ich mit folgendem Lob nach: dein Diss gegen Pur war gut und richtig, darüber hinaus steigerungsfähig. Hartmut Engler ist selbstverständlich einer der größeren Flecken auf unserer Weste, und wenn die Revolution kommt, wird er zweifellos an die Wand gestellt werden.

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10 Responses to Michael Rudolf! Schluss! Aus! Sense!

  1. madchiq says:

    Verdammt, waere es nicht ausgerechnet ein Loblied aufs Laendle, waer das Teil hier mal wieder richtig gut.
    So allerdings – auch wenn ich eine gewisse Befangenheit meines fuenfjaehrigen Exils hier nicht verschweigen moechte – muss ich Ratzi anfragen, ob diese Blasphemie nicht wenigstens einen mittleren Bannspruch oder so wert ist.

  2. sara says:

    …muss ich Ratzi anfragen, ob diese Blasphemie nicht wenigstens einen mittleren Bannspruch oder so wert ist.

    es ist davon auszugehen, dass korrupt sich darüber aufrichtig freuen würde, befürchte ich.

  3. Korrupt says:

    sara spricht wahr. Wenns damit nicht klappt, werd ich noch die Geschichte mit der Wollstosslegende erzählen müssen, ich schätze, spätestens dann bin ich für die christliche Moral nicht mehr tragbar.

  4. Ralf says:

    Hey, korrupt, was regst du dich auf?
    Du hast deinen schwäbischen Akzent doch auch schon aufgegeben…
    Schande, Schande, Schande.

  5. sara says:

    Du hast deinen schwäbischen Akzent doch auch schon aufgegeben…

    ähm…

    Korrupt
    ICQ
    20:20
    ssss….isch so hoiss
    20:20
    ssss…isch so bollahoiss

    Korrupt
    ICQ
    20:20
    i gang zom Eisschrank und hol mir a Cherrycoke

  6. Korrupt says:

    Das ist ein urheberrechtlich bedenkliches Zitat von VEB Kunstblume, für das dereinst Mario meinen mageren Arsch ficken wird, weil ich moralisch verkommen bin. Aber schlechten Leuten gehts ja immer gut.

  7. Pingback:Tales from the Mac Hell » Scheiße.

  8. hegelxx says:

    Michael Rudolf wird sich wohl hoffentlich nicht wegen deines dümmlichen „disses“aufgehängt haben, korrupter Schobaseckel!

    sagt dir ein Halb-Schwob (es gibt ja angeblich auch Halbjuden)

  9. guppy says:

    „Michael Rudolf wird sich wohl hoffentlich nicht wegen deines dümmlichen “disses”aufgehängt haben, korrupter Schobaseckel!“

    Hallo heglxx, DAS ist nicht mal ein bißchen lustig!!!!!

  10. willi w. says:

    Wenn man schon so merkwürdige ‚Lexika‘ wie ‚Shut up..‘ schreibt,muss man gewisse Zweifel an der PSyche dieses Mannes haben…

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