110, Hilfe, Polizei?

Nein, zu helfen ist euch leider nicht mehr. „Für die niederen, geistig anspruchslosen Tätigkeiten sind nach wie vor Bullen zuständig.“ schreibt die Titanic, und sie hat recht wie praktisch immer.

Bald ists ein Jahr her, dass zweistellige sowie rein numerische .de-Domains zugelassen wurden. Davor wie auch danach haben eine Menge Vollpfosten- und -pföstinnen aus Politik und diversen sicherheitsbezogenen Institutionen für einen „Notruf im Internet“ analog zur 110 beim Telefon plädiert. Das ist zwar bescheuert, weil mich niemand dran hindert, einfach die Maus mit dem Telefonhörer bzw. Handy zu tauschen und entsprechende Notrufe zu tätigen, wenn ich im Netz Angst hab. Aber dennoch war es nicht ähnlich verschnarcht wie vieles andere, dass ihr rechtzeitig bzw.überhaupt die 110.de registriert habt. Was ich seinerzeit auch lobend zu würdigen für angemessen hielt.

OK, nun bitte Lob und Würdigung wieder abwischen und schön nachpolieren, dass nix davon zurückbleibt. Weil auf der 110.de jetzt eine Weiterleitung einzurichten auf die polizei.de, die wiederum Bundes- und Landespolizei sowie BKA verlinkt und sonst zu nichts gut ist, was für die von dort erreichbaren Seiten ebenso gilt, denn selbst nach zweimal weiterklicken ist nirgends, *NIRGENDS* sowas wie ein „Notruf“ zu sehen oder irgendeine andere schnelle Kontaktmöglichkeit für jemanden, der sich wegen irgendwas im Netz grade die Hose vollkackt.
 Notruf 110 - die 110.de der deutschen Polizei
110.de, Stand: 4.8.10. Das ist alles. Ehrlich.

Das ist schlicht und ergreifend schreiend dumm. Mir kommt das natürlich entgegen, denn wenn der nächste Vollhonk mal wieder einen auf Notrufknopf macht, dann kann ich gegenfragen, wer den Scheiß eigentlich für notwendig erachtet, wenn nicht mal die Bulleritate selbst draufkam, unter 110.de sowas wie einen Internetnotruf einzurichten. Was das ganze Geseiere von mehr Schutz im Internet soll, wenn es nicht mal die mit dem Schutz Beauftragten für notwendig halten, unter der Notruf-DE-Domain 110 auch tatsächlich irgendeine Art von Notruf zu betreiben?

Btw. Google „Auf gut Glück“ nach 110 geht aktuell hierhin. Das zu schaffen mit der Domain, dafür muss man so dermaßen schlecht im Netz sein, das gibts gar nicht. Und euch soll man rufen, wenn was ist?

Tschuldigung, aber da hau ich mir doch lieber selbst in die Fresse.

This entry was posted in Uncategorized and tagged , , . Bookmark the permalink.

9 Responses to 110, Hilfe, Polizei?

  1. Oliver says:

    In der Tat ausgesprochen dämlich. ^^

    Immerhin bin ich nach ein paar Klicks hier gewesen: http://www.polizei-nrw.de/im/Im_Notfall/

    Eine solche Auflistung ist zwar auch nicht der Knüller, aber allemal besser als eine einfache Weiterleitung zur Polizeiseite. Besser wäre natürlich die Verlinkung einer Seite, wo man online Anzeige erstatten kann, wie hier: https://service.polizei.nrw.de/egovernment/service/service.html

    Doch im Notfall nutzt mir das auch nichts. Gut, im Internet selbst wird es kaum etwas geben, was so furchtbar dringend ist, außer sowas wie „der Karl hat auf StudiVz meine Mutter gedisst, buhä“. Ok, doch, es gibt ja schließlich auch Aufrufe zu Straftaten, Kinderpornographie und jede Menge Betrüger.

    Trotzdem fände ich eine Notrufseite gut. Denn es könnte ja auch mal sein, dass man aus irgendwelchen Gründen zwar Internet, aber eben kein Telefon hat. Aber wenn schon eine Notrufseite, dann muss da auch rund um die Uhr einer sitzen und Notruf-Mails bearbeiten. Nicht, dass die Mails ungelesen irgendwo verschwinden wie die Online-Bewerbungen bei meinem Ex-Arbeitgeber. lol

  2. Korrupt says:

    Hihi, da stoss ich grade noch darauf. Money Quote gleich der erste Absatz:
    „Um die Internet-Kriminalität in den Griff zu bekommen und die Sicherheit für die Nutzer zu erhöhen schlagen wir ein Notrufsystem im Internet, eine 110 im Netz, vor”, sagte Klaus Jansen, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Kriminalbeamter unserer Redaktion.
    Dazu noch Bosbach-Gefasel vom rechtsfreien Raum, und das Datum: April 2010.

  3. Wundert es Dich denn? Du glaubst doch nicht, dass die mit ihrem „Notruf im Internet“ tatsächlich nur eine schnelle Online-Kontaktmöglichkeit meinen? Nein, das muss dann doch bitte ein Programm sein, dass man sich installiert, mit Admin-/root-Rechten läuft. Und dann gibt es da noch einen schönen Button in einer Bildschirmecke, auf dem steht „Notruf“ und wenn man da klickt werden alle Daten des Rechners an’s BKA übertragen – natürlich nur zur Beweissicherung. So in der Art muss das laufen… und die Software kann bei der Gelegenheit auch gleich mal böse Software vom Rechner entfernen, wie PGP/GnuPG, TrueCrypt, Tor und andere Tools mit denen Internetkriminelle so hantieren. So muss man das machen.

  4. Korrupt says:

    Ach, und ich dachte, idiotensicher sei vielleicht einfach eine bebilderte Anleitung, wie man die Seite als Droplet in die Browserbvar wirft?

    Am Rande: Die Privaten sind weiter. Peinlich. .us löst nicht auf.

  5. madchiq says:

    Brauchts die Erinnerung von wegen politischen Groessenwahn-Gefasel und Arbeit an und mit der Basis, an der immer weiter gekuerzt – bzw. in aeh andere Ecken investiert – wird?

  6. Worce says:

    Was habt ihr denn, mit wenigen Klicks ist man in der Internet-Wache.

    https://www.polizei-nrw.de/internetwache/Start/

  7. mike says:

    Worce, super, würde mich nicht wundern, wenn die vor dem Absenden des Formulars prüfen ob die eingegebenen Daten „stimmen“.
    Am besten noch Mailadresse auf Gültigkeit prüfen, wie man sowas gern macht; if is not gmx|yahoo|hotmail|etc echo wrong email.
    Kann das grad nicht prüfen es klingelt grad…

  8. schwachmat says:

    Das ist ja saugeil. Aber vielleicht denkt die Polzei nicht wirklich das sich jemand vor Angstins Hemds macht, und für alles andere gibts noch immer den Jugendschmutz!

  9. Pingback:Internet-Notruf: 110.de, Blast from the Past | Tales from the Mac Hell

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.