Datenschutz, Marx vs. Luhmann

So, nach längerer Pause mal wieder eine dieser halbgaren essayistischen Skizzen, wenn mir was im Kopf rumgeht und ich denke, soll jemand anders die Magisterarbeit drüber schreiben. Ich verfolge ein wenig distanziert die Datenschutzdiskurse um Postprivacy, Spackeria und „Er hat #aigner gesagt!!1eins“ und kann mir bislang noch nicht so recht ein Bild machen, dann schmiss Champanda einen Link und mir fiel auf, das ist eigentlich ein Gegensatz, den man mal aufmachen müsste – aktuelle Datenschutzdebatte aus marxscher und luhmannscher Sicht mal aufeinander loslassen. Ich fang mal mit einem (Obacht, etwas vulgärinterpretierten) Marx an.

Datenschutz vs. Kapitalisierung

Das ist an sich erstmal recht einfach. Der Expansionsdrang des Kapitals umfasst inzwischen auch den Bereich persönlicher Daten, die in den Social Media-Zeiten mehr denn je zum handelbaren (und teilweise erstaunlich günstig zu habenden) Gut geworden sind. Daten sind per se kapitalisierbar, den Begriff der Aufmerksamkeitsökonomie mag ich hier noch dahingehend werfen, dass die Daten meist „nur“ noch Mittel zum Zweck der anschließend kapitalisierten Aufmerksamkeit sind – mit entsprechenden Informationen ausgestattet, ist ein erfolgreicheres Erreichen der Adressaten möglich usw.

Marxistisch kritisiert, ist das ein Zustand, der von zwei Sachverhalten geprägt ist:
1. Die Ökonomisierung durchzieht immer mehr und immer weiterreichende Bereiche unseres (Privat)Lebens und beutet dabei immer sensiblere Informationen aus. Aus Sicht des Kapitals macht das aus wettbewerbstechnischen Gründen Sinn bzw. ist das ein unausweichlicher Prozess, an dem man teilnimmt oder über den man von den weniger skrupelbehafteten Wettbewerbern verdrängt wird. Eine Regulierung von außen funktioniert höchst bedingt, weil
2. die Individuen an der Kapitalisierung dieser Lebensbereiche selber höchst engagiert beteiligt bzw. zum Akteur derselben (gemacht) wird. „Gemacht“ in Klammern, weil das natürlich ein zweischneidiges Ding ist, mit dem auch eigene Vorteile durchaus (und zurecht) verbunden werden.
Punkt zwei ist vielleicht am besten beschrieben mit der Mär der Aufhebung der Spaltung zwischen Kapital- und Arbeiterinteressen dahingehend, dass schließlich alle irgendwie ihre Kohle auf der hohen Kante und Interesse an hohen (durch Arbeit erwirtschafteten) Kapitalerträgen haben. Ebenso versprechen sich natürlich alle eben auch durchaus ökonomisch verwertbaren Nutzen ihrer Vernetzung und Selbstveröffentlichung. Die Preise der Daten und Informationen sind (meist) entsprechend niedrig.

Ums an zwei gern genommenen Beispielen durchzuspielen: nehmen wir meine aktuelle Krankenversicherung und der bevorzugte Bierkonsum. Erstere ist kommerziell hoch interessante Informationen, letzteres gern angeführtes Beispiel in Sachen „braucht man nicht verbergen, aber trotzdem geht manches die anderen schlicht nen Scheißdreck an“ – sie sind privat sensibel, was für die Information über meine Krankenkasse nicht im gleichen Maß gilt.

Die Krankenkasse ist einfach: die ist eine hervorragend kapitalisierbare Information, und wer dran zweifelt, muss ja nur in seinen Spamordner gucken. Dementsprechend werden (bzw. sind) die Informationen über selbige ebenfalls kapitalisierbare Information, ihre Preisgabe eine Aufforderung an den Markt, bessere Angebote abzugeben.

Was die „privateren“ Sachen angeht: Als Soziologen wissen wir ja, dass ein Bier nicht nur ein Bier, sondern eben auch ein Distinktionsmerkmal und als solches kulturelles Kapital wird, und die öffentliche Kommunizierung dieser Distinktionsmerkmale wird nun eben auch kapitalisiert. Notwendig wird diese öffentliche Distinktion in der modernen Massengesellschaft, um eben weiter Zugriff auf das knappe Gut der Aufmerksamkeit zu haben, bei dem man als Individuum eben inzwischen auch in einem Wettbewerbsverhältnis zu allen anderen steht. Denkt euch hier bitte Weber, Bourdieu und Houellebecq dazu. Die Inszenierung der Distinktion ist via Social Media eben auch ein Marktagieren bzw. wird als solches wahrgenommen.

In beiden Fällen schafft die Marktsituation von ökonomischen und kulturellen Kapitalinteressen geprägte Anreize, entsprechende Daten preiszugeben, das Unterlassen führt zu nicht wahrgenommenen Marktvorteilen sowie dem Verzicht auf gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten.

Systemtheoretische Sicht der Dinge

Das Internet wird wenig bestreitbar Teil des Systems der Massenmedien sein, die als typischen Prozess Neues in Bekanntes transformieren. Nebenan dachte ich spontan, dass die Social Media-Aspekte und insbesondere die Verwertung privater/persönlicher Daten eine separate Kiste sind, die Dinge sind aber nicht ohne Not zu vermehren und weiterhin ist die Logik hinter der Verwertung persönlicher Daten ähnlich jener der „Neuigkeit“ – spannend sind neue persönliche Informationen, Zweck des Systems ist eine Selbstbeschreibung der Gesellschaft, eine Doppelung der sozialen Realität, die als bekannt vorausgesetzt werden kann (ausführlicher schrieb ich hier drüber). Diese Doppelung findet nicht nur mehr in Bezug auf die Prozesse in den „öffentlichen“ gesellschaftlichen Subsystemen statt, die traditionellerweise massenmedial dargestellt werden, sondern auch in Bezug auf die persönlichen und privaten Prozesse und Sachverhalte, die in Social Media „traditionellerweise“ Gegenstand der, hihi, Selbstbeschreibung der Akteure bzw. der Gesellschaft sind.

Oder, ums auf den Punkt zu bringen: Social Media vervollständigen das System der Massenmedien nach luhmannscher Sicht erst, weil sie bislang ignorierte Bereiche der gesellschaftlichen Selbstbeschreibung auch zum Gegenstand massenmedialer Öffentlichkeit machen.

Der Witz an der luhmannschen Interpretation von Social Media und insbesondere deren Datenschutzaspekten als Teil des Systems der Massenmedien, die eben ihrer systemischen Funktion der Selbstbeschreibung nachkommen und Neues in Bekanntes transformieren, ist die Systemlogik, die (einmal mehr) quer zu jenen anderer Systeme steht, operativ geschlossen ist und externe Kommunikationen anderer Systeme allenfalls als Rauschen interpretiert. Die luhmannsche Metapher findet ein schönes Bild in den verpixelten Street View-Häusern, in denen die Störung durch das (politische) System der Theorie nach als Rauschen und in der Praxis eben als verrauschte/verpixelte Straßenansichten ihre Entsprechung findet: der Einspruch/der Widerstand im anderen System resultiert in einer Störung des Zielsystems, welche eben nicht mehr als sinnvolle Systemkommunikation (die Transformierung neuer Information, in dem Fall die über eine Straßenansicht, in bekannte Information), sondern vollkommen konkret als Rauschen, das simple und offensichtliche Fehlen dieser Information wahrnehmbar wird.

Was heißt das konkret? Mit Social Media wird der traditionelle Aktionsbereich des Systems der Massenmedien vervollständigt, die Selbstbeschreibung der Gesellschaft komplett, der Systemprozess der Transformierung von Neuem in Bekanntes universal und strukturell an alle Teilsysteme der Gesellschaft ankoppelbar. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass dieser Aspekt gar als eine Art emanzipatorischer Prozess gesehen werden kann, der Beteiligungen und Koppelungen ermöglicht, wo diese bisher durch Systembeschränkungen der Massenmedien nicht oder nur höchst eingeschränkt vorhanden waren. Heute kann jeder seinen Teil zur öffentlichen Selbstbeschreibung der Gesellschaft* beitragen und damit bislang unbekannte (und private!) Daten in Bekanntes transformieren.

Und der Datenschutz? Man hats vielleicht aus dem bisher gesagten schon rausgelesen: der ist ein Aspekt, der mit der grundlegenden Systemlogik überhaupt nichts zu tun hat. Seine Einforderung wird nicht oder als Störung wahrgenommen, die per se nicht im System anschlussfähig ist. Das heißt nicht, dass er unmöglich wird – es heißt nur eben, dass seine Umsetzung zur Nichtwahrnehmung im so „vervollkommneten“ massenmedialen System führt. Wo Daten geschützt werden, finden sie in den Massenmedien eben nicht statt.

Wozu ist das nun gut?

Ich neige zu einem gewissen Pessimismus, die hier gesagten Sachen sind recht unstrukturiert ins Blog gedacht, insofern mit Vorsicht genießen – mich persönlich verblüfft, wie zwei doch eher gegensätzlich ausgeprägte Theoriegebäude in Bezug auf das Verhältnis Datenschutz und Social Media beide zu dem Ergebnis kommen, dass die Systemlogik den Datenschutzinteressen widerspricht, entsprechende Steuerungsversuche als Störungen wahrgenommen werden und den Interessen aller Akteure widerspricht. „Akteure“ betone ich, weil eben das Wahrnehmen der Datenschutzinteressen mit dem Nichtagieren einhergeht, das auf verschiedene Weise zum Nachteil gereichen kann einerseits und eben logischerweise in der systeminternen Nichtwahrnehmbarkeit andererseits resultiert.

Bei mir hinterlässt das grade eine gewisse Ratlosigkeit.

* neuer Lieblicngsvertipper: Selbstbeschreiung der Gesellschaft, fixed

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6 Responses to Datenschutz, Marx vs. Luhmann

  1. madchiq says:

    Pessimismus. Und das nach unserer pr0n-Diskussion? Uiih.

    Mir fehlt in Bezug auf Ratlosigkeit noch ein wenig die Fragestellung. Letztlich scheinst Du aber etwas „Gutes“ zu erwarten.

    Ich behaupte hier einfach mal, dass uns die technischen Moeglichkeiten meilenweit voraus sind und sich die damit verbundenen sozialen Entwicklungen noch nicht einmal ansatzweise ueberblicken, geschweige denn „kontrollieren“ oder wegen mir auch „schuetzen“ lassen. Hier laesst sich Pionier_-Arbeit leisten – und wird geleistet. Es ist sicher nicht verkehrt, das mal mit Luhmarx anzublicken. Mir fehlt hier aber ganz enorm die macht-kritische Haltung, gerade wenn sich Individualisierung, Diversity und Co. auf einem komplexeren Level angeschaut wird. Weiterhin kann ich mir eines ganz komischen Bauchgefuehls nicht erwehren, dass Social Media den Gesellschaftsbegriff noch einmal „neu“ definieren koennte, womit altbekannte Brillen u. U. auch durchaus in nicht mehr ganz so aktuelle Richtungen blicken.

    Ach – und: Magister ist mal sowas von out.

  2. Korrupt says:

    Guggs, madchiq,

    das überrascht mich jetzt, dass dich das überrascht :) Die Problematik ist eine ganz andere wie die bei der Pr0ndiskussion, ich frage mich grade, ob man den Aspekt „Individualisierung der Wahrnehmung“ hier nehmen kann, um die Unterscheidung zu machen, bei der Pr0ndiskussion halte ich das für eine Geschichte, die sozial wie technisch handhabbar ist, in diesem Fall hier nicht so richtig. Du kommentierst grade auch aus einer an sich erfreulich „praktischen“ Perspektive heraus, die hatte ich mir nun bewusst verkniffen einerseits und sehe ich die Ableitbarkeit aus der theoretischen Betrachtung heraus andererseits.
    Genauer: ich sehe die „globale“ Perspektive auf das Problem dahingehend nicht, dass man hier allgemeingültige Ableitungen oder gar Handlungsperspektiven aufmachen könnte. Noch mehr, ich fürchte, eine Wahrnehmung dieser Ableitungen im Zielsystem ist (etwas überspitzt) weder gewünscht noch möglich, sie wird immer nur als Störung wahrgenommen.
    Das ist grade auch keine Theorieweisheit, die ich nun hier ex cathedra absondere, sondern eben wie gesagt ein Versuch, das Ganze mal zu fassen zu kriegen und den ich nun bewusst stark vertrete/interpretiere, damit man sich dran abarbeiten kann. Ich hätte gar nichts dagegen, wenn man mir eine Widerlegung aufs Tablett wirft, die könnte nämlich tatsächlich handlungsleitend sein.

    Ach, ne BA-Arbeit zum Thema würd ich durchaus auch gern gegenlesen. Das wär vielleicht weniger anspruchsvoll, aber themenangemessen postmodern.

  3. madchiq says:

    Deswegen schluck ich bei diesen Essays immer erst einmal. Eine Landkarte (nur) zu sehen oder wegen mir auch zu zeichnen ist nich meins. Und ich befuerchte auch, dass dies in der ach so plebiszitaeren X.0-Welt eine – vorsichtig formuliert – andere Qualitaet bekommt. (Und jetzt bin ich pessimistisch.) Bin gespannt, ob Dir Deine Widerlegung oder wegen mir auch Abarbeitung irgendwer (hier) liefert. :)

  4. Korrupt says:

    Nu ja, das ist ja aber der Zweck der Theorie, und die ist im konkreten Fall schon ein wenig vernachlässigt worden. Insofern nimmt so eine Landkarte vielleicht auch ein wenig das Gift aus der Debatte, weil aktuell ist es ja so, dass alle beteiligten Parteien (nun ja, die angeführten wie eben, ich nenn sie mal „altgediente Datenschutzaktivisten“, Spackeria, Aigners und Konsorten) entweder aneinander vorbeireden oder sich permanent wundern, warum die anderen irgendwie immer von was anderem zu reden scheinen.

    Mal zu wissen, warum das so sein *könnte*, wie es zu diesen grundverschiedenen Auffassungen der Situation oder der notwendigen Maßnahmen und Handlungspraxen kommt, das ist da schon hilfreich, und (ums sarkastisch zu formulieren) grade Luhmann ist immer recht tauglich, wenns drum geht zu verstehen, warum etwas *nicht* funktioniert. Ich würde soweit gehen zu sagen, wenn man die Theorielage nicht verstanden bzw. sich eben kein Bild gezeichnet hat, dann ist jede Aktion weitgehend sinnlos, weil höchstens zufällig ziehlführend.

    Am Rande bemerkt: ich finds erstaunlich bzw. erfreulich, wenn zum Beispiel @fasel auf Twitter den Text hier durchaus als ein Post-Privacy-Statement verstanden hat. Das ist er nun definitiv nicht, aber offenbar ist er in der Modellierung der gesellschaftlichen Prozesse auch für Post-Privacy-Vertreter anschlussfähig. Sowas seh ich als Fortschritt. Auch wenn mich Formulierungen wie „invasiver Datenschutz“ etwas erschrecken beim Lesen :)

  5. „Freiräume der informationellen Selbstbestimmung werden zunehmend wirtschaftlich werthaltig“ hatte ich im alten Jahrtausend mal völlig plagiatfrei formuliert, aber auf Marx bezogen, bekommt man für derartige Erkenntnisse offensichtlich mehr Aufmerksamkeit.

    Und nachdem ich Samstag http://www.burmavjmovie.com als positives Beispiel für einen tatsächlich emanzipatorischen Effekt von Social Media gesehen habe, würde ich diesen Effekt allerdings nicht verallgemeinern wollen. Viele Detailbeschreibungen dieser Gesellschaft sind dann doch eher Realitätsverdrängungen und emanzipieren sich gerade nicht vom Mitschwimmen im Strom. Aber egal, so etwas läßt sich Luhmännisch codiert durchaus beschreiben.

    Würde mich allerdings auch ratlos machen, wenn ich ein Ergebnis erwartete, von einem etwas gequälten Versuch, diese beiden Beobachtungen verschiedener Aspekte desselben Phänomens gegeneinander auszuspielen.

    Außerdem wundert es mich, wenn Du es schon zu Luhmann geschafft hast, daß Du Dich auf dieses vulgäre Datenschutz-Kampfklischee reduzierst, gegen das auch die Spackeria so gern anstinkt. Technisch-methodischer Datenschutz dient doch nur der Sicherstellung von Informationeller Selbstbestimmung und fängt bei solchen Banalitäten an, daß Serverräume mit sensiblen Daten auch entsprechend gesichert werden und nicht einfach beim Pförtner rumstehen.

    Die interessante Frage lautet doch vielmehr, wie verteidigt das Individuum in Zukunft noch die Herrschaft über seine Selbstdarstellung, nachdem dieser Staat die Informationelle Selbstbestimmung seit jeher eher auf Datenschutz zur feudalen Abschottung von Herrschaftswissen zu reduzieren versucht hat und nun auch Privatunternehmen massiv Persönlichkeitsprofile anlegen und handeln, die jede Freiheit zur Selbstdarstellung letztlich zu erdrücken drohen?

    • Korrupt says:

      Och, aufmerksamkeitsgeiles Kalkül steckt da keins hinter dem Marx, er ist eben naheliegendes Theoriegerüst, wenn man soziale Sachverhalte aus einer ökonomischen/ökonomisierten Perspektive anguckenb will. Tatsächlich wär man mit Weber und der Begrifflichkeit kulturellen Kapitals ja auch weitergekommen, mir gehts an sich nur um die Einordnung des Begriffs als ökonomisierte Kategorie.
      Die beiden theoretischen Perspektiven wollte ich weiterhin an sich nicht gross „gegeneinander ausspielen“, dass sie sich nicht vertragen, liegt in der Natur der Sache und mein Knackpunkt bei der Heranziehung beider Ansätze ist ja, dass sie trotz unterschiedlichster Perspektiven zu relativ ähnlichen Ergebnissen kommen, was die „Bearbeitbarkeit“ des Ganzen angeht. Ich bin da ganz gräßlich praktisch durchseucht, es geht mir eigentlich immer um die Theorie als eine Anleitung oder gar einen Teil der sozialen Praxis. Wenn das irgendwie gar nicht funktionieren will, dann will ich eben wissen, warum, und die Art und Weise, wie durchaus *entgegengesetzte* Theorieansätze auf ihre spezifische Art scheitern, ist das manchmal hilfreich.

      Zu guter Letzt: das „vulgäre Klischee“ scheint mir ja der eigentliche Knackpunkt zu sein. Ich denke, auch bei der Spackeria ist niemand so blöd zu sagen, dass die Visa-Daten gefälligst alle qua Transparenz auf dem Torrent zu liegen haben und alle RZs der westlichen Welt Tage der offenen Tür mit all-you-can-mirror-Access und BringsNASmit-Aktion ausrichten. Deine abschließende Frage stellt sich mir ja auch (grade die, nicht die nach den abgeschlossenen Serverschränken). Und ich würde deinen letzten Satz als durchaus etwas voreilig pessimistisch sehen, weil das muss sich erst mal rausstellen – denn Selbstdarstellung ist ja nicht nur die „ich hab die arbeitsmarkttechnisch schlecht kommunizierbare $erbkrankheit“-Datenleckage, und ein Statement wie „Die BILD ist ein Arschloch“ ist ja nicht deswegen schon selbstdarstellerisch unterdrückt, weil man nach getanem Satz keinen Job mehr bei Axel Springer kriegt.

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