Soli für Bahn-Spass…

…weil das wird ja zumindest teilweise aus dem armen Osten gebloggt, und da gehen bekanntlich meine Steuergelder hin, die dann Wowereit auf rauschenden Parties verfeiert, während er betont, dass es vollkommen ok ist, dass ein armes Schwein wie ich dafür mitzahlen muss, dass in Berlin mehr und besser gefickt werden kann als im Rest der Republik. Das schreibe ich jetzt nur, weil ich ein Freund der Abschweiferei und des Advocatus-Diaboli- Stammtischdeppen-Spielens bin, in Wirklichkeit denke ich über diese Sache anders, aber sie liefert mir einen Grund, auf die 5 für Dobschat hinnzuweisen. Carsten fehlt die Zeit zum Bloggen, und dadrum ists schade. Die Idee: jeder spendet 5 Minuten, damit der Bub wieder mehr schreiben kann. Ich werd dafür morgen einmal weniger als sonst auf den Schlummerknopf meines Weckers drücken und hoffe doch, dass sich viele weitere, wackere Mitstreiter dem anschließen.

Wenn ich schon dabei bin, mit dem Osten im Allgemeinen und Berlin im besonderen solidarisch zu sein, muss ich eh mal ganz allgemein bahn-spass.de empfehlen. Als innerlich zerrissener und widersprüchlicher Charakter, wie vielschichtige, attraktive und intellektuelle Menschen wie ich eben neigen zu sein, mache ich das natürlich mit einer ganz und gar positiven Beschreibung einer Bahnreise dieses Wochenende, was dem Charakter von bahn-spass nun vollkommen widerspricht. Denn die Reise war durchgehend erfreulich, begann in Bochum am Freitag, führte mich mit Verspätung „wegen Personenschaden“ gen Köln, wo ich anschließend wegen fast halbstündiger Verspätung meines Zugs meinen Anschluss nach Mannheim nicht mehr bekam, aber stattdessen einen ebenfalls verspäteten ICE gleich direkt nach Stuttgart, weshalb ich praktisch pünktlich und wie geplant dort ankam. Grund der Verspätung meines Alternativanschlusszugs vermochte ich nicht zu eruieren, was mich der Grübelei darüber enthebt, ob ich meine pünktliche Anreise auch am Ende dem Freitod eines bedauernswerten Mitmenschen verdanke und ob das nun im Nachhinein seinem Tod einen Sinn gegeben hat.

Die Rückfahrt heute verlief pünktlich und ereignisarm. Beiden Fahrten verdanke ich desweiteren weitere Inspirationen zur Entwicklungshilfe Ost, denn ich weiss eine Adresse, an die sich nächstens „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers aufmachen wird. Bei einer weiteren, die mir zwar als postzustellfähigkeitsbetreffend unsicher beschrieben wurde, wird „Der Elefant verschwindet“ von Haruki Murakami landen. Zwei vollkommen unterschiedliche Bücher, die ich indessen ungerührt direkt nacheinander btw. bisweilen gar im Wechsel las und bei beiden eine jeweils ganz eigene Begeisterung empfand.

Neal Stephenson, „Quicksilver“ begleitete mich die letzten Stationen der Rückfahrt, das erinnnert mich vom Stil her schwer ans Cryptonomicon, liest sich gelegentlich ähnlich sperrig, aber sehr vielversprechend. Wenngleich ich sagen muss, bislang ist Snow Crash nach wie vor mein Fave von ihm.

Das mit Nava kommt noch, sara. Versprochen.

Kategorie: fundstücke, ich gegen die wirklichkeit. permalink.

15 Responses to Soli für Bahn-Spass…

  1. sara says:

    oke. ich habe fest damit gerechnet, dass ich irgendwann die quittung für ersoffene bücher, bösartige bemerkungen über mopped-saison-enden, vehementes verbreiten von du-bist-ein-terrorist-und-ein-schlechter-mensch-und-ein-verbrecher-meldungen und all diesen kram kriege. ich war drauf vorbereitet!

    aber dass du ausgerechnet mit dem „osten“ anrückst und in diese berlin-wunde stichst, obwohl du genau weisst, dass ich berlin hasse, damit habe ich nicht gerechnet.

    ich werd dir Sting-CDs zu weihnachten schenken. haste jetzt davon :))

  2. Korrupt says:

    Das ist die haesslichste Reaktion auf ein angekuendigtes Buchgeschenk und ein Rezenzionsversprechen, die ich seit langem gelesen habe. DIese ekelhaften Berliner Umgangsformen scheinen ganz schlechten Einfluss auf dich zu haben :)

  3. Falk says:

    ich werd dir Sting-CDs zu weihnachten schenken

    Warum nicht die U2-DVD?

  4. sara says:

    die kriegt er schon von davadda! :)

  5. Falk says:

    Wusst ich ja nicht, mir sacht ja keener was :P

  6. sara says:

    was kriegt er denn hybsches von dir, falk? tipp: xavier naidoo steht noch auf seiner wunschliste.

  7. Falk says:

    Ich übergehe solche Feste immer geflissentlich. Gibt auch nüx zum Geburtstag und haben möcht ich auch nichts ;)

  8. davadda says:

    Musste das mit der U2-DVD jetzt unbedingt verraten werden? Das sollte eine Überraschung werden. Ich brenne gerade Konzertmitschnitte der letzten 20 Jahre…

  9. Korrupt says:

    Schaeme dich, illegaler Mordkopierer. Privatkopien darf man nur für *Freunde* und *Verwandte* anfertigen.

  10. davadda says:

    Ber Korruptileinchen. Du bist doch mein Freund…*zwinker*

  11. sara says:

    oh. oke, sorry. dachte, du meinst „Bär“ und fand die bezeichnung für korrupt doch zumindestens… naja.. seltsam. :)

  12. tw_24 says:

    Wenn ich schon dabei bin, mit dem Osten im Allgemeinen und Berlin im besonderen solidarisch zu sein

    Du wirst Gelegenheit bekommen, noch solidarischer zu sein mit dem bahnmäßigen Aufschwung in der Zone ;-):

    „Im Urheberrechtsstreit um die Architektur des Berliner Hauptbahnhofs hat die Deutsche Bahn eine Niederlage erlitten. Nach dem Urteil des Berliner Landgerichts muss die Bahn die eigenmächtig eingebaute Flachdecke im Untergeschoss zurückbauen und die Gewölbekonstruktion des Architekten Meinhard von Gerkan einziehen. Gerkan sagte der SZ, er bestehe auf einem Umbaugemäß seinen Vorstellungen. Die Bahn kündigte Revision an.“
    (Süddeutsche Zeitung 29.11.2006, S. 1)

    Urheberrecht ist doch eine schöne Erfindung …

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