Anmerkung zu Kaudergate

Dass der Mann ein freidrehender Vollidiot ist, muss man ja nicht extra betonen bzw. erörtern. Was mich aktuell aber eher stört, ist einmal mehr die „Qualitätsjournaille“. Dass wer wie Kauder was von Datenautobahnen faseln darf, geschenkt. Dass die Süddeutsche dem Dummfug zwei Drittel Artikel einräumt und im letzten Absatz folgenden peinlichen Versuch der „Einordnung des Vorfalls ins große Bild“ versucht:

Internet-Bürgerrechtler halten Sanktionen dieser Art für zu hart und bemängeln, dass die IP-Adresse und der Benutzer eines Computers nicht immer fehlerfrei festzustellen seien.

…das ist einfach nur schwachsinnig. Es geht nicht um die nichteindeutige Feststellbarkeit, es geht drum, dass der ganze Vorschlag schwachsinnig ist. Wie man in Zeiten der verkabelten Wohnung, der WLans, der UMTS-Sticks und der Smartphones einen Netzzugang „sperren“ will, wem man ihn sperrt, was für Kollateralschäden entstehen und ob auch nur ansatzweise eine Relation zwischen Anlass und Sanktion besteht, *das* ist der Punkt, an dem Kauder (und die Süddeutsche) ihre vollkommene Unbelecktheit in Sachen Netz einmal mehr beeindruckend belegen.

Wer ein Buch klaut, kriegt die Lesebrille weggenommen – das war schon als CDU-trotteltaugliche Analogie im Gespräch, man kann den Faden weiterspinnen und bei Kauders Führerscheinbeispiel bleiben, bei dem dann allen Angehörigen eines Rotsünders drei Monate Führerschein, Bus-Monatskarte und die Berechtigung, ein Taxi zu nutzen, entzogen werden müsste. Vielleicht kapierens jetzt ein paar Daimlerlobbyisten und könnens ihrem Parteigenossen verklickern, allein, mir fehlt der Glaube.

Mir ist btw. vollkommen klar, dass es albern ist, sich über solchen Schwachsinn aufzuregen, wo grade irgendwie alles zusammen an die Wand gefahren wird. Hier ist verbales Dissen immerhin noch dem Vorwurf und dem Problem angemessen, woanders fällt mir einfach nichts gesellschaftlich akzeptiertes mehr ein, das den Dingen als solche gerecht wird.

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