Istanbul, kurz vorweg…

…da komm ich grade her von. Mal wieder, und wenns nicht albern ist, glücklich übers glücklichsein zu sein, ich bins grade. Ich hatte ein wenig Muffe, weil an Istanbul bei mir doch ein Haufen emotionales Schwergewicht hängt und ich mich noch vor nem Jahr nicht hingetraut hätte deswegen. Und jetzt waren wir ein paar Tage dort und es war klasse, und ich bin mir sicher, ich war nicht das letzte mal da. Und ich würd nach wie vor gern da mal ein, zwei Jahre leben, fiel mir auf. Ich kann an sich schlecht mit Großstädten, aber Istanbul ist… ich weiss nicht, eine Stadt, die braucht gar nichts zum gucken, das ist einfach nur für sich sowas von far out, man muss es gesehen haben.

Ich versuchs der Tage, da mal ein wenig inhaltliches zu erzählen, und wenn ich das verdammte USB-Kabel hab, gibts auch nen separaten Katzenbilderblogeintrag. Cat content regelt. Was mich aber heut abend noch beschäftigt, die Sache mit dem Haschischbestellen. Ich hab nicht wirklich viel Türkisch gelernt, ein wenig übers Hallosagen hinaus und die Grundzüge der Grammatik und das meiste wieder vergessen. Am letzten Tag konnt ich wieder flüssig bis zehn zählen.

Aber ich meine mich zu erinnern, dass es durchaus korrekt sein müsste, eine Nargile mit Doppelapfel-Tabak mit „bir tane nargile ve iki elmalar tütün“ zu bestellen. Das funktionierte irgendwie nicht. „nargile ve elma tütün“ auch nicht, bzw., das gab ein, zwei Lacher, und mir wurde zweierlei erklärt: wenn man den Tabak, „tütün“, im Nargilekontext extra erwähnt, dann ist Haschisch gemeint. Das war mir völlig neu.

Ebenso bin ich mir vollkommen sicher, dass man den Doppelapfel anno 04 mit „iki elmalar“ bestellen konnte, aber der scheint irgendwie anders zu heißen inzwischen, da wurden immer zwei Nargile statt zwei Äpfel verstanden. Es ist eine verkehrte Welt, und ich prangere es an. Die letzten paar Tage mag ich aber trotz allem ausnehmen, weil die waren ganz großartig. Die kommenden Tage werden wohl ein wenig anstrengender werden, ist ja immer so ne Sache, wenn man ein paar Tage weg ist, läuft ja die Mailbox erst mal über. Und außerdem werd ich mir anhören müssen, dass ich mit der Haschischbestellerei alle in Teufels Küche hätte bringen können und die Stadt und der Reiseplan ja einigermaßen, aber das Wetter eher schlecht und ich schuld dran war.

Wobei ichs grade doch noch loswerden muss: Istanbul ändert sich ja dauernd. Drei Jahre ists her, dass ich das letzte mal dort war, und wenn man mich nach den sichtbarsten Veränderungen fragt: zum einen gibts kaum bis keine Mordkopien mehr auf der Strasse. Wir waren auch in Asien, da gabs vor drei Jahren noch die einschlägigen Videotheken, aber da waren wir da jetzt nur mal zum Abendessen, das kann ich nicht einschätzen, aber ansonsten… nicht mehr wirklich dasselbe. Und zweitens, was mich wirklich verblüffte: kaum Militär, sehr wenig Polizei. 04 konnte man die Istiklal runterlaufen und alle 200 Meter Minimum kam einem eine Drei-Personenstreife entgegen, mit mindestens einer MP und ansonsten halt Knarre und schweres Prügelgerät. Die erste MP diesmal sah ich heute, am Flughafen. Ich nehms als ein gutes Zeichen. Weniger Polizeipräsenz heißt auch immer sehr legere Interpretationen gesetzlicher Richtlinien wie beispielsweise der Straßenverkehrsordnung. Und das ist ja auch eine der charmanten Seiten von Istanbul. Wenngleich mir das Dolmusfahren fehlte – ich kenn die Startpunkte nicht mehr, auch wenn wir viel zwischen Taksim und Eminönü hin- und herfuhren und ich da ja jeweils schon gelegentlich war, aber Dolmus ist irgendwie ein wenig weniger präsent. Ich find das schade.

Aber jetzt hab ich schon viel mehr erzählt, als ich wollte, und jetzt klopp ich mich demnäxxt mit einer meiner neuen Emporio Armani-Boxershorts in mein Bett. Schlaft gut.

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6 Responses to Istanbul, kurz vorweg…

  1. Soligrab says:

    http://www.emporioarmani.com
    Das sieht dir ähnlich. Ich wünsche feuchte, raubkopierte Träume.
    (Woyzeck war ybrigens sehenswert, melde dich doch, wenn es dich nach Essen zieht, sonst tu ich’s!)

    Gruß!

    b

  2. brutzel says:

    wie war der wortlaut zum haschisch bestellen…?
    tesche-kür ede-rim

  3. Korrupt says:

    Nein, das heisst einfach nur „Ich danke ihnen“.

  4. brutzel says:

    jo schon klar, wollte mich nur in vorauseilender dankbarkeit für die hilfe zum haschisch bestellen bedanken. ;)

  5. gulli says:

    Wie gut, dass du um 5 Uhr Nachts offenbar nicht mehr mitbekommen hast, wie wir Samstag Nacht mit den MP-bewaffneten Polizisten eine Diskussion über ihre Existenzberechtigung angezettelt haben…

  6. Pingback:angeber.in » Blog Archive » Vorhaben für 2008:

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