Kobo Glo HD Ebookreader, Linux und die Ebook-Synchronisation

Long story short: bedingt gescheitert. Einfachste Möglichkeit: die ePub-Sammlung auf einen Heim-Webserver und dann einfach über den Glo-Webbroswer importieren. Und die AfD ist ein Haufen Arschlöcher.

Long Story Long: der Glo HD von Kobo scheint (wie viele eBook-Reader) außerhalb der eigenen Shop-infrastruktur ein empfindliches Pflänzchen zu sein. Wir hatten ihn ausgeguckt, weil er doch ein breites Angebot an Formaten unterstützt, schöne Auflösung und Akkulaufzeit mitbringt und das ganze zu einem sehr vertretbaren Preis. Mitgespielt hat auch so ein vages „Kindle, nee“, und „Tolino, nee“. Und die AfD ist ein Haufen Arschlöcher, ich komm später dazu.

Der Kobo Glo HD. An sich nicht verkehrt. Aber.

Der Kobo Glo HD. An sich nicht verkehrt. Aber.

Der eine bekannte Haken am Kobo Glo HD: man muss ein Kobo-Account anlegen und das Teil mit dem Kobo Desktop aktivieren. Wenns sonst nichts ist. Nur: das geht nur unter Windows (oder Mac). OK, ein Einmalding kann man sich gefallen lassen. Es steht ja ne Windowskiste rum. Anschließend sollte man den Glo an eine beliebige Kiste rannhängen können, USB-Medium *sollte* gemounted werden, man wirft einfach das .epub der Wahl ins Stammverzeichnis, und das Ding frisst es. Das funktioniert hier auch tatsächlich – unter Windows.

Unter Linux häng ich das Teil an und zunächst passiert nichts. Ich schaute via lsusb, ob da was ist (nein), dann hing ich ihn wieder an Windows, warf ein paar ePubs in das Stammverzeichnis, ok, tat. Dann hing ich ihn wieder ans Linux, da mountete sich ein Wechseldatenträger. Yeah! Vor lauter Enthusiasmus Calibre gar nicht erst gestartet und ein paar Ebooks über den Dateimanager drauf, abgestöpselt, Reader ist leer. Keine Bücher in der Bibliothek. OK, Werksreset, von vorn.

Diesmal: bevor ich irgendwas anderes machte, nochmal ab- und anhängen am Windows. Das vormals extrem langsam startende Kobo Desktop startete a) schneller, b) machte der Reader ein Autoupdate , schaltete sich nach Abhängen erst mal ab und startete neu. Stimmt hoffnungsfroh. OK, nochmal rangehängt, Ebooks drauf, abgezogen, gut. Alles da. An die Linuxkiste; nix automounted. Calibre? Kein Reader. OK, lsusb. (ha! da ist was!)

lsusb, Output

lsusb, Output

Findet das Calibre? Nein. Wobei, irgendwie doch:

calibre 2.55 embedded-python: False is64bit: True
Linux-4.4.0-21-generic-x86_64-with-Ubuntu-16.04-xenial Linux ('64bit', 'ELF')
('Linux', '4.4.0-21-generic', '#37-Ubuntu SMP Mon Apr 18 18:33:37 UTC 2016')
Python 2.7.11+
Linux: ('Ubuntu', '16.04', 'xenial')
Successfully initialized third party plugins: KoboTouchExtended && Kobo Utilities
USB devices on system:
[['0x2237',
'0x4223',
'0x110',
u'Kobo',
u'eReader-3.19.5761',
u'N437594922435'],
['0x4d9', '0x2013', '0x390', u'', u'daskeyboard', u''],
['0x46d', '0xc050', '0x2720', u'Logitech', u'USB-PS/2 Optical Mouse', u'']]

…aber was ist das Problem?

Detected possible device KOBOTOUCH
USBDevice(busnum=2, devnum=3, vendor_id=0x2237, product_id=0x4223, bcd=0x0110, manufacturer=Kobo, product=eReader-3.19.5761, serial=N437594922435)
Detected possible device KOBOTOUCHEXTENDED

Devices possibly connected: KoboTouch, KoboTouchExtended,
Trying to open KoboTouch ... Udisks mount call failed:
Traceback (most recent call last):
File "/usr/lib/calibre/calibre/devices/usbms/device.py", line 574, in do_mount
...
_('Unable to mount main memory (Error code: %d)')%ret)
DeviceError: Hauptspeicher konnte nicht eingehängt werden (Fehler-Code: 1)

Tja. Rumgegoogelt. Als root könne man das. OK, sudo su, calibre. Einmal hatte es dann funktioniert: der Glo HD tauchte tatsächlich als Gerät auf und ich warf die Bedienungsanleitung drauf, weil die grade da war. Abgestöpselt, drin gelesen, ok. Eingestöpselt, mehr draufladen wollen, ging nicht. Calibre findet den Reader nicht. Immerhin hat es – gut versteckt – einen Output für die Fehlersuche beim nicht erfolgreichen Geräteanschließen. Also hier, unter „Einstellungen“ – „Erweitert“- „Verschiedenes“.

calibre, Gerätediagnose

calibre, Gerätediagnose

OK, Problemeingrenzung. lsusb findet ihn, also mal in gparted geguckt, was das findet. Da ist eine sdd mit verdächtiger Größe und unbekanntem Dateisystem. Dann mounten wir mal. An der Stelle wird meine Rekonstruktion unsicher. Ich bin recht sicher, dass ich ihn einmal als Root gemountet kriegte (siehe Screenie) und nach Belieben Zeug reinwerfen konnte. Nur hat er es anschließend nicht verarbeitet – weas er beim gleichen Vorgehen an der Windowskiste problemlos tat.

Kobo Glo HD, gemounted

Kobo Glo HD, gemounted

Vermutung: Rechteproblem. Aber ab dem Zeitpunkt konnte ich die sdd zwar mounten, aber nicht mehr drauf schreiben. Selbst wenn ich sie als User einhängte – keine Chance. Explizit vfat und den User angeben – ging, aber schreiben ging trotzdem nicht (mehr).

Hier war so ein ähnliches Problem beschrieben, wobei dort von Unterverzeichnissen die Rede ist, hier die Files aber immer direkt im Stammverzeichnis lagen, beim Kopieren von Win aus regelmäßig und von Linux aus eher erratisch dann erschienen oder nicht (bzw. dann zack, die Bibliothek im Reader leer war).

Gemein, wenn man dann noch drauf stößt, dass der Aura HD genau das tun soll, was man sich vom Glo HD erhofft. Problematisch, dass sich die zahlreichen Calibre-Verwaltungsanleitungen durchgehend auf Windows beziehen.

Letzten Endes setzte ich (nun ja, mehrmals) auf Werkeinstellungen zurück, schmiss die eBooks-Bibliothek auf den glücklicherweise eh laufenden Home-Webserver, rief sie mit dem Webbrowser des Kobo auf und zack, sind sie auch schon importiert und verfügbar. Bei Stackexchange heisst es, der Browser sei versteckt – tatsächlich ist er der einzige Eintrag unter „Einstellungen“ – „Beta features“, einmal aufgerufen, ist er auf dem Startscreen verfübgbar.

Ein paar Schlusstheorien

Das schlimmste: irgendwie ist das ja auch alles hackbar, und ich bin nur zu doof. Was mir am meisten wehtut an der ganzen Format/Mount/Filesystem/Encodingscheisse: es rennt ein Linux auf der Kiste (was auch sonst), sie meldet sich im WLAN mit 78:45:61:35:29:0F, dhcpcd-6.6.6:Linux-3.0.35+:armv7l:Freescale an und etwas angestaubte Seiten zum Thema legen nahe, dass das alles mal noch ein wenig offener war als jetzt. Aber herrgott, ich krieg ein Linuxgerät nicht an eine Linuxkiste gehangen, sondern nur an einem fucking Windope vernünftig eingehängt? Es ist derart wider die Natur, aber die verfickte AfD hetzt lieber gegen Ausländer und Schwule. Arschlöcher allesamt.

Es fühlte sich ja alles nach einer Rechteproblematik an (mal gehts als root, mal gar als Normaluser, mal gar nicht), dann stieß ich irgendwo noch auf die Theorie, das es sich um eine Encodingscheisse handeln könnte. Insbesondere irritiert mich ja, dass ein Filesystem für den Reader komplett verschwindet, auch wenn es zwischenrein nur als „nicht beschreibbar“ an einer Linuxkiste auftauchte. Im Filesystem sind Sonderzeichen wegen der Dateibenamsung, das Linux liest die ein und… ja, und was? An sich müsste das Windows das Problem sein, denn es ist irgendwie schräg, wenn man ein Fat32 (ists eins? muss es eins sein?) auf einem USB-Massenspeicher hat, auf dem ein Linux läuft und den man, verdammt nochmal, laut Erfahrungsberichten auch einfach rauskloppen, Image anlegen und eben auf ne 32GB-Karte bügeln können soll.

Ich komm mir schlicht dämlich vor. Wenn man zum Thema rumsurft, hat man das Gefühl, die eine Hälfte hat allenfals noch Probleme, dass man kein Doom auf dem ePaper-Display spielen kann und die andere Hälfte kann mit der Kiste jenseits der Windows/KoboDesktop-Geschichte schlicht nichts anfangen. Und ob man zur einen oder anderen gehört, liegt an kippenden Bits im Filesystem oder irgendeinem magischen USB-Port, weil die seien auch oft ein Problem. Scheiß drauf, ich synce .epubs über den Webserver. Aber wenn das ein Sieg ist, dann sind meine Hände zu klein, um ihn zu halten.

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4 Responses to Kobo Glo HD Ebookreader, Linux und die Ebook-Synchronisation

  1. Antaw. says:

    Warum Kindle nee? Rein interessehalber.

    • Korrupt says:

      An sich nur, weil das Amazon-DRM ein Schmerz im Arsch ist (klar, das ists überall anders auch, und die anderen großplattformen werden nicht wirklich besser sein). Wahrscheinlich vor allem, weil ich Amazon nicht mag. Ich zweifle mitnichten dran, dass der Kindle ein gutes Stück Hardware ist, ich weiss nicht genau, wie offen er für andere/freie Formate ist (ich nehm an, weitgehend), aber ich wollte einfach nicht ausgerechnet von dem Anbieter dann die Hardware kaufen, wo ich sicher bin, never ever ein proprietäres Buchformat zu shoppen.

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