#KeinGeldFürRechts – Streit um Selbstverständlichkeiten

Dass sich die AfDeppen und Pedgidioten über sowas wie #keingeldfürrechts echauffieren, geschenkt. Wenn das Dreckspack von „Zensur“ und „Boykott“ faselt, dann weiss es offensichtlich nicht, was das ist, wie es auch vieles andere nicht weiss, und ich bin kein Nachhilfelehrer und kein Sozialarbeiter für Merkbefreite, Konkret; ich muss mich nicht damit auseinandersetzen. Dass darüber aber auch in der Branche und von ansonsten intelligenten Menschen ernsthaft diskutiert wird, erstaunt mich.

An sich ist es einfach. Wer wo werben will und wo nicht, bleibt jedem überlassen. Niemand schreit „Boykott“ und „Zensur“, wenn sich ein Unternehmen weigert, meine Plakatwand zu mieten. Weiter bin ich als Marketingmensch verantwortlich für das Marketingbudget meiner Kunden. Das soll der positiven Wahrnehmung seines Produkts, seiner Marke, seiner Werbebotschaft dienen. Wenn ich das sonstwo auf beliebigen Seiten verbrenne und mich nicht kümmere, in welchem Umfeld er erscheint und ob es zu ihm passt, mach ich meinen Job schlecht.

Kurz: es ist eine verdammte *Selbstverständlichkeit*, dass man nachprüft, auf welchen Channels/Seiten Displaykampagnen ausgespielt werden und wenn das Umfeld nicht passt, dann schmeisst man das raus. Dass da diverse Rapefugees- und Hasseiten generell drunterfallen und explizit aus dem Targeting genommen werden, ist meiner Ansicht nach keine Frage, sondern bei Nichterfolgen ein Grund, seiner Agentur derbe den Kopf zu waschen.

Diverse Hass- und Trashseiten a la PI-News kickt man meines Erachtens nach getrost selber. Wenn die Kampagne eines meiner Kunden auf einmal tausend PIs und zwanzig Klicks auf achgut.com hätte, würde ich es ihm definitiv mitteilen/nachfragen, ob das in seinem Interesse ist. Ich gehe davon aus, dass der größte Teil der im Netz agierenden Unternehmen durchaus weltoffen eingestellt ist – deswegen geht man ins Netz – und es in der Regel *selbstverständlich* die Marke schädigt, wenn man sie auf eine der diversen Wutbürgerseiten hängt.

Und wer der Ansicht ist, es solle nicht erlaubt sein sich auszusuchen, wo die eigene Werbung steht, oder jegliches Nichtwerben als Zensur begriffen wissen will:

Sonst sind sie Zensurbolschewist!

Sonst sind sie Zensurbolschewist!

Eernsthaft: Wer einen Streitpunkt in Geralds Aktion sieht, hat den Schuss nicht mehr gehört, vom Onlinemarketing keine Ahnung, wahlweise beides. ich rechne ihm seine Aktion hoch an, unterstütze sie gerne und wünsche ihm von Herzen alles Gute für die aktuelle Situation. Ich komme aber nicht umhin zu denken, dass er in erster Linie ein vollkommen klares Grundprinzip ausgesprochen hat, das allenfalls deswegen nicht scharfe Anwendung findet, weil Display halt oft mit der Gießkanne gemacht und bei manchen Budgets der Zeit- und Geldkategorie ein detailliertes Durchsehen der Targetingseiten einfach nicht drin ist.

Ich bin sicher, selbst wenn man in der Freizeit noch ein wenig die Targetingqualität erhöht und mitteilen kann, dass man Zielgruppen aus dem Targeting rausnahm, die das Netz in erster Linie zum Lügen, Hetzen und Morddrohungen verschicken nutzen, ist einem jeder verdammte Kunde dankbar. Und solange, bis ich Broder-Werbung auf Pornhub sehe, soll er seine bolschewistische Zensurfresse halten.

P.S. Ich halte es für eine ganz und gar nicht verkehrte Idee, auch mit Alltagsprodukten etc. auf den beispielhaft angeführten Gaypornseiten zu werben. Wie gesagt, es kommt vollkommen auf den Kunden an.

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