33c3, Rückblick: wo bleibt das Positive?

33c3, drei von vielen Welten

33c3, drei von vielen Welten

Himmel, dass ich mal so einen Blogeintrag überschreibe. Abgesehen davon, wie mutmachend es trotz vorher geäußerter Bedenkenträgerei ist, mit 12.000 feinen Menschen einen Congress zu machen, dessen Selbstorganisationsproblem sich weitgehend damit beschreiben ließ, dass es mehr freiwillige Helfer als notwendig gab? Vier Stockwerke voller Schöner Dinge.

Im Hackcenter liebte ich dieses Jahr den XKCD-Malroboter. Eine Filzstift-Abstoßer-Zahnriemen-Gravitationskombi, die XKCD-Comics malte.

XKCD-Malmaschine.

XKCD-Malmaschine.

Letztere hingen in über die Zeit wachsender Zahl in der Gegend der Metalab-Außenstelle. Die war an sich direkt nebenan, um die Aaaaaaa…-Assembly (diverse österreichische Hackergruppen, u.a. der für den XKCD-Bot verantwortlich zeichnenden realraum, danke an MacLemon für den Hint) zwei Tische weiter nun Chaos West und meine Aussicht, wenn ich mal an der Kiste saß.

Works for me, Anfang, und works for us, einige Stunden später. Nerds anlocken ist einfach, man muss nur einen unbenutzten Tisch mit LAN und Strom erschließen. Anschließend ne Runde drehen, dann sind alle Ports besetzt und man wird vor dem Platznehmen freundlich drauf hingewiesen, dass man hier leider kein Gigabit-Ethernet habe.

Aussicht von der Homebase

Aussicht von der Homebase

33C3. Plasterouter works for us.

33C3. Plasterouter works for us.

Winkekatzen. Sie sind wichtig, gar systemrelevant, beispielsweise als Testbildmotiv im VOC. Man traf auch auf paranoidere, alubehütete Zeitgenossen.

33c3, Testbild im VOC

33c3, Testbild im VOC

33c3, Alubehütete Winkekatze

33c3, Alubehütete Winkekatze

Und wo keine (mehr) waren, da wurde ihr Fehlen mit angemessenem technischen Aufwand beklagt. Ich präsentiere: die traurigste Laufschrift ever:

Argh, jetzt wurde ich doch etwas betrübt, ich wollte doch positiv bleiben. Die Katti werkelt bei Calliope, lernte ich bei den Coffeenerds, und einen fertigen und einen Prototypen hatte ich dann auch in der Hand und fand das Projekt allerliebst – Kleincomputer zum Coden lernen für ab Grundschule. Kluges Konzept, passende Features/Hardware und man kanns noch bis 15.1. crowdfunden: aktuell kommen sie mit dem Produzieren nicht hinter dem Bedarf her. Mich würds freuen, wenn das weiter wächst und gedeiht. Nachdem hier nun der dritte Rasbpi an den Start ging, wollte ich ein wenig nach spannenden Anwendungsfällen für Einplatinencomputer Ausschau halten, aber irgendwie ist mir nur der Calliope untergekommen.

Ansonsten ein Dialog bei Mitch/Hardwarehacking, wo ich noch zwei Kits fürs Heimverbasteln einpackte und gerade eine Mutter mit ca. sechsjährigem Kind am Aussuchen war, was es zum Einstieg löten konnte. Sie meinte, eine der „I can solder“-Badges sei ja schon cool, ich merkte an, dass die Trippy Waves auch einfach zu löten seien und spannender. – Ja? – Ja, ich mach die öfter, weil die bauen wir immer in die Köpfe unserer Tiere ein. – Befremdeter Blick, Verhaspelungen beim Erklären, dass es um Pappmache-Tiere mit Leuchtaugen geht.

Die Bauinspirationen waren dann weniger feinelektronischer denn grobmotorischer Art. TIL: Paletten sind systemrelevant, und die Hängemattenkonstruktionen in einer der Lounges schienen mir irgendwie utopiastadttauglich. Ich glaube, ich will sowas bauen.

Paletten sind systemrelevant

Paletten sind systemrelevant

33C3, Hängematten-Konstruktionsinspiration

33C3, Hängematten-Konstruktionsinspiration

Um nochmal mit einem Makel in was angenehmes einzusteigen: ich muss den massiven Rückgang der Dildopräsenz anprangern. Früher waren mehr Dildos, und ich wünsche mir bei allem ansonsten fortschrittlichen Denken meinerseits eine Rückbesinnung! Eines Abends stiefelte ich zu den Kinkygeeks und wollte von ein paar berufeneren Menschen wie mir ihre Einschätzung zur Entwicklung an der Sextechfront haben. Hintergrund die Porn-Fachtagung letzten April und der seitdem irgendwie kontinuierlich andauernden Auseinandersetzung mit dem Thema.

Das ist niedriger Nacht-Videotraffic

Das ist niedriger Nacht-Videotraffic

Stellt sich raus, die Leuchtdildos vom letzten Jahr waren von einer heuer nicht anwesenden Hedonistengruppe, weiter ergab sich beim Vorstellen des Hintergrunds meines Reinplatzens und Rumfragens eine längere Unterhaltung zum Thema Porn, Jugendschutz, Empowerment und Normalisierung von Lebensentwürfen, und irgendwann war die Nacht rum, fixte der Mate die Augenlider nicht mehr richtig und war der Videotraffic auf sehr nächtliche Level abgesackt.

Ich meine, es war der erste Tag, und da war der Schlafrhythmus noch vollkommen unangepasst, und so ergab es sich, dass ich nach drei Stunden wieder in einem Talk saß. Mikroskope!

Mikroskopie mit freier Software

Mikroskopie mit freier Software

Auch so eine der „Ach, ich bin wach, es ist noch kaum wer da, und die Sciencegeschichten auf YouTube guckst ja gerne“-Spontananguckereien, und was soll ich sagen. Einer der erfreulichsten Talks, die ich mitbekam, und das trotz eines mir eher fremden Themas. Da bauen Leute Software zur Bildbearbeitung und -schärfung, die wiederum ermöglicht, ansonsten millionenschwere Mikroskopietechnik zu Preisen und mit Leistungen bereitzustellen, die im reichen Westen den Unterschied machen, ob da auch mal ein Studi im Praktikum mit schwerem Gerät rumspielen kann oder nur die Handbücher lesen darf, oder ob eine geile Mikroskopiediagnostik in einem weniger entwickelten Land überhaupt bereitgestellt werden kann oder eben nicht.

SHA, Sowjetmacht plus Elektrifizierung.

SHA, Sowjetmacht plus Elektrifizierung.

Bringen uns diese Dinge weiter? Ay, Revolvermann, meilenweit weiter bringen sie uns.

Und sonst? Ebookwarez wirkten schwächer auf mich dieses Jahr, und ein 12GB-.mkv des kinox-Camrips von Rogue One ist, nun ja, tapfer :) Bis zum Camp muss ich rausfinden, wie FTP auf IPv6 vernünftig funktioniert. Überhaupt, Camp. Im Sommer ist Camp! Und ich find das Plakat schon so derb hart fickend geil, ich freu mich. SHA2017, Sowjetmacht und Elektrifizierung, wir sehen uns.

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