Umziehen, mit Vodafone Cable Business und fester IP

Ich hab Internet!

Ich hab Internet!

Ruppsel zog zwei Straßen weiter, und das technische vorab, danach kurz Befindlichkeit und Geschichtenerzählen. Eine Zeitlang schien ein gewisser Blogeintrag mit Anleitung die Unitymedia-Hotlines zu entlasten, heute sind wir etwas weiter, es gibt eine (schwer zu findende) Anleitung für Kabel-Internet mit fixer IPv4, die tatsächlich auch weitgehend zu funktionieren scheint. Ich klinge etwas zickig, tatsächlich weiß ich nicht genau, was an mir und was an der Anleitung liegt. Jedenfalls. Ich habe Internet.

In der alten Wohnung tat eine FritzBox 6591 Cable ihren Dienst, zusammen mit einem /30-Subnetz, mit dem man letztendlich eine einzelne fixe IPv4 bekommt. Das ganze nach dem Muster

12.34.56.1 (Netzwerk, nicht nutzbar)
12.34.56.2 (Gateway, nach draußen)
12.34.56.3 (nutzbare IP)
12.34.56.4 (Broadcast, nicht nutzbar)

Abbaupause mit Kater in der alten Wohnung

Abbaupause mit Kater in der alten Wohnung

Ich hatte seinerzeit eine alte Fritzbox hinter die Kabel-Fritzbox gehängt und die mit der nutzbaren IP nach draußen und einem lokalen Subnetz nach drin verwendet, plus die einschlägigen Portfreigaben für Torserver etc. Die interne Fritzbox wurde irgendwann von einem Edgerouter X abgelöst, Prinzip blieb indessen gleich und lief wie am Schnürchen. Annahme war nach der Umzugsbeauftragung, dass ich die Infrastruktur in der alten Wohnung vom Kabel ab- und in der neuen anklemme und alles läuft, wie gehabt. Tja, Pustekuchen. Vorab: nun tuts.

Kabelfritzbox anschließen und per Kabel oder WLAN drauf, war der Plan. Tatsächlich spielte die Box erst mal ein Update ein, startete neu und ich bin nun zu blöd, um die FritzOS-Version irgendwo zu sehen oder es wird halt nicht mehr angezeigt. Whatever. Beim Einbuchen kriegte ich eine 192.168.178.x-Adresse, was mich irritierte, denn sie müsste eigentlich die Gateway-Adresse (12.34.56.2) haben. Ich machte den ersten Fehler, als ich ihr die fix zuwies und DHCP ausschaltete (DHCP macht der Edgerouter und sein Outbound 12.34.56.3 spricht mit der 12.34.56.2). Tja, tut er nicht. Die Box war dicht, und meine letzte Rettung war ein Werksreset über ein schnell angeschlossenes Telefon (Code *15901590*, wählen, Ton abwarten, auflegen). Danach war natürlich alles komplett weg, was vorher eingerichtet war.

Ich ließ die Fritzbox einfach mal connecten und spielte auf dem Edgerouter den Basic Setup Wizard neu durch, der fand die Fritzbox, sprach mit ihr, und ich war erst mal froh. Vom Rechner aus dann mal die externe IP gecheckt, und ich stellte fest, dass das die des Netzwerks war (12.34.56.1 statt der bislang immer verwendeten 12.34.56.3). Als Gateway outbound sagte mir der Edgerouter die 12.34.56.2 und die 12.34.56.3 seh ich nirgends. Ich dachte ein „bizarr“, und stöberte erst mal ewig in den Netzwerkeinstellungen der Fritzbox, bis ich unter den erweiterten Einstellungen, IPv4 tatsächlich mein Subnetz plus Netzmaske fand (12.34.56.1 und 255.255.255.252). Warum ist das jetzt auf einmal meine für alle öffentliche IP? Warum nicht mehr die frei nutzbare?

Schreibtischteile beim Umzug.

Schreibtischteile beim Umzug.

Der Kater weist auf seinen präferierten Nacht-Schlafplatz hin

Der Kater weist auf seinen präferierten Nacht-Schlafplatz hin

Long story short: Für mich zutreffend war dann wohl die Seite 21ff. der Anleitung. Das ist einigermaßen unintuitiv, denn zwar findet man die (öffentliche) Gateway-IP des Edgerouters bei den verbundenen Geräten, aber die kann man nicht als Exposed Host festlegen, weil die IP-Range nicht die der Fritzbox sei. Lösung war bei mir, den Exposed Host auf die (ungenutzte und ebenfalls an den Router vergebene) private IP der Fritzbox zu vergeben und sie anschließend zu löschen. Der Exposed Host-Flag war anschließend bei der öffentlichen IP des Geräts. In dem Zug hatte ich einiges rumgefrickelt, nagelt mich nicht auf Details und Reihenfolgen fest, jedenfalls, Gateway-IP des Edgerouters exposed war hier die Lösung. Anschließend einfach Portforwarding für den Torserver direkt auf dem Edgerouter einrichten und schon rennt alles.

Gefühlt hab ich jetzt aber nicht meine eine öffentliche IPv4 nach draußen, sondern die des Netzwerks. Gateway-IP ist Gateway, aber eben nicht die Fritzbox, sondern der Edgerouter dahinter. Die eigentliche nutzbare IP ist nirgends vergeben und wie der Broadcast auch nicht pingbar. Ich tendiere grade zu „rennt, Rest egal“, aber meine Hoffnung, auf die alten Tage noch ein bisschen mehr als rudimentäre Basics von Netzwerken zu verstehen, ist mal wieder ein wenig angeschlagen. Ich hab aber halt auch den Verdacht, dass da meine Inkompetenz auf gegebenenfalls nicht immer durchgehend standardkonforme Topologieentwürfe von Vodafone stößt, und das bremst den „einfach mal ausprobieren“-Drang massiv aus.

Zwei Schätzchen, die ausgemustert wurden

Zwei Schätzchen, die ausgemustert wurden

Kater gewöhnt sich ein

Kater gewöhnt sich ein

Jedenfalls, Torserver rennt (und macht nach Warmup wieder seine 2-5MB/sec), Openhab rennt, mein Feinstaubsensor vermeldet Daten vom neuen Standort, Wermutstropfen ist Freifunk, da connected nichts mehr nach draußen, und ich hab den Verdacht, die Uralt-WR841er taten nur noch aus Gewohnheit und konnten sich nun nicht mehr auf die neue Umgebung einstellen das liegt nicht an mir und kommt bald wieder.

Blieben über. Unerklärlich.

Blieben über. Unerklärlich.

Ach, und überhaupt Kabelinternet. Ich bin ja zufrieden mit allem, und mir wars zu nervig, mich noch nach was anderem umzugucken (Glasfaser liegt noch nicht, und im Haus muss wohl noch überzeugt werden), also behalten. Umzugsservice von Vodafone sagte, alles fein, Termin steht. Ich fragte noch, ob sie da sicher sind, weil ich nicht weiß, was in der Wohnung für Anschlüsse liegen. Stellt sich raus beim Technikertermin: keine, waren alle für die Satellitenschüssel. Es gab ein Intermezzo mit Hausverwaltung, Schornsteinfeger und Elektriker, und nach einiger Bohrerei und zwei weiteren Wochen lag ein Kabel im ersten Stock, aber nun. Es geht ja auch drum, dass man wieder wertschätzt, was man an einem umfassend eingerichteten Heimnetz eigentlich hat. Außerdem geht das alles viel schlimmer.

Kater am finalen Schlafplatz

Kater am finalen Schlafplatz

Soviel erstmal zur Technik. Wobei. Man soll ausmisten beim Umziehen, ich habs geschafft, dass ich eine Umzugskiste voller Mehrfachsteckdosen übrig habe nach Neueinrichtung. Was mit einer etwas kleineren und besser mit Steckdosen versehenen neuen Wohnung zu tun hat, aber Himmel. Ansonsten das Übliche zu Umzügen: es ist anstrengender, als man denkt, selbst wenn man weiß, dass es anstrengender wird, als man denkt, und extra viel Zeit einplant, das richtig schwere Gerät von Profis schleppen lässt usw. usw. Es ist mehr, als man denkt, auch wenn man schon Monate vorher angefangen hat, Zeug auszusortieren, kistenweise Bücher und CDs diversen wohltätigen Organisationen vermachte, Sperrmüll rausstellte und sich von ein paar lieben Schätzchen trennte. Zwei anstrengendste Wochen seit langem, auch wenns „positive“ Anstrengung war, man weiß ja wofür und alles.

Das wichtigste: der Kater scheint zufrieden. Jedenfalls, nachdem wir ihm wieder sein Hochbett neben unserem installiert haben.

Nachtrag, knappe zwei Wochen später: Vodafone schickte Briefpost. Mein Subnetz sei wie gehabt, nutzbar sei die 12.34.56.3 als fixe IP, die 12.34.56.1 sei die Adresse des Netzwerks, die 12.34.56.2 der Gateway und die 12.34.56.4 der Broadcast, alle drei seien für mich nicht verwendbar. Ich bin von einer andersartigen Realität in Richtung „Never change a running system“ verunsichert und werde das gepflegt ignorieren. Einen Link zur oben erwähnten Anleitung gabs nicht, dafür einen, wie ich wo einen Reverse DNS einrichte. Ich sag mal so: ich bin froh, dass ich keinen brauche. Ansonsten aber wie gehabt der Hinweis aufs Jammern auf hohem Niveau: Leitung und Netz stehen und laufen wie gewohnt solide und mit angesagter Bandbreite stabil durch, es ist eine Freude. Torserver kratzt am dritten Terabyte und der Monat ist nicht mal halb rum, mehr brauch ich an sich nicht.

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2 Responses to Umziehen, mit Vodafone Cable Business und fester IP

  1. c3p sagt:

    Umzug ist wie ein neuer Rechner eine (optional nutzbare) Gelegenheit mal bei Null anzufangen und frei nach „does it spark joy“ Dinge auch einfach mal in den digitalen/realen Papierkorb wandern zu lassen statt einfach nur zu migrieren.
    Immer ein Aufwand aber aus meiner Einsicht in die Unterkünfte langjähriger Hausbesitzer nicht zu unterschätzen.

    1. Avatar-Foto Korrupt sagt:

      Ja, auf jeden. Es flog ja auch viel raus, das war schon nicht alles noch in der Komfortzone. Ich stimme aus nun gemachter Erfahrung sehr zu und würde sogar einen Schritt weitergehen, das „does it spark joy?“ ist nicht immer der ausreichende Maßstab, eine gewisse „öfter als jetzt grade beim Wiederfinden/Einpacken?“-Haltung ist da nicht immer verkehrt. Viel von dem, was rausflog, funkte da durchaus ein wenig…

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