Druckergeschichten…

…scheinen mir irgendwie häufiger zu passieren. Immer auch recht erfreuliche. Ich musste gestern feststellen, dass mein Brother ein robustes kleines Ding ist. Man kann eine Box auf ihn drauffallen lassen, man muss danach nur das gesprungene Plastik wieder in Form rücken, und das tapfere Teil druckt nach wie vor, dass es eine wahre Freude ist.

Das fiel mir eben ein, als ich grade im #gulli einen netten Dialog im Augenwinkel bemerkte:

x: die tintenbehälter blinken cool
x: und er vibriert sanft beim ausdrucken
y: erotischer kann man einen druckvorgang nicht beschreiben :)

Jedenfalls: mit Druckern hatte ich immer irgendwie Glück, sieht man von meinem ersten Fujitsu.Klon ab, der seinerzeit seine ersten Dienste an einem Amiga 500 verrichtete und nun nicht die reine Freude war. Ich hatte hier schon mal irgendwann Pappengeschichten zweitverwertet, und das sollt ich eben mal nochmal machen, weil ich nicht mehr recht weiß, wie das mit den HoePap denn so weitergeht. Das hier jedenfalls meine erste dort gepostete Geschichte.

Freundliche Kundendienste
Es gibt Kombinationen des Versagens von Elektronik, temporärer Unzurechnungsfähigkeit und dem Besitz von Eddingstiften, die einen dazu veranlassen sollten, der Technik abzuschwören.

In beengten Wohnverhältnissen einen Drucker einigermaßen staubgeschützt und erreichbar zu positionieren zählt sicher nicht zu meinen Primärqualifikationen. Jedenfalls setzte das Gerät mit einer Regelmäßigkeit aus, welche eventuell die folgende erst-abreagieren-dann-denken – Reaktion verständlich macht. Drucker aus seiner Kiste geholt, – oh, ein Edding, prima – und groß, rot und dick „Ich bin scheiße, tritt mich“ auf das Gehäuse gemalt, und schon ging es mir besser und das Denken setzte wieder ein. Möglicherweise das Kabel. Möglicherweise wegen der Platzierung in der Kiste zu stark geknickt, möglicherweise ein neues Kabel kaufen.

Drucker druckt wieder, die entstehende Euphorie regt natürlich zu weiteren Denkprozessen an. Ich könnte den Drucker an einen Ort stellen, wo das Kabel nicht so stark geknickt wird. Auf den Schreibtisch, beispielsweise. Das frisst Platz, aber besser wie im Monatsabstand Druckerkabel ersetzen. Der Drucker wird entkabelt, auf den Tisch gestellt, frisch verkabelt, angeworfen und getestet. Das Papier wandert in den Drucker und bleibt dort auch. Beim Öffnen und Papierentfernen klappert es im Drucker, das ist neu. Denkpause, zielloses Umherstarren. An der Zimmerwand, mit welcher schon das Anbringen eines Regals in einen endlosen Kampf mit bröselndem Putz und herausbrechenden Dübeln ausartet, fehlt einer der Nägel, an welche ich gelegentlich CDs auslagere. Den wieder aus dem Drucker rauszuschütteln gelingt zwar, aber offenbar nahm die Mechanik beim Versuch, den Nagel mitsamt Papier zu bedrucken, irreparablen Schaden.

Mit einem zerknitterten, streifigen Ausdruck mache ich mich auf den Weg zum Laden, hoffend, kulant und billig an entsprechende Ersatzteile zu kommen. Nach einigen Andeutungen beichte ich die Nagelgeschichte, nein, das muss man einschicken, das kann man nicht selber oder hier machen. Ich radle heim, hole den Karton vom Dachboden, mache mich ans Druckerentkabeln und überlege, ob bei Servicetechnikern bei einem kaputten Drucker, auf dem groß und rot „Ich bin scheiße, tritt mich“ steht, Assoziationen wie „Garantiefall“, „Materialermüdung“ oder „Produktionsfehler“ aufkommen.

Es wurde mir erspart, den Drucker vor Versand im Fachgeschäft vor der Einsendung nochmals auszupacken. Den Verkäufer mag ich, und er mich immer noch, wenigstens hält er mich nicht für einen druckertretenden Psychopathen.

Eine Woche später kann ich das Gerät wieder abholen, nein, die Garantie war noch zwei Wochen gültig, Heizeinheit und Papiereinzug wurden kostenlos ersetzt. Beschämt und dankbar radle ich meinen Karton nach Hause, packe aus und stelle fest, dass der Drucker geputzt wurde. Ein Praktikant muss hier wohl mit Lösungsmitteln zugange gewesen sein, ein paar rötliche Farbreste am Logo erinnern noch an meinen Eddingzwischenfall. Dankbar malte ich silbern „Ich bin prima und der XY – Kundendienst ist klasse“ aufs Gehäuse. Die Garantie ist inzwischen abgelaufen.

Nachtrag 2008: Der Drucker ist inzwischen in den Besitz meiner Mutter übergegangen, es handelt sich um nen HP LJ 5L und er druckt noch immer wacker. Gelegentlich zieht er halt zuviel Blätter ein, aber Himmel, wie alt ist das Teil nun?

Kategorie: ich gegen die wirklichkeit, irc. permalink.

2 Responses to Druckergeschichten…

  1. hoochie coochie man says:

    selten so gelacht, danke (kicher hust)

  2. Sehr, sehr schöne Geschichte das!

    Lars

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