Diebold? Die mit den Wahlmaschinen?

Genau die. Die bauen auch Kontoauszugsdrucker. Und nun könnten böse Zungen ja behaupten, bei Wahlmaschinen geht es um so nebensächlichen Krimskrams wie demokratische Wahlen und deren Legitimität, bei Bank-Hardware aber, hey! da gehts um KOHLE! Und entsprechend sollten sie da doch ein wenig weniger schlampern als bei ihren Wahlcomputern, über die ich an anderer Stelle schon ein wenig lästerte. Nun ja.

So sieht es also aus, wenn ein Diebold-Kontoauszugsdrucker versucht, Kontoauszüge zu drucken:

Ein Diebold-Kontoauszugsdrucker versucht, Kontoauszüge zu drucken

Ein Diebold-Kontoauszugsdrucker versucht, Kontoauszüge zu drucken

Das nette an dem Bild: es entstand, nachdem wir „Batman: The Dark Knight“ im Kino angesehen hatten. Begonnen mit der Ausdruckerei hatten wir vor dem Film. Irgendwann um Seite Neun rum gab die Maschine ihr bißchen Geist auf und weigerte sich fortan, die Kontoauszüge weiterzudrucken oder alternativ die Karte wieder auszuspucken.

Die KSK bekleckerte sich auch nicht mit Ruhm, die Technikhotline war natürlich nicht besetzt, ergo ließen wir die Karte sperren und gingen ins Kino. Danach machten wir nochmal Bestandsaufnahme und schossen jenes Bild hier. Wegen dem werden wir btw. vermutlich unter irgendwelchen potentiellen Bankräuberkarteien geführt werden, schätze ich, es sieht bestimmt witzig aus auf Überwachungskameras, wenn zwei Leute nachts in die Bank kommen, Geräte fotografieren und wieder abhauen. Egal.

Was mir an der Sache zu denken gibt: so was wie ein Kontoauszugsdrucker wird, wenn er wegen jedem Scheiß die Karte einbehält, auch für die Bank ein ziemlicher Schmerz im Arsch. ich geh mal mutwillig davon aus, dass es Diebold nicht schafft, sowas zu verhindern oder wenigstens einen Abbruch durch Benutzer irgendwie zuzulassen. Wer sagt, das ist sicher eine Sache der Software und der Bank, das einzustellen, der mag nicht ganz falsch liegen, verpasst aber einen zentralen Punkt: es ist Sache Diebolds, da idiotensichere Anleitungen, Support und Dokumentation zur Verfügung zu stellen. Wenn die denken, dass die Bediener der diversen Wahlmaschinen im unterschied zu Bankangestellten und -sysadmins alles Hardwarecracks sind, dann sind sie noch dümmer, als ich vermute. Insbesondere wäre es angesichts der Sicherheitskatastrophen, die den Weg der Wahlcomputer säumen, vollkommen irrsinnig, Hardwarecracks auch nur in die Nähe der Maschinen zu lassen. Wurd ja auch verboten, neh?

Das erste Mal, dass mir ein Wahlmaschinenhersteller mit eher mäßiger Produktqualität in anderen Bereichen auffällt, ist das ja nicht. Ich kann mir nicht helfen, bei Bankkram ärgert mich das noch mehr als anderswo, da denk ich dann einfach, die Schlamperei hat Methode. Wenn die Typen meinen, sichere Hard- und Software zu bauen, dann sollen sie die Kundschaft an diesem Wunder teilhaben lassen und nicht immer nur versprechen, bei den Wahlmaschinen wirds schon hinhauen, bei allem anderen wirds ja so wichtig nicht sein. Ich will die Ergebnisse dieser göttlichen Konstrukteure, die manipulationssichere, fehlerfreie Computertechnik produzieren können, gefälligst in jeder Bank stehen haben! Und wenn da Dreck steht, der abschmiert, sobald er einen scheiss Auszug drucken soll, dann muss das als Warnhinweis auf jeden Wahlcomputer, den die aufstellen. „Hallo. Ich diene zur Wahrnehmung ihrer grundgesetzlich garantierten demokratischen Rechte und wurde von einer Firma gebaut, die nicht fähig ist dazu, einen funktionierenden Kontoauszugsdrucker zu bauen. Vertrauen Sie mir Ihre Wählerstimme an, ich weiss, was ich tue.“

P.S. The Dark Knight ist enttäuschend. Batman ist ein Arschloch, und ich halte das an sich für eine dankbare Rolle und feinen Kinostoff, im Unterschied zu den spätpubertären Problemchen mancher anderer Superhelden. Davon kommt im Film erbärmlich wenig rüber. Nett gemacht, Thema verfehlt. Schade drum.

P.P.S. Ich bin im Urlaub im Osten und mir gehts gut.

P.P.P.S. Sie suchen hier noch Statisten für eine Störtebeker-Verfilmung. Bevorzugt Männer mit Bart und, haha, „langen Haaren“.

Kategorie: das richtige leben im falschen, ich gegen die wirklichkeit. permalink.

7 Responses to Diebold? Die mit den Wahlmaschinen?

  1. Inkognito says:

    Alle Achtung, so einen langen Text nur über so eine dumme Maschiene zu schreiben ist ja schon ziemlich gut – aber den dann auch noch zu schreiben, dass es interessant ist den zu lesen… was soll man dazu sagen :D

  2. Enno Lenze says:

    Keine Sorge wegen des Fotos. Nur der kleinere Teil der Überwachungskameras ausserhalb der Geldführenden Counter ist überhaupt Echt.

  3. Turrican says:

    „P.P.S. Ich bin im Urlaub im Osten“

    So nennt man dass heute also wenn man Mike(R) fickt.

  4. Nähm says:

    >> Sie suchen hier noch Statisten für eine Störtebeker-Verfilmung. Bevorzugt Männer mit Bart und, haha, “langen Haaren”. <<

    Haha, willkommen in HST, wenn ich nicht irre! :)

  5. elsi says:

    The Dark Knight war doch nicht enttäuschend :(
    Ich fand den Film gut :T

  6. Korrupt says:

    So, jetzt endlich. Nein, gut war der Film schon gemacht, und der Joker ist endlich mal ein wirklich dankbar umgesetzter Boesewicht. Mir gehts da wirklich nur um die Figur „Batman“, die ich eben als eine der wirklich spannenden Figuren im Superheldengenre betrachte. Superman ist eine Schlaftablette, und alle anderen sind frueh-, spaet- oder postpubertaere Teenies mit Komplexen. Batman ist ein Psychopath. Und das kommt eben gar nicht rueber. Es wird ein paar mal angedeutete, dass das ja an sich ein traumatisierter Typ ist, der einen auf Selbstjustiz macht, aber im Grossen und Ganzen ist das OK, er ist ja ein „guter“. Ist er nicht. Ich finds immer schade, wenn an sich ambivalente Charaktere eindimensional werden, und Batman ist das – ein wenig schwierig manchmal, aber ein „Guter“. Punkt. Dann gibts grade die eine Streiterei mit seinem Butler zum Schluss, als er eben mal alle Handys der Stadt ueberwacht, und selbst das macht er dann „verantwortungsvoll“, bzw., kommts so rueber. Ach nee. Nicht meins.

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