Why2025, Tag 4 ff., CISOs, Pr0n, Mond und Selbsterkenntnis

Sowas muss man doch herzeigen!

Sowas muss man doch herzeigen!

Die letzten Tage sind angebrochen und nach dem Blog hier werden wir wohl abbauen, WHY2025 war mir bislang ein Fest, 10/10 gerne wieder. Der Tag begann mit einer Unterhaltung mit unseren angenehmen Nachbarn aus Manhattan, wie sich das Interesse an ihren LED-Kunstwerken entwickele. Ja nun, sie seien noch am Bugfixen. Ich halte mich für einen normal introvertierten Nerd, im Nachhinein komme ich mir ein wenig eskalierend vor, aber ich hielt einen Kurzvortrag zu SEO-Basics der Art „es gibt Seiten, die zu Begriffen deswegen nicht gefunden werden, weil die Begriffe schlicht nicht vorkommen“ und man vergesse solche Basics leicht, wenn man zwei Schritte weiter am Denken sei, aber sie müssten
a) ihr Zelt aufmachen und
b) ihren Kram irgendwo hinstellen, wo man ihn sieht.

Gesagt, getan, wir wurden aktiv, ein vorbeikommender Nachbar wurde direkt neugierig, wir erklärten ihm die stattfindende Zeltöffnung und er brachte spontan einen Labelprinter vorbei, weil natürlich hat irgendwer nebenan einen Labelprinter dabei. Als alles gut aussah, machte ich mich auf zum CISO-Trollen, denn auch ich kriege manchmal dienstlich Phishing-Testmails und wenn Bugblue himself da zum Trollen rät, muss ich mir das ansehen.

Troll your CISO for Fun and Profit

Troll your CISO for Fun and Profit

Warum soll man CISO-Phishingkram trollen? Und wie behält man seinen Job dabei? waren die Fragestellungen und die starke These dahinter, dass Phishing-Simulationen ethisch und lerntechnisch scheiße seien. Tenor des Vortrags: machts clever und humorvoll und fragt im Zweifel vorher. Aber dann könne man durchaus über Outlook-Regeln anhand vergangener Phishingmails mal schauen, was die Kennzeichen sind (Dienstleister, Routing, whatever) und darauf nen Autoreply mit revengephishing-Inhalt oder einfach einem „Nice try“-Gruß schicken. Mit gophish gebe es eh auch ein open source-phishing Framework, man solle nur dabei bedenken, dass es grundsätzlich extrem einfach ist, Kollegen zu phishen – schlicht, weil man interne Prozesse kennt und passend Anfragen, Infos, whatever versenden kann.

Ich verpasste den Flammenwerferbau-Wokshop.

Ich verpasste den Flammenwerferbau-Wokshop.

The Internet is for Corn

The Internet is for Corn

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Why2025, Tage 2-4, nochmal KI und viel Bastelei

WHY2025, Studio Ghibli Edition

WHY2025, Studio Ghibli Edition

Das Camp ist weiterhin wunderschön und der Trend zum „bring deine eigene Nebelmaschine mit“ scheint nicht nur bei mir angekommen zu sein. Nachts ist eh vieles Silent Hill, aber mir scheint, zusammen mit dem örtlichen Mikroklima und vielen dezentralen Cloud Providern scheint hier was ganztägig bezauberndes zu entstehen.

Nachtstimmung auf der WHY2025

Nachtstimmung auf der WHY2025

Außerdem: Bondage-Workshops.

Außerdem: Bondage-Workshops.

Whatever, ich war trotzdem in noch nem KI-Talk, und die sinngemäße Zusammenfassung hatte es in sich: es sei „wie damals bei der Dotcom-Bubble: alle hauen vor allem raus, hauptsache Produkt, und ob bzw. welche Sicherheitsimplikationen das hat, können sich dann irgendwann die anschauen, die übrigblieben“.

Wasserspritzpistolenroboter.

Wasserspritzpistolenroboter.

Ein Spiel in einem Spiel.

Ein Spiel in einem Spiel.

Datenklo von innen. ITS A SERIES OF TUBES!

Datenklo von innen. ITS A SERIES OF TUBES!

Sie zerlegten von Copilot bis Gemini an sich alles komplett, Eskalationsspirale „Wir hacken deine AI“ – „wir hacken deinen Rechner“ – „Wir hacken dich, genau dich als Mensch“.

Hintergründe: Alle Systeme haben sowas wie „Leitplanken“ (prinzipiell unsicher) und Barrieren (prinzipiell sicher). Letztere betreffen beispielsweise „vertrauenswürdigen Input“. Die KI misstraut natürlich allem, was der User ihr sagt. Sie misstraut auch allem, was sie generiert. Sie traut indessen dem Input eigener Tools. Talk war einigermaßen flott durchgehauen, daher tendenziell grob die Ideen: Tools und Module (bei Copilot z.B. Agenten) werden genutzt, um dem eigentlichen GPT Befehle unterzuschieben.

Lichtinstallation auf dern WHY2025

Lichtinstallation auf dern WHY2025

Die Methoden sind teils allerliebstes Blackhat-SEO der Nullerjahre: man schickt Leuten „weaponized Docs“, die eine Latte Anweisungen an die AI in 2pt weißer Schrift auf weißem Grund enthalten, die die KI natürlich liest. Bzw. im Fall von Gemini gibt man ein Googledoc einfach nur für einen Nutzer frei, der muss je nach Setup gar nichts machen, weil möglichereise eh alles im eigenen Zugriffsbereich von der KI analysiert wird, es könnte ja wer ne Zusammenfassung wollen oder ein „Finde alle Docs zum Thema Bla“ gefragt werden. Funktionen wie „Summarize Meeting“ etc. sind inzwischen Standard und die kann man ausnutzen. Weiterlesen

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Why2025, Tage 0-2: Hackthehealth, KI und Kleinkram

Home sweet home, WHY2025

Home sweet home, WHY2025

So, schon wieder ein paar Tage rum, wir sind gut auf der WHY2025 angekommen und es ist alles wieder sehr schön. Hauptsache ist, das Wachschwein dampft, und ich ahne, dass wir zur Not noch ein wenig Nebelmaschinenliquid geliehen bekommen, nachdem unseres nicht mehr rechtzeitig ankam.

Aber ich fang direkt mal mit HacktheHealth an, weil ich grade von dort komme und die Eindrücke frisch sind. Vor vier Jahren gabs das Village bereits, und dieses mal hab ich mich auch tatsächlich mal ein wenig länger mit zwei Leuten dort unterhalten. TL:DR: Es ist alles irgendwie schwierig und ich bin ratlos.

Hack the Health-Village, WHY2025

Hack the Health-Village, WHY2025

Die Leute dort sind wohl von einer niederländischen unabhängigen Einrichtung, die von allen herangezogen werden kann, um Security in Gesundheitseinrichtungen zu verbessern. Das war in der Vergangenheit viel Pentesting und Basis-Security insbesondere in Kliniken und Krankenhäusern, Airgapping kritischer Bereiche etc. Seit einigen Jahren ist ein ziemlich kräftiger „to teh cloud!“-Trend zu beobachten, wo sie auch beraten, und selbstredend seit neuerem der analoge „to teh AI!“, beides mit den naheliegenden Fragen Who owns the data? who controls the data?, und Leuten, die auf ehrliche Antworten diesbezüglich nicht immer scharf sind.

Das Problem ist hier dasselbe wie in DE: der „Double Age Gap“ des Gesundheitssystems. Das heißt, dass Leute älter und häufiger krank werden, auf der anderen Seite angesichts geburtenschwacher Jahrgänge der Nachwuchs in der Branche ausbleibt und der wachsenden Klientel weniger Beschäftigte entgegenstehen.

Eine PDP11. Wer die kennt, ist Teil des Double Age Gap.

Eine PDP11. Wer die kennt, ist Teil des Double Age Gap.

Die Serendiep: Hackerspace on a Ship.

Die Serendiep: Hackerspace on a Ship.

Dadurch gibts ein großes Interesse dran, alles, was automatisierend, effizienzsteigernd, was auch immer zu sein verspricht, nach Möglichkeit direct to production zu bringen. Darunter natürlich Cloudlösungen, klassische On Premise-KI (lokal trainierte Diagnosehilfen/ML-Systeme), aber auch externes, llm-basiertes usw. Und naturgemäß ist das zu einem relevanten Anteil einerseits securitytechnisch fragwürdig und andererseits problematisch zu pflegen.

Aber das Wachwildschwein wacht über alles. Wir sind sicher.

Aber das Wachwildschwein wacht über alles. Wir sind sicher.

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Meine 15 Minuten Ruhm, die Blogwochen und unvermeidliche Porngeschichten

Ruhm.

Ruhm.

Komisch, schon vor einiger Zeit die Blogfragen hatten mich irgendwie halb zum was dazu sagen hingeärgert, und nun gehts mir mit den aktuell via Blogwochen zelebrierten „15 Minuten Ruhm“ genauso. Kommts darauf an, ist das wichtig? Immerhin, während sich ein Großteil der Themenvorschläge am von mir dezent begähnten „übers bloggen bloggen“ orientiert, taugen die „15 Minuten“ tatsächlich dazu, dass die kleinen Schätzchen aus den Blogtiefen hochgeschubst werden, hochwuchten hieß das dereinst bei den HoePap, und es ist eine schöne und gute Tradition.

Nun macht mir das Thema ein paar Probleme. Ich fürchte, unter meinen meistgelesenen Texten stand mein Name nicht drunter und ihr rechtlicher sowie moralischer Status ist gelinde gesagt diskutabel. Blogtechnisch… tatsächlich einige Wellen in einem sehr speziellen Kreis schlug es, als ich feststellen musste, aus unerfindlichen Gründen Herr eines Botnetzes geworden zu sein. Bloggereitechnisch die größte Resonanz hatte möglicherweise mein extrem gepisstes Saalverlassen auf der Republica. Während es heute wahrscheinlich keinen mehr kratzt, wenn wer dort wo rein- oder rauskommt, damals (2007) gabs ein Interview, im Nachhinein amüsiert mich das sehr. Aber geschenkt, und wenn ich schon beim Tippen gähne, wirds beim Lesen nicht besser sein.

An dem Thema beschäftigt mich vor allem, dass es nah an was wichtigem dran zu sein scheint, aber halt nicht richtig trifft. Versteht mich nicht falsch, danebenstehen, blödfinden und besserwissen ist eine der zurecht umstritteneren Verhaltensweisen, hier ahne ich nur, dass möglicherweise eine schöne Chance verpasst wurde. Ich glaube, der Knackpunkt grade bei privaten Blogs ist weniger, dass es zu gelegentlichen 15 Minuten Ruhm kommt, sondern dass unbeabsichtigt Bedeutsames entsteht. Und ich glaube, das sind die eigentlich wichtigen Geschichten, die da passieren können, und selbige würde ich gerne auch von anderen hören.

Ich erzähl gern selber drüber, und machs einmal mehr am „Ich hab die Uni durchgespielt“ vor ein paar Jahren statt.

Man muss sich Korrupt als einen glücklichen Menschen vorstellen.

Man muss sich Korrupt als einen glücklichen Menschen vorstellen.

2009 bloggte ich von einem Hackercamp und erzählte eher nebenbei, dass ich mit nem Pornhub-Techie ins Quatschen kam über Hardware, Loadbalancer, Länderpräferenzen und natürlich Geld. Ich bloggte von besagtem Camp auch viel anderes und schrieb auch ansonsten das Netz voll, aber wegen exakt der einen Anekdote am Rande kam ich mit einem ehemaligen Kommilitonen in einen seitdem fortgeführten Austausch zum Thema ins Gespräch. 2016 ergab sich daraus ein Vortrag an der Uni, und das war nicht das Ende, sondern eher der Anfang von einer ganzen Reihe hochinteressanter Begegnungen, Learnings, Veranstaltungen und Aktivitäten. Weiterlesen

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Eigener Google Knowledge Graph-Eintrag: Unepischer Gewinn

Seit heute bin ich Google Knowledge Graph. Und hab das entsprechende Panel erfolgreich beansprucht (Nachtrag: eines der mehreren). Und dachte dabei eigentlich, damit komm ich bei den SEO-Kollegen angestiefelt und lass es mal so richtig lang hängen, weil ichs jetzt so richtig lang hab, aber ich bin aktuell ein wenig unterwältigt.

Vorab: was ist das?

Einfacher: was ist das nicht? Nehmen wir „Kino“. Das ist zunächst mal nur eine Folge der Buchstaben K, I, N und O. Ein dummes Google von früher würde stumpf gucken, wo diese Buchstabenfolge erscheint und entsprechend Ergebnisse auswerfen. Im Knowledge Graph ist „Kino“ aber ein Konzept, das mit weiteren Datenpunkten auf definierte Weise verbunden ist. Ein „Kino“ hat einen „Ort“, der hat eine „Adresse“. Es hat einen Zweck, man guckt dort einen „Film“. Usw., Google versteht, was „Kino“ bedeutet und welche Kontexte der Begriff hat, und deswegen sehen Google-Suchergebnisse zu „Kinoprogramm“ so aus, wie sie aussehen.

KG beanspruchen, weil hey, das bin ich!

KG beanspruchen, weil hey, das bin ich!

Analog ist „Richard Joos“ eine Entität im Knowledge Graph Googles. Genauer gesagt mehrere, es gibt ja mehrere von uns. Die sind jeweils eine „Person“, die sind wiederum „Autor“ von bestimmten „Dokumenten“ usw. usw. Nun will ich mehr Kontrolle über den Knowledge Graph-Datensatz, der mich und exakt mich bei Google beschreibt.

Aber zu den wichtigen Fragen:

– Wie kriegt man den?
– Will man den haben?
– Und was macht man dann damit?

Persönliche Antwort auf alle drei Fragen, kurz: Hmnajanun.

Aber ausführlicher. Folgend alles für meinen „Person“-KG, spannender für die SEO-Blase sind wahrscheinlich Brands/Products, und da funktioniert wahrscheinlich vieles anders.

Wie kriegt man einen eigenen Google Knowledge Graph-Eintrag?

Tja, da fängts bereits vage an. Ich bin einigermaßen sicher, einen Anteil hat bei mir Wikidata, wo ich eher aus Spieltrieb meinen Eintrag machte (siehe nebenan, wo ich auch kurz ein „Was ist der Google Knowledge-Graph überhaupt“ zwischenrein erklärbäre). Ich war in der glücklichen Situation, da ein paar über die Zeit angefallene, reputable Datenbankeinträge ablegen zu können (GND wegen gulli wars, IMDB wegen Soviet-Unterzögersdorf 2). Ich bin sicher, das hilft, aber ist nicht unbedingt notwendig und bin nicht mal sicher, obs den KG nicht schon früher gab. Ich kenn Knowledge-Graph-Resultate, bei denen ich weiß, die kommen maximal aus Autorenangaben in JSON-LD plus ggf. ein bisschen Linkedin. Wikidata ist ggf. ein bisschen Feintuning-Hebel – das „Autor“ bei mir dürfte an sich nur von dort kommen.

Ich bin drin!

Ich bin drin! (Wikidata. G-KG kommt weiter unten)

Allgemeiner Eindruck: die Menge machts, Maschinenlesbarkeit (Author-JSON) hilft, und dort Profile und Datenquellen verknüpfen, wies halt geht. Tatsächlich scheint es in den letzten Jahren wohl massiv einfacher geworden zu sein – beim grob Namen auf KG-Entries testen scheint mir, mit zwei, drei verknüpften Social-Profilen ist man vielleicht schon dabei, mit gefühltem Instagram- und Linkedin-Schwerpunkt. Testtools gibts einige, das von Audits.com mag ich gerne, weil man schon mal Typ und Sprache eingrenzen kann und ich nicht durch 20 Leute/Begriffe gleicher Benamsung klicken brauche. Dann gibts zB. noch Kalicube, und wenn man Geld ausgeben kann: bei Sistrix ist eine „Welche deiner Suchbegriffe sind KG-Entitys?“-Funktion mit drin. Cave: alle scheinen mehr oder weniger unzuverlässig.. Weiterlesen

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Koks.digital 2025, man zwingt mich zum recappen

Bringt uns PR die koks 2026?

Bringt uns PR die koks 2026?

Man muss mich eigentlich nicht zwingen, ich mach das eigentlich immer nach guten Veranstaltungen, schon allein, um für mich nochmal in Ruhe zu behirnen, was ich so neues erfahren und kollektiv mitgedacht habe. Die koks.digital ist die Online-Marketingkonferenz im Ruhrgebiet, und bisher hatte ich auf jeder viel zu denken. That said, erstaunt es mich eigentlich, dass die Konferenz-Recaps irgendwie ein wenig aus der Mode gekommen scheinen. Die Branche ist auf Social und Linkedin unterwegs, und da mag mans wohl knackig und nicht elaboriert, aber ich kanns weiterempfehlen, schon alleine für den eigenen Kopf. Wer weiß, vielleicht gibt’s in Zukunft mehr als die drei Recaps, die Stefan im letzten koks-digital-NL anteaserte. Ich dachte, verlegener als durch ein „erstgelistete Site!“ könnte ich nicht mehr werden auf der fünften koks.digital, der Onlinemarketingmesse im Pott, aber doch, das geht, ich komm dazu.

Ich bin Testimonial!

Ich bin Testimonial!

Ansonsten einmal mehr ein grundsätzliches „Zum Glück gibt’s die koks, man müsste sie sonst erfinden“. Sie ist enorm vielfältig, die Vorträge auf klasse Niveau, und die Veranstaltung bleibt trotzdem noch in einer Größenordnung und einer Gesamtstimmung, in der vieles einfach mal in Klartext und aus dem Nähkästchen diskutiert, fallbesprochen und ausgetauscht werden kann. Da reden Leute über ihre konkreten Doings und Learnings und eben nicht nur die Erfolgsgeschichten, sondern eben auch drüber, was falsch und schief und schlecht laufen kann, und man lernt ne Menge. Darauf ein herzhaftes „Stefan ist schuld“, das war das erste Statement zur Eröffnung auf der Bühne, und es bezog sich auf ein wenig Chaos beim Einlass und verspätetem Start. Ich erweitere hiermit auf die Gesamtveranstaltung und meine das als Kompliment.

Koks 2025, es geht los

Koks 2025, es geht los

(Wobei: kein Wlan! Ich weiß, 5G, und man soll zuhören, diskutieren und nicht rumsurfen, und überhaupt jammere ich auf hohem Niveau. Zur Sache.)

Patrick Pape, von Morefire eröffnete mit B2B Marketing. War bei mir eher ein „ach, guck mal an“, weil wir im Grunde ja auch B2B-Marketing machen. Einer dieser beruhigenden Einstiege bei einschlägigen Veranstaltungen: ich will eigentlich so zu 70, 80% der Statements/Ideen, die ich höre, einen „kenn ich/richtig/machen wir“-Haken setzen, weil sonst habe ich zu lang unter nem Stein geschlafen. Starke These: Bezahlte Lead-Generation ist fürn Arsch. Ich neige zum „Alles andere ist besser und erstrebenswerter, ja“. Patrick berichtete ganz direkt von ihrer Strategie, und so ein paar Aspekte schienen mir problembasiert gelernt: sie rechnen nicht mehr mit Cost per Leads, sondern Cost per Sales Accepted Lead. Günstige Leads konvertieren oft scheiße und sind im Endeffekt teurer. Leads, wo Sales sagt „Oh, hoppla“, da spielt die Musik. Überhaupt Sales; 75% der B2B-Kunden will keine Salesmenschen mehr (ich versteh das! sehr!). Ergo: viel Informationsangebote machen und Leute auf sich zukommen lassen. Bestandskunden ausbauen – einfach mal schauen, wenn SEO-Kunde X auf einmal drei Whitepaper zum Thema Social runterlädt.

Was tut man dann? Ich hätte aus dem Stand gesagt, man sollte seine Kunden so gut kennen, dass man in der Lage ist, sie zielführend und hilfreich drauf anzusprechen. Wenn nicht, hat man ein Problem. Wir haben aber 2025: selbstverständlich sagt man der KI, was der Kunde anschaute, wirft ein wenig Hintergrundinfo hinterher und lässt sich eine Mail schreiben. Beim zweiten Mal drüberdenken: es tut der eigenen Betriebsblindheit wahrscheinlich durchaus gut, wenn man da gelegentlich tatsächlich mal eine Persona, das recherchierte Thema und die aktuellen Leistungen reinwirft und fragt, was man hier raten bzw. anbieten könnte.

AI made by Microsoft. Mein Interesse macht mir Angst.

AI made by Microsoft. Mein Interesse macht mir Angst.

Tja, und dann kam Roman Broich, AI-Experte von Microsoft Deutschland, der letztes Jahr schon da war und mich schwer beeindruckte. Ich saß nichtsahnend da und die Anmoderation begann sinngemäß mit „Ich würde jetzt Roman Broich vorstellen, aber ich las was in einem Blog namens korrupt.biz was zu seinem letzten Vortrag und will lieber das vorlesen“, gefolgt von meinem Statement, ich sei nur in den Talk gegangen, um KI im Allgemeinen und Microsoft im Besonderen begründeter zum Kotzen finden zu können. Anschließend sei ich jedoch positiv überrascht worden usw. Ich sag mal so, mit der Ansage, MS zum Kotzen zu finden, zum Anmoderieren eines MS-KI-Experten zitiert zu werden: es fühlt sich schon ein wenig wie eines dieser unwahrscheinlicheren Achievements an, von denen man im Vorfeld sagen würde, sie seien ja wohl unfair und nicht realistisch zu schaffen. Weiterlesen

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Nine Inch Nails. Gute Erinnerungen an schlimme Zeiten

Head like a hole

Head like a hole

Es gab eine Zeit, da war „Trent Reznor“ ein Synonym für „Gott“, und insofern war das „Er kommt nach Köln und ich muss hin“ ein ziemlicher Nobrainer. TL:DR: insgesamt fantastisch, und was ich an Abstrichen habe, wird mehr mit mir zu tun haben.

Nachdem der Warmup-DJ für meinen Geschmack nen Ticken zu lang auflegte, gings los, und direkt der Anfang war so eines dieser Triggererlebnisse. Die ersten Songs ein Akustikset weitgehend, und mit „Right where it belongs“ einsteigen ist das eine, ich mochte die „With Teeth“ gerne, aber was halt noch dazukommt, die kam raus zu einer Zeit, in der es mir wirklich nicht gutging. Grade „Right where…“ war so eines dieser Lieder, die da viel in mir anrührten, und so wars ein leiser Einstieg, der halt trotzdem mir persönlich ziemlich in die Fresse gab.

NIN, almost acoustic.

NIN, almost acoustic.

In die Fresse: das gabs häufig, und das wird bei mir hängenbleiben. Reznor ist immer noch wütend, es geht ihm immer noch nicht gut, und so sehr ichs ihm gönnen würde, ich wünsch mir, dass es so bleibt. Die Gründe haben sich möglicherweise etwas verändert, und das scheint mir eine gute Entwicklung. Jedenfalls spielten sie für mich extrem überraschend das David Bowie-Cover „I’m afraid of Americans“ und ich dachte, Fick, ja. Junge, du machst verdammt viel richtig. (Funfact: dass das Cover/der Remix eigentlich uralt ist, ging komplett an mir vorbei)

Es war gar nicht immer so düster.

Es war gar nicht immer so düster.

Wobei, jetzt rede ich von Reznor, naturgemäß, aber da vorne stand ne Band und sie war zornig. Nicht Trent mit seinen Musikern, nein, eine Band. Es fiel mir erst beim Konzert auf, dass ich damit nicht ganz bewusst gerechnet hatte und ich mich sehr drüber freute. Die trat gemeinsam Ärsche, und das, obgleich die mehrfachen Bühnenwechsel – Hauptbühne das Brett in die Fresse, kleine Bühne Mitte Akustik- oder Synthsessions – das nicht unbedingt erleichterte, aber da spielte immer ne Band. Weiterlesen

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DOSbox, Win3.1, Monty Python und das Small Web gestern und heute

Es gab nicht nur Flying Toasters!

Es gab nicht nur Flying Toasters!

Wegen irgendwas fiel mir „Monty Pythons Complete Waste Of Time“ ein, ein …Spiel? aus Win 3.11/Win95-Zeiten, welches weniger wegen seiner Qualitäten als Spiel denn wegen seiner anarchischen, bruchlos das PC-Zeitalter adaptierenden Umsetzung pythonesquen Humors in positiven Erinnerungen meinerseits blieb. Jedenfalls, unter den irgendwo mal archivierten Isos fand ich auch das ominöse CWOT.iso (hätts nicht gebraucht, siehe gleich). Dann war natürlich irgendwie die Frage „rennt das noch?“ naheliegend.

Aber eigentlich geht es mir um das Netz von früher(tm) und ein paar Gedanken dazu. Deswegen im Schnelldurchlauf: Dosbox kriegt man auf jede vernünftige Linux-Distro mit nem apt install dosbox. Windows 3.11 gibts bei archive.org. Laden, in das Dosbox-Directory reinmounten, installieren. Bei classiocdosgames gibts ne Unterseite mit S3-Grafikkartentreibern und ebensolche für eine Soundblaster-Soundkarte. Auch hier: beides installieren.

Wir hatten ja nichts!

Wir hatten ja nichts!

Anschließend kann man im Win3.1-Setup via Systemeinstellungen die 1024×768-Auflösung bei 256 Farben anmachen und schwelgt im Luxus. Korrigiere, dann hat man ausreichend Systemanforderungen erfüllt, um die beiden genannten Monty Python-Zeitverschwendungen installieren und spielen zu können. CWOT lag rum, Grail hatte ich auch, aber ich müsst im Keller nach der CD suchen. Es gibt eine Latte allerliebster Abandonwaresites, in meinem Fall wars myabandonware, wobei ich nebenbei noch auf ein (dem Hören nach schwer verbuggtes) „Monty Pythons Meaning of Life“ stieß, von dem ich tatsächlich noch gar nicht wußte. Whatever.

Es gab einen Flipper, der vom Spiel ablenkte

Es gab einen Flipper, der vom Spiel ablenkte

Demnächst explodiert der Pinguin auf dem fernseher.

Demnächst explodiert der Pinguin auf dem Fernseher.

Ich erinnerte mich, dass ich damals beim Spielen von CWOT Probleme hatte, das eigentliche Spiel zu finden. Das ist tatsächlich nicht ganz trivial. Im Gegensatz dazu spielt sich der Holy Grail zumindest in den ersten paar Stunden sehr intuitiv, wobei es auch hier irgendwann sehr schwierig wird herauszufinden, was nun eigentlich konkret im Spielsinn zu tun ist. Es spricht für beide Spiele, dass das zunächst mal vollkommen unerheblich ist und man trotzdem (deswegen?) sehr viel Spaß haben kann. Monty Python zu mögen mag eine nützliche bis unerlässliche Vorbedingung sein, zugegebenermaßen.

I'm not a witch, i'm NOT a witch!

I’m not a witch, i’m NOT a witch!

That said, ich weiß nicht, wie man beide Spiele ohne umfangreiche und detailierte Anleitung „schaffen“ im Sinne von „wie gedacht durchspielen“ soll. Die Lage in den üblichen Guides schien mir angespannt, und ein Hint Richtung „Bettycat“ warf tote URLs, einmal mehr rettete mich aber das Archiv, das historische Versionen der Bettycat-Website bis heute vorhält, komplett mit PDF-Downloads zu allen Level7-Pythongames. Weiterlesen

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Das Observatorium auf dem Teide

Wir pflegen eine kleine Schwäche für die Astronomie, „beobachtend“ im Sinne von „wir gucken nicht selber irgendwo durch, erfahren aber gerne von größeren und kleineren Institutionen, die selbiges tun, und empfinden eine gewisse Faszination und auch Freude über die Erkenntnisse, die das Ganze so mit sich bringt.“ Vor ein paar Jahren auf La Palma waren wir beim Observatorium auf dem Roque de los Muchachos, und dann liegt es nahe, auf Teneriffa zum Gegenstück zu gehen. Dort kann man Führungen bekommen und wir machten eine.

Das Observatorium Teide liegt, wie der Name sagt, auf einem Plateau am Teide, dem höchsten Vulkan auf Teneriffa. Das Observatorium liegt aus Windgründen „nur“ auf 2400m, und es stehen viele Teleskope und Beobachtungsgeräte dort rum. Nicht so viele wie auf dem Roque de los Muchachos, wie ich mir dann sagen ließ, denn es fühlte sich nach „mehr als“ an. Das liegt aber daran, dass die Gesamtfläche kleiner ist, alles enger steht und daher nach mehr aussieht als die verstreuteren Anlagen auf der Nachbarinsel. Beide zusammen bilden die Europäische Nordsternwarte ENO. Was wird dort beobachtet?

P.S. 360°-Bilder. Es geht grade wieder, auf Umwegen.

Ruppsel guckt ins Licht

Ruppsel guckt ins Licht

Sehr viel: Sonne. Das Observatorium hat eine Tag- und eine Nacht-Abteilung, und der Schwerpunkt auf Teneriffa liegt auf der Tagesseite, weil die Lichtverschmutzung auf Teneriffa höher ist als auf La Palma, trotz meist vorhandenem, lichtabschirnemdem Wolkenmeer. Licht braucht um die acht Minuten von der Sonne bis zur Erde, die Teilchenstürme ne Woche, deswegen werden mit den Sonnenobservatorien in erster Linie Sonnenstürme beobachtet, die mögliche Probleme im Stromnetz und ähnlich anfälligen Strukturen mit einer Woche Vorlauf ankündigen. Beobachtungsdaten gibts öffentlich im Netz. Man kann auch selber durch das eine oder andere kleinere Sonnenteleskop gucken, wir hatten leider einen leicht wolkigen Tag erwischt, aber für ein paar Härchen am Sonnenrand (Protuberanzen, Eruptionen) und einen recht fetten Sonnenfleck hat die Sicht gereicht. Weiterlesen

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KI verblödet meine SEO-Branche

Ende 2023 stand ich fassungslos vor SEO-„Kollegen“, die ernsthaft die Meinung vertraten, dass eine Google-KI ihnen direkt aus dem Nähkästchen erklärt, wie sie funktioniert. Es war 2023, die LLMs waren für uns alle Neuland!, und nun haben wir 2025, und es ist noch genau dieselbe Idiotie, und ich versteh die Welt nicht mehr. Nebenan bei Wix interviewte man ein paar Experten, und was soll ich sagen, einiges las sich tatsächlich wie von Menschen geschrieben und mehr als einmal hatte man das Gefühl, es sei auch ein gewisses Denken im Vorfeld vorhanden gewesen. Aber.

Um mein Hirn zu erklären, brauch ich nur in meinen Kopf zu gucken.

Um mein Hirn zu erklären, brauch ich nur in meinen Kopf zu gucken.

Wir haben 2025, und ein Zack Notes erklärt, das LLMs einem „erklären, warum sie Brands so ranken, wie sie sie ranken“, man sie überhaupt nach ihren Rankingmotiven fragen könne und dadurch die „Black Box“ der Suche aufbrechen könne. Und ich erkläre, dass man beim Lesen dieser Sätze physisch fühlen kann, wie sich Gehirnzellen aus purer Verzweiflung mit ihren Synapsen erdrosseln. ALTER! Das LLM erklärt dir exakt gar nichts über seine Rankingmotive. Es nimmt sich alles, was irgendwelche Idioten wie du je ins Netz geschrieben hat zum Thema „was könnten Rankingkriterien für LLMs sein?“, rührt dreimal rum, löscht die Fußnoten weg und würfelt eine Grammatik dazu aus. Das hat mit den tatsächlichen Prozessen soviel zu tun wie drei Pfund Konfetti mit der Farbenlehre. Weiterlesen

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