Porn-Nachträge: Ein Nachruf und Makelovenotporn

RIP, Miss Coral Korrupt

Den (sehr späten) Nachruf zuerst: MsCoralKorrupt ist tot. Letzes Jahr ergab sich durch die Verkettung nicht unbedingt zusammengehörender Umstände, dass ich was für ihre Krebstherapie spendete, und eine Weile kriegte ich mit, dass alles schwierig, aber nicht ganz hoffnungslos sei, und dann hatte ich sie nicht mehr wirklich auf dem Schirm. Sie starb letzten Juni. Ich kann mir nicht helfen, es gingen nur zwei Tweets hin und her, das war an sich alles, aber es macht mich traurig. Und so trivial es klingt: ein so endender Twitterfeed macht mich beklommen – einige sehr endgültige 140 Zeichen, und dann der zynische Nachtrag von den Sale-Scripten.

Make Love, not Porn: Pornmythen dekonstruieren

Ich war am ein, zwei Sachen nachrecherchieren, die im Zuge der Jugendarbeits-Konferenz am Freitag zur Sprache kamen: mich störte, dass es keine wirklich (mir?) bekannte Pornmythen-Dekonstruktionsseite gibt, die, sagen wir mal, FSK16-mäßig einfach zum schnell wo reintwittern, weitergeben, empfehlen taugt, wenns notwendig wäre. Mit der Einschränkung: es gibt eine, auf Englisch, und es ist ewig her, dass ich auf sie gestoßen bin und sie fiel mir danach nie wieder ein. Das Thema ist schwer googlebar, nun fällt mir beim Alt-Texte nachgucken, dass ich sie bereits schon mal verlinkt hatte: die Porn Myths-Dekonstruktion von Makelovenotporn.

Porn vs. Realität

Damals schon moniert, hier per Deeplink übersprungen: die Seite hat eine „Bist du 18?“-Abfrage. Ich bin mir weiterhin sicher, die „Myths“-Sektion ist seitdem nicht angefasst worden. Himmel, es sind zehn Punkte, die schon eine ganze Menge abdecken, aber ich wüsste aus dem Stand nochmal so viele. Klar, um den Punkt „in echt ists anders“ zu machen, reicht es ja aus und man darf ja gern auch irgendwann anfangen, selber zu denken, aber ein wenig schade ists schon, dass das dabei stehenblieb an der Stelle. Weiterlesen…

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Fachtagung Jugend und Pornografie in Tübingen: Pädagogen raten zur Gelassenheit

Es ergab sich, dass ich einen Vortrag zu Pornmarketing im Internet auf einer Fachtagung für Jugendpädagigik an meiner alten Studienstätte halten durfte, dem IfE in Tübingen. Weiter bin ich stolzer Besitzer eines Monsterdildos. So lag der folgende Gedanke nahe: hält man mal einen Fachvortrag in der ehrwürdigen Alten Aula in Tübingen und hat dabei einen Monsterdildo auf dem Rednerpult stehen, dann hat man die Uni schon irgendwie durchgespielt (oder zumindest ein ziemlich geiles Achievement).

Uni durchgespielt: Vortrag mit Monsterdildo

Uni durchgespielt: Vortrag mit Monsterdildo

Ungeachtet schöner Accessoires: ich glaube, das war eine der erfreulichsten Veranstaltungen in Richtung Jugend- und Medienpädagogik, die ich seit langem erlebt habe. Ein unverkrampftes und sehr konstruktives Herangehen an die Fragestellung (ich sag bewusst nicht „ans Problem“), und das fing schon damit an, dass die von mir durchaus verehrte Nicola Döring einen feinen Eingangsvortrag hielt, der mit dem Wunsch garniert war, Schlagzeilen der Art „Pädagogen alarmiert: Jugendliche $whatever“ seien meist weder von Nutzen noch von unbedingter Faktizität.

Gegen Mittag überzog ich dann meine halbe Stunde mit einem foliengewittrigen Input zum Thema, wie Porn ins Netz kommt, was es für verschiedene Angebote, Monetarisierungs- und Vermarktungsmodelle gibt, einen Einsteiger-Rundumschlag eben von den großen Tubes über Affiliatemarketing, Amateurseiten, Sexdates etc.pp. und wie und wofür jeweils eben die Kohle fließt. Warum nun dies auf einer Pädagogik-Fachtagung?

Ich glaube, es fing mit dem Bericht vom HAR-Hackercamp 2009 an, als ich ein spannendes Gespräch mit einem der Techies von Pornhub hatte. Darüber gabs auch einigen Austausch mit Ex-Kommilitonen, die inzwischen in der Jugend- und insbesondere Jungenarbeit tätig sind, und man sprach immer mal wieder, wie so die jeweilige Perspektive auf Porn ist, einmal Jugendarbeit, einmal Onlinemarketing. (Nicht nur) Jugendlichen sei nicht immer klar, wie es käme, dass eben so viel Porn für lau im Netz stünde: wenn das keine „Just for Fun“-Pornclips von freizügigen, wahlweise sexuell verwahrlosten Exhibitionisten seien, warum wären sie dann alle für lau? Wenn das großteils Profizeug ist, warum kostets nichts? Wenns geklaut ist, warum tut niemand was dagegen? Und ich muss zugeben, diese Fragen triggern mich durchaus, denn was als „normal“ gilt/als „normal“ inszeniert wird oder wie neue „Normalitäten“ entstehen, beschäftigt mich eigentlich schon immer, auch und gerade im Bereich Sexualität. Diese „Gegenüberlegung“, dass ein höchst artifizielles Format wie Porn eben auch als gewissermaßen „normal“ wahrgenommen wird, weil wenns artifiziell/kommerziell wäre, gäbs es doch nicht in dieser Menge im Netz – diese Frage ist mir so noch nicht in den Sinn gekommen. Klar, Betriebsblindheit, man weiss ja, wies funktioniert, aber ich kanns niemandem verdenken, dass man da eben nicht draufkommt und die Vermutung hat, dass man bei vielem der Onlinepornangebote eben Lieschen Müller von nebenan bei ihrer Gangbangparty sieht und die typische sexuell aktive Frau von heute einen Schwanz im Arsch braucht.

Pädagogik gelassen: Die Jugend verdirbt nicht

Stellte sich raus: Die Generation Porn gibt diesbezüglich wirklich keine großen Anlässe, die moralisch zersetzende Kraft der Onlinepornografie zu beklagen. Die Statistiken zeigen in die andere Richtung: in Sachen Verhütung seien die Wissensstände international vorbildlich, die Maßzahl der Teenagerschwangerschaften erfreulich gering. Weiterlesen…

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Nazidemo Wuppertal: vor diesen Arschlöchern soll die Politik einknicken?

Eine Handvoll Nazis hatten sich am Wochenende in Remscheid und in Barmen zum Affen gemacht, und wir waren in Barmen vor Ort. Pro Deutschland hatte mobilisiert versucht, eine Demonstration auf die Beine zu stellen und wir fragten uns zwischenzeitlich, obs nicht doch eine False Flag-Aktion der PARTEI war, um die rechten Vollidioten lächerlich zu machen, denn das war es auf den ersten Blick: lächerlich.

Pro Deutschland-Vollidioten, eins

Pro Deutschland-Vollidioten, eins

Keine zwei Handvoll rechter Deppen, denen die Stumpf- und Dummheit ins Gesicht geschrieben stand (drin bevor „aber nicht alle Nazis…“: es war verdammt noch mal so) liefen mit etwas Verspätung auf, bauten sowas wie einen Stand, und als wir schon dachten, das wars, wuchs das Häuflein dann auf die Endanzahl von so 20, 30 an.

Von den Reden war nicht viel zu hören, es wird nicht schade drum gewesen sein, und man hätte drüber lachen können, wenns nicht a) eben der Versuch war, gezielt zu provozieren, um sich dann mal wieder als arme Opfer zu gerieren, zum anderen die Bullen bei einem der Anwesenden dann gleich auch ein Messer beschlagnahmt hatten und zum dritten, Gipfel der Dummheit, bei der Remscheider Demo der eine Hogesa-Messerstecher vom AZ gesehen wurde, der als einziger der Drei nur ne Bewährung gekriegt hatte. Weiterlesen…

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Weltkunst im von-der-Heydt-Museum, „Flüchtlingskrise“ und umfallende SPD

Das eine führt irgendwie zum anderen, überhaupt ist ja alles mit allem anderen verbunden. Im von-der-Heydt-Museum in Wuppertal läuft noch einige Zeit eine Weltkunst-Ausstellung (Vorsicht! Sound-Autoplay!), in der aus wirklich sehr verschiedenen Ländern und Kulturen Kunstwerke gezeigt werden, die a) von den von der Heydts gesammelt und b) ansonsten über einige europäische Standorte verteilt sind. Ich bin jetzt gar nicht so der Kunstmensch, aber mir hats gefallen und ich empfehle hiermit weiter.

Intererssant auch einige Exponate, die sich mit der NS-Geschichte des Wuppertaler Kunstmäzens beschäftigen. Extremstkurzfassung: vorgeworfen wird vdH gerne, die Notsituation zahlreicher jüdischer Kunstsammler ausgenutzt und Sammlungen zu höchst günstigen Konditionen erworben zu haben. Hinzu kommt ein zeitweiliger Parteieintritt, die er wohl aber „als Irrtum“ wieder revidierte. Ich bin geneigt, ihm das abzunehmen: da ist ein durchaus fein- und kunstsinniger Mensch mit durchaus progressiven Sicht- und Lebensweisen erkennbar, dem auch beispielsweise anzurechnen ist, dass er einiges an „entarteter Kunst“ vor der Vernichtung durch die Nazis retten konnte. Eine Opportunistenkeule wird man reinen Gewissens schwingen können, aber ich denke, die Keulen haben an sich zuerst mal andere verdient.

Einiges der Naziideologie Verhasste fand er wohl ganz öffentlich ganz fein – sei es ganz allgemein kulturelle Vielfalt, Internationalität oder Modernismus, und in dem Kontext sind neben den einschlägigen Malern eben auch einige Bauhausexponate im Museum zu sehen. Diese wiederum waren mir Anlass, später nochmal die Bauhaus-Geschichte in der Wikipedia nachzuschlagen. Und was findet sich dort zu lesen?

„Ab 1930 leitete der Architekt Ludwig Mies van der Rohe das Bauhaus in Dessau. 1931 gewann die NSDAP die Gemeindewahl in Dessau und setzte 1932 die Schließung des staatlichen Bauhauses durch. Die KPD stimmte dagegen, die SPD enthielt sich.“

Ich las den Absatz und musste sehr lachen. Dem FSM sei dank, ich bin ein zynisches Arschloch und muss auch lachen, wenn heute die SPD die Humanität der Entscheidung feiert, im Fall von in .de gestrandeten Kindern aus Bürgerkriegsgebieten im Einzelfall prüfen zu lassen, ob ein eventueller Härtefall vorliegt, der möglicher-, aber nicht notwendigerweise durch das Nachkommen ihrer Eltern gelöst werden könnte. Und nun mag es vielleicht unpassend wirken, dass ich auf sowas ausgerechnet mit Lachen reagiere, aber ich bitte zu bedenken: alle mir einleuchtenden Alternativen sind mit erheblichen strafrechtlichen Konsequenzen belegt.

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Companion Cube: Gewichteter Begleiterkubus mit RasbPi drin, Howto

Companion Cube, zartrosa leuchtend

Companion Cube, zartrosa leuchtend

Ich mag ja Portal. Und dann mag man ja auch den gewichteten Begleiterkubus. Und außerdem mag ich Fablabs und litt lange unter dem Zustand, an sich coole Möglichkeiten vor der Nase zu haben, aber dann doch eher die grobmotorischeren Projekte im eigenen Keller zu machen. Ich glaube, die GlaDOS auf dem 32C3 wars dann, die mir neben dem „Ich muss mir mal beschriftete Holzschilder neben die Schaltpultknöpfe und -Voltmeter auf dem Schreibtisch lasern“ ein „Und an sich kannst dir dann auch einen Companion Cube bauen“ ins Hirn pflanzte. Außerdem hatte ich aus einem inneren Zwang heraus bei Mitch für nen Zwanni einen Raspberry Pi eingepackt, weil dort noch einer für nen Zwanni rumlag. Ich schwöre, ich wusste nicht, was ich überhaupt damit machen sollte. Zuhause fügte sich dann aber alles schnell zueinander, und so erkundigte ich mich im Fablab nebenan nach den Spezifikationen des dortigen Lasercutters (sechs Millimeter Pappel ist OK) und der notwendigen Software (sie haben nur CorelDraw, können dort aber PDFs aus Inkscape importieren und lasern).

Es war ein wenig Gepfriemel, bis man das Däumchen in Inkscape raus hatte, aber am Ende stand dann das da.

We can has Laz0rs!

We can has Laz0rs!

Erste Zusammensetzschritte, gelaserter Begleiterkubus

Erste Zusammensetzschritte, gelaserter Begleiterkubus

Der Liebhaber sieht: da ging der Korrupt wohl von Anfang an Kompromisse ein. Das sollte sich auch durchziehen. An sich sollte es ein „Portal 1“-Kubus werden. Die „Zwischenlinien“ von innen dezent rosa beleuchtet. Und nun sind beim „richtigen“ Begleiterkubus die Ecken weiter hervorstehend wie diese Kantenschutzteile, ich hatte eine zweite Lage Ecken-Module auch schon im Inkscape, ließ es dann aber mit dem Lasern: es wär mir schlicht zuviel geworden, und außerdem gefiels mir auch so. Okaye Vorlage bzw: MSRaynsford. Weiterlesen…

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Google: Lieber Lithium fürs Communitymanagement

Leichter WTF-Moment heute: Google-Adwords-Hilfeforen wurden auf Lithium umgestellt. Und Lithium ist nun schon ein wenig der Rolls-Royce unter den CRM-Systemen, nichtsdestoweniger machts ein wenig den Eindruck, als würde Daimler die Shuttlebusse zwischen den Stuttgarter Werken von einer Renault-Leasingfirma betreiben lassen. Das Ganze ist im englischsprachigen Bereich schon länger so, in .de war heute wohl der Switch.

Beispiel Analytics-Community: unter https://www.de.advertisercommunity.com/t5/Google-Analytics/ct-p/Google_Analytics zu finden (an den /t5/-Verzeichnissen erkennt man an sich immer die Lithium-Instanzen), man kann auch nen Blick auf die Source werfen und sieht dann die externen Scriptreferenzen a la https://googlede.i.lithium.com/html/assets/materialize.min.js usw.

Google Analytics Community, powered by Lithium

Google Analytics Community, powered by Lithium

Aktuell noch Gegenbeispiel Webmasterzentrale: hier noch die „alte Struktur“ a la https://productforums.google.com/forum/#!forum/webmaster-de und der Source, die an sich nur aus Inline-CSS und Javascript besteht.

Das Ganze ist wie gesagt im US-Raum schon länger live, ich bin da sogar schon ne Weile in Lithium-MyBusiness-Foren unterwegs gewesen, ohne es zu merken, wahrscheinlich, weil ich MyBusiness eh immer als Dauerbaustelle wahrnehme. Es scheint demnach eine sukzessive Umstellung zu sein, und irgendwie ist ein entsprechendes „Hey, Google switcht auf Lithium“ trotzdem nicht wirklich an mir vorbeigerauscht.

Nun ist Lithium ein sehr fettes CRM-System, und auch wenns meinen Geschmack persönlich nicht trifft: es ist schon ordentlich gemacht (und kostet nebenbei *richtig* viel Geld). Was mir in anderen Commuinity-Lösungen überdimensioniert scheint – diese ganzen ähnlich-aber-unterschiedlichen Foren/FAQ/QA/Feedback-Bereiche – ist in einer fetten Plattformumgebung wie der Googlehilfe wahrscheinlich wohl am Platz. Bewertungen, Incentives, Userrankings, you name it: was an Features, Funktionen, Gimmicks der neue heiße Scheiss im eher anstaubenden Communitybereich ist, Lithium kann es.
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32c3 Recap 2: Ebookwarez, HT-Metadata und anderes

Ferngesteuert fliegender Hai, vor seinem Tod in der Abluftanlage

Ferngesteuert fliegender Hai, vor seinem Tod in der Abluftanlage

Zu den allgemeinen Eindrücken vom Teil eins noch der Nachtrag: Keine Congressseuche (bis jetzt, aufholzklopf). Ich bin wirklich beeindruckt. Währenddessen weiss man es ja nie so genau: ein grundsätzliches Congressproblem, ist ja, dass der Körper sich nicht vernünftig ausdrückt. Man fragt sich immer, ist man grade nur reizüberflutet, dehydriert, übermüdet, unterzuckert oder überkoffeiniert oder warum sonst fühlt man sich grade irgendwie. Essen, trinken, gelegentlich schlafen, man muss sich eben immer irgendwie dran erinnern und selbiges dann auch wirklich immer mal wieder tun.

Hacking Team Email Metadata Analysis.

Einer der wirklich spannenden Talks war nebenher im Anarchist Village. Das Hacking Team wurde ja gehackt und ein paar Gigabyte Email geleakt. Das Sharelab hat eine Metadatenanalyse der Mails gemacht – nur Headerdaten, Absender, Empfänger und Timestamps – und konnte daraus quasi die komplette Organisationsstruktur des Teams ableiten sowie klar, Geschäftsbeziehungen, Reisen, Urlaube, Krisen/Events bis hin zu konkreten Businessabschlüssen.

Hacking Team, Email-Metadatenanalyse in der Anarchist Village

Hacking Team, Email-Metadatenanalyse in der Anarchist Village

Hier rechts oben: ein Deal. Der Chef (blau) mailt viel mit dem potentiellen Kunden, später kurze Einbeziehung anderer Leute (wahrscheinlich Legal oder Buchhaltung) und dann wurde wohl ein Vertrag unterzeichnet, denn plötzlich mailt jemand anderes (braun) viel mehr, wahrscheinlich der Techie, der sich um die Einrichtung kümmert. „Nur“ Metadaten, my ass. Das Paper mit der kompletten Analyse gibts hier (angucken! Sehr cool!), und das zum Visualisieren verwendete Gephi muss ich mir auch mal für andere Anwendungsfälle ansehen, das scheint mir eine recht geile Datenvisualisierungssuite zu sein, offen und kostenlos. Weiterlesen…

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32c3: 32. Chaos Communication Congress, erster Recap

Tja, und da ist der diesjährige Congress wieder rum. Ein paar unsortierte Gedanken.

Size does not always matter.

We can has Laz0rs!

We can has Laz0rs!

Die Atmosphäre und Stimmung haben mich sehr positiv überrascht. Gefühlt wurde der Congress die letzen Jahre immer freundlicher, inkludierender, vielfältiger und dabei offener. Ich muss zugeben, ich hatte Bedenken ob der nochmal deutlich höheren Gästezahl, ob das skaliert werden kann. Konnte es. Ich bin begeistert.

Zusammengenommen waren wir eine deutlich fünfstellige Zahl von Hackern/Haecksen interessanten und interessierten Menschen, die viel auszutauchen und zu erfahren hatten. Eine riesige „Neugier macht das Leben großartig!“-Party.

Schöne Dinge.

GlaDOS auf dem 32C3: Still Alive

GlaDOS auf dem 32C3: Still Alive

Glados im Chaos West. Es machte mich echt fertig, ich kann mir nicht helfen, sowas seh ich und könnt heulen vor Glück. Solang Leute sowas bauen, ist die Welt irgendwie noch irgendwo in Ordnung. Sogar den Schutzkasten haben sie drumrum, falls es zum Ausstoß tödlicher Neurotoxine kommt.

3D-Drucker, eine von zwei Fertigungsstellen.

3D-Drucker, eine von zwei Fertigungsstellen.

...aber wozu die Leuchtfunktion?

…aber wozu die Leuchtfunktion?

3D-Drucker und Leuchtdildos. Klar, es geht weiter, aber *wie* es weitergeht, ist heftig. Deutlich weitere Materialauswahl, Auflösung nochmals stark verbessert bei den Teilen, die rumstehen, und allein die schiere Zahl war gelegentlich beeindruckend. Interessant am letzten Tag der Vortrag zu physikalischen Schlössern und der Geschichte, dass man inzwischen so weit ist, dass man einfach mit dem Teleobjektiv den 50 Meter weiter auf dem Cafetisch liegenden Schlüsselbund fotografiert und vom Bild einen 3D-Druck des Schlüssels anfertigt. Komplette Toolchain vom Bildaufbereiten über 3D-Design bis Ausdruck vorhanden.

Rad1o mit DJ-gesteuertem LoungeLight

Rad1o mit DJ-gesteuertem LoungeLight

Und natürlich die Partyzone und eine deutliche Weiterentwicklung des rad1os vom Camp. Ich hatte leider bei mir die zweite LED-Auflötaktion versemmelt, einen Lötpunkt aus dem PCB gerissen und anschließend eben nur eine leuchtende VierfarbLED, aber das Teil selber rennt jetzt mit der neuen Firmware und ich muss demnächst mal das Frequenzspektrum unserer Hausgeräte hier durchmessen. Andere Leute konnten Ambientlight anmachen und sich DJ-Lichtpultgesteuert funkerleuchten lassen. Weiterlesen…

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Porn-Idee zum Mitnehmen

Ich weiss nicht, wie ich draufkam, aber ich meine, es hatte was mit dem Pornhub-Weihnachtsspot zu tun und dann den Reality/Soap/Porngeschichten auf njoyon. Dass man da irgendwelche Soaps im Pornstyle persifliert und ein Konzept wie Frauentausch mal ernsthaft durchspielt, scheint mir irgendwie konsequent. Statt Gameshows die Dildo-Challenge, hey, Gnade bringt uns nicht weiter. Man hat quasi das Privatsenderprogramm, das die Privatsender gern machen würden, aber halt nicht dürfen, und das auch ohne die nervigen Werbepausen.

Aber Werbepausen – so wirkliche Porn/Sex-Werbeformate sind mir noch nicht untergekommen. „Schenken Sie Freude zu Weihnachten! Der neue Vibro-Masseur 2000!“ schön mit Anwendungsdemonstration und wie er an Stellen kommt, wo der Holzbock XL einfach nicht mitkommt. TV-Verkaufsevents im QVC-Style mit echten Livetests und Produktbewertungen. (Es *gibt* Sextoy-Testpornos und Dildoparty-Persiflagen, aber beim schnellen durchgucken nichts mit ernsthafter Produktbewertung und „echten“ Empfehlungen). Anschließender Kinkspot: „Hat Ihre Frau schon wieder die Spreizstange zerbrochen? Greifen Sie besser gleich zur Saeder-Krupp-Spreizstange, und jetzt neu: die Saeder-Krupp Chrome Edition mit ausziehbarer Armfixierung!“

Als nächstes dann die Werbungs-Werbepersiflagen. „Die letzte Gangbangparty war ja toll, aber die Dildos waren alle nur halb drin.“ „Schatz, das waren ja auch nicht die guten Funfuckory-Dildos mit allergiegetestetem Slide-Silikon!“ „Funfucktory Slide Silikon?“ (*Küchenschranktür aufmach* *Kistenweise Funfuckory-Slide-Silikon-Dildos*) „Genau!“ Ausladendes Gartenpanorama mit glücklichen Gästen.

Also ich würds nicht gucken, aber ich guck ja auch viel anderes nicht, was viele andere mögen, also vielleicht, nun, wie gesagt, Idee zum Mitnehmen.

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In der Einsamkeit der Flughäfen atme ich auf.

Ich bin. Ein Privilegierter. Mein Ekel ist ein Privileg.

Na, woher ists? :) Aber im Ernst: ich versuch mich mal kurz, eine Flughafenabneigung (verbreitet) mit einer gewissen Betriebsblindheit und einem nicht recht greifbaren „Irgendwas ist da, und ich krieg den Finger nicht drauf“ in Worte zu fassen. Rückfahrt von Düsseldorf, ich dachte grade laut über Targetingmöglichkeiten an spezifische Flugroutennutzer nach und kam drauf, dass mich an Flughäfen was stört, was jenseits des üblichen „Argh, Flughäfen!“ liegt. – Ich glaube, es ist ein Stückweit das „völlig fremde/andere Welt“-Gefühl, das ich dort regelmäßig habe, plus das „ich müsste mich da eigentlich wie in meiner Westentasche fühlen“-Marketingmenschendenken.

Symbolbild

Symbolbild

Wir haben superspezifische Zielgruppenansprachen. Wir haben die Tourismusbranche, mit der ich doch das eine oder andere zu tun hatte, plus Markeninszenierungen und den diversen ordentlichen Sixt-Einsprengseln drin. Wie gesagt, ich müsste mich auskennen, aber fühl mich zum einen fremd und zum andern ist alles so derart zur Kenntlichkeit entstellt, ich sprach über Fluglinien-Zeitschriften und sagte sinngemäß, dass zum einen nicht wisse, wen man da anspricht und dass ich dadrin nicht einmal die Werbung ernstnehmen könnte. Dem auf den Fersen, was ist das denn für eine Denke, wenn man die „redaktionellen“ Inhalte schon selbstverständlich nicht mehr ernstnehmen kann, und das einzig einigermassen glaubwürdige ganz selbstverständlich die Werbung ist, und dem auf den Fersen, dass es an sich vollkommen egal ist, ob man das über die „Wings“ sagt oder die mal wieder großflächig ausliegende CHIP. Der tu ich damit vielleicht ein wenig unrecht, es standen auch einige vernünftige Dinge drin, aber wenn ich dann einen Special-Doppelseiter zur Chip/Freenet-Kooperation für die deutsche Cloud lese (keine Anzeige) und ein verschämtes fundorado.com/CHIP im Werbeteil, das Livecams, Video, Sexchat und alles andere anbietet, irgendwie wirkt letzteres für mich schlicht und ergreifend glaubwürdiger. Himmel, die Chip liegt da ja eh nur rum, damit die „gedruckte Auflage“ für die IWV schöner aussieht. Dann aber der Zweifel, obs an der Werbekiste liegt und nicht vielmehr an der generell auf den Kopf gestellten Wahrnehmung von Wirklich- und Künstlichkeit, dem auf die Spitze getriebenen Resultat eines Prozesses, den man irgendwie auch internalisiert hat, bezogen auf Arbeit, Leben, Beweglichkeit, Mobilität, Wahrnehmung der Welt und überhaupt. Vor dem einen an sich gruselt, das man ob seiner Konsequenz aber irgendwo bewundert.

So spann sich das Hirn vom einen zum anderen und ich fühl mich da dann immer ein wenig wie ein Protagonist bei Murakami, halb rausgefallen und halb in was festhängend, wovon man nicht recht weiss, wozu es gut sein soll, worin man aber durchaus gut ist; wartend auf das Irreale und gleichzeitig so mittendrin, mit einem latenten Gefühl von Schuld, einer großen Ratlosigkeit und einem sehr unterschwelligen Hm, ficken. Und plötzlich fragt man sich, ob man vielleicht doch irgendwo nachvollziehen kann, dass manche Menschen Jazz mögen. Es ist eigenartig.

(Bild unrelatiert)

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