Search Impact Alpha: Google Webmastertools, neues feature

Ich weiss nicht, wie ich zur Ehre eines GWMT-Betatesters komme, aber heute kriegte ich unerwartet die Nachricht, ich könne bitte gerne in meinen GWMT das Preview von “Search Impact”, deutsch bereits übersetzt als “Auswirkungen auf die Suche” ausprobieren.

GWMT Search Impact: Web- vs. Bildsuche, CTR nach Keyword

GWMT Search Impact: Web- vs. Bildsuche, CTR nach Keyword

Das ist jetzt wirklich kurz ein schnelles Quasi-Liveblogging mit vorangestelltem schnellen ersten Eindruck, der da wäre:

– Keywords/Suchen. Ich verstehs nicht ganz, aber nehms eher erfreut zur Kenntnis: nach der ganzen “Not provided”-Eskalation in Analytics scheint Google parallel in den GWMT die Keywords plus Rankings/Klicks mit wachsender Relevanz zu featuren. Hatte ich mich schon in der Vergangenheit dabei ertappt, statt in die üblichen Ranking-Tools in die WMT zu gucken, wenn möglich, wird das hier diesem Trend zumindest bei mir weiteren Vorschub geben.

– First it giveth, then it taketh away, wer will die Gnade des grossen Gs hinterfragen? Zwar gibts spannende KW-Daten, aber Keywords, Rankings oder Seite, zwei von dreien. Das gilt auch für die Darstellungsmetriken, Klicks, Impressions, CTR, Position. Zwei darf man nehmen, mehr ist nicht, teils auch mathematisch bedingt, aber nun.

Klicks und CTR, sitewide, letzter Monat

Klicks und CTR, sitewide, letzter Monat

Je nachdem, kriegt man einen Zeitverlauf oder eine Liste. Hier mal Klicks mit einem GWMT-typischen Zeitverlauf – es scheint wie bei den anderen Metriken auch immer nur maximal Daten der letzten zwei Monate herzugeben, dann ist Sense. Aktuell gehts für zwei Monate auch nur via “Vergleich”. Weiterlesen

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Facebook, das WWW, das Internet und ein, zwei Studien

Dass Facebook mit seinen Billig/Gratisangeboten in Entwicklungsländern keine hauptamtliche Wohltätigkeitsveranstaltung fährt, geschenkt. Die Studie von Quartz, nach der ein zunehmender Teil der Nutzer dort nicht mehr wissen, dass sie das Internet nutzen, wenn sie Facebook nutzen, ist insofern wenig überraschend, gleichwohl etwas besorgniserregend.

Facebook is serious business.

Facebook is serious business.

Ins gleiche Horn stößt der Hinweis auf die Studie bei Netzpolitik, allein, mich amüsiert, dass sie eine der Extremironien der Geschichte übersehen haben. Denn in einer Studie, die kritisch betrachtet, dass Facebook für “das Internet” gehalten wird, hält man gegen Ende vollkommen selbstverständlich das WWW für “das Internet”:

And it’s happening not just in the poor world, but in poor parts of the developed world, where there also exists a sense among some that using an app isn’t the same as using the internet, which requires a web browser like Safari or Internet Explorer.

Hmja. Die Verwechslung ist schon älter, aber es gibt Situationen, an denen man sie sie wirklich vermeiden sollte.

Nun las ich heute noch eine – etwas anders gelagerte – Geschichte, ich meine, im Website Boosting. Themas: Amazon, Tenor: das ist analog monopolisierend wie andere Big Player, eben im Onlinehandel. Hintergrund: die meisten anderen sind scheisse in Sachen Usability, und wers bemerkt, macht dann eben einen Amazon Store, der funktioniert wenigstens. So oder so, a) die Leute landen bei Amazon, wenn sie was kaufen wollen, b), und das ist ein richtig wichtiges b), jedenfalls eines, das mir bis dahin noch nie so aufgefallen ist: Amazon kriegt dann von der Preisgestaltung über saisonale Absatzverläufe, ideale Lagerstrategien, whatever, alles mit an Markt- und Handelsdaten jeder beliebigen Branche und Waren/Produktkategorie. Ungefähr das “Google Local Merchant Feeds schaffen maximale regionale Preistransparenz (für Google)” auf Steroiden. Weiterlesen

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Facebook-AGB, die mich nicht werben lassen wie ich will

Vorweg: Schalten von FB-Werbung ist nicht meine Kernkompetenz. Wer das kann: bitte gerne Tipps, Kritik, Korrekturen.

Anlass: Alle heulen sie wegen der neuen Facebook-AGB. Alle werden sie nun völlig transparent und jeder dahergelaufene Marketingtyp kann ihre Daten kaufen, die Facebook immer dreister, flächendeckender, böswilliger und wasweissichnichtalles noch aggresiver erhebt. Das ist Schwachsinn, und ich wills erläutern. Und weil ich böses tue, weil ich böse bin: mal aus der Perspektive eines solchen schmierigen Gesellen, der die Zwangstransparenz seiner Mitmenschen ausnutzen will, die sich vom Druck zur Online-Vergesellschaftung anfixen ließen und nun nackig machen mussten. Disclaimer: wie gesagt ist das mitnichten meine Kernkompetenz und es fällt mir ehrlich gesagt grade deswegen ein wenig schwer drüber zu schreiben, weil man ja ungern mit den Themen hausieren geht, wo andere vielleicht vieles besser wissen.

Also. Tatsächlich hoffte ich angesichts des jüngsten Aufschreis um die FBAGB auf ein paar Werbemöglichkeiten, die ich gerne hätte. Ein erster Blick in die entsprechenden Backends machten mir indessen wenig Zuversicht. Aber schauen wir doch einfach mal. Es kann sich nämlich jeder problemlos selber ein Bild machen, was FB so an Targetingmethoden anbietet, wie die Transparenzen, Möglichkeiten und Grenzen so sind. Einfach mal selber ne Kampagne aufsetzen, kostet nichts, solang mans nicht live schaltet.

Typische Facebook-Werbezielgruppe

Typische Facebook-Werbezielgruppe

Wenn ich nun nur Frauen zwischen 16 und 65 errreichen will, Deutschland außer Berlin, die offene oder komplizierte Beziehungen führen und auf heiße Lesben stehen, dann wird die Zielgruppe zu schmal zum darstellen. So weit, so gut traurig, geschenkt. Man sieht, die Möglichkeiten sind interessant. Weiterlesen

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2015: Das Jahr von Linux auf dem Desktop

Nächstes Jahr sei das Jahr von Desktop-Linux, heißt es jedes Jahr, aber ich persönlich hab beschlossen, 2015 wirds. Ists, um genau zu sein. Am Wochenende hab ich mein XP in den Ruhestand versetzt und bin seitdem auf einem Kubuntu unterwegs an der großen Kiste zu Hause. Die Migration war letztendlich ein Witz und das Setup… nun ja, da bin ich wirklich schlimmeres gewohnt. Die Motivation war nun so ziemlich das Gegenteil von allem, was in der Regel das Linux/Windows/Switch/Migrierthema bestimmt, und vielleicht ist das auch so eines dieser nicht repräsentativen, aber durchaus symbolträchtigen kleinen Geschehnisse, die eine gewisse Entwicklung erkennen lassen.

Ich liebe Lucasarts-Adventures, und ich war vor längerer Zeit einmal schwer frustriert, als das residual-Grim Fandango, mit dem ich jenen Klassiker wieder zum Laufen kriegte, irgendwann im vierten Jahr der Unterwelt reproduzierbar abschmierte und nicht zum durchspielen zu animierwen war. Ergo war die Reaktion auf das Steam-Erscheinen des Grim Fandango-Remasters ein unmittelbares “SHUT UP AND TAKE MY MONEY”,. gefolgt von der Ernüchterung, dass das Spiel auf WinXP nicht läuft.

Nun bin ich in einem Alter, in dem das Leben zu kurz wird für Windows Warez. Auf der anderen Seite erfüllt mich allein der Gedanke, Geld für Windows auszugeben, mit Widerwillen, um nicht zu sagen, mit brechreizerregender Übelkeit. Das führte zum, nun, untypischen Szenario, dass ich mich ewig um den an sich überfälligen Switch zum Desktoplinux drückte und ihn erst dann ging, als es, hihi, ZUM ZOCKEN unumgänglich wurde. Weiterlesen

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Geigerzähler mit Webupload, kurzer Recap

Geigerzähler, Netz-Stromversorgung, seriell angebunden

Geigerzähler, Netz-Stromversorgung, seriell angebunden

Seit dem Safecast-Vortrag auf dem 28C3 ging es mir nach, doch mal nen Geigerzähler zu bauen und irgendwie live die Messdaten ins Netz zu stellen. Am 31C3 raffte ich mich dann tatsächlich auf und packte das Geiger-Kit von Mightyohm ein. Sieht nett aus und ist an sich recht einfach zu löten.

Nachdem es Workshops auf dem Congress dazu gab, ging ich vom Fleck weg davon aus, dass es dafür auch entsprechende FAQs, Sktripte etc. gab, wo man mit vertretbarem Aufwand die Daten auf einen Rechner und dort ausgewertet kriegte. Gibts, aber war alles nun doch etwas mehr Gefrickel als gedacht.

Das Ding rennt mit Batterien, die ich nach dem ersten Testlauf entlötete und durch einem 3V-Adapter ersetzte, mit der Geigerzähler durchlaufen kann. Weiter ist der Output ein Serial Port, was wiederum ein moderner Rechner nicht mehr besitzt. Mit dem entsprechenden Adapter auf USB (ich hab den hier empfohlenen FTDI Friend genommen) kriegt man den Datenoutput auf einen USB-Stecker. Dort kann man ihn mit einem entsprechenden (und entsprechend konfigurierten) Terminalprogramm abgreifen. In meinem Fall machte ich das mit dem kleinen Debian-Homeserver, auf dem eh schon der TOR-Router läuft. Da kommt dann im Terminalprogramm sowas an:

CPS, 0, CPM, 26, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 0, CPM, 26, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 1, CPM, 25, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 0, CPM, 24, uSv/hr, 0.13, SLOW
CPS, 0, CPM, 23, uSv/hr, 0.13, SLOW
CPS, 4, CPM, 26, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 0, CPM, 26, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 0, CPM, 26, uSv/hr, 0.14, SLOW
CPS, 1, CPM, 27, uSv/hr, 0.15, SLOW
CPS, 0, CPM, 27, uSv/hr, 0.15, SLOW

Count per Second, Count per Minute, das ganze schon auf uSv umgerechnet und aggregierbar. Fein, aber ich will das ja aber schön ausgewertet haben, und nach Möglichkeit im Netz. Und hab das nun auch: Livedaten, letzte 4 Tage:

Strahlenbelastung Elberfeld, 4 Tage

Wie rennt das? Im Mightyohm-Forum hatte Chankly eine entsprechende Skriptsammlung rausgehauen. Runterladen, auf den Server werfen. Weiterlesen

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Wahl der Waffen. Eigenartige Netz-Diskussionsweisen, 31C3-Input

Auf Twitter scheinen ein paar Sachen an mir vorbeigerauscht zu sein. Ich war verwundert darüber, warum es gelegentlich en vogue zu sein scheint, Leute zu dissen, die Cryptotools bauen, woher der “Ich find Snowden noch cooler scheiße als ihr”-Wettbewerb kommt, dass es irgendwann mal uncool geworden sein muss, am Gerät was zu können und hatte das Gefühl, das ist so ein allgemeines Ding geworden: wer mehr Leute scheisse finden kann, gewinnt. Drin bevor “Darum gehts nicht”, mein Punkt ist eher, dass vieles auf mich eben *so wirkt* und ich nicht recht weiss, ob das im Sinne der Erfinder ist.

Ich weiss nicht, ob ich da zu viel in eine Tonne werfe, aber mir scheint, als ob viele der jüngeren Debatten in die Richtung gehen: statt nach den gemeinsamen Nennern zu gucken, ist der Fokus dort, wo man sich maximal abgrenzt. Positiv gewendet, mag das sinnvoll sein: Zuspitzung der eigenen Position, Klarmachen der Kritikpunkte. Auf der anderen Seite nimmt man sich Anschlussmöglichkeiten noch und nöcher.

Es mag der eigenen Profilierung guttun, wenn man Fefe nur noch wegen des Sportteils liest und ansonsten empfiehlt, über alles Kryptofeenstaub zu pudern. Nur scheint mir das eine Blase in der Blase zu konstruieren, mit der man sicher sein kann, die eigene Position nicht mehr überzeugend vertreten zu müssen, weil das kein Mensch mehr kapiert und ja eh alle anderen scheisse sind. Nun bin ich ein großer Freund der Haltung, dass am Ende alles auf Zynismus und japanische Pornografie rausläuft, aber damit gebe ich natürlich alle Ansprüche auf, ob an mich oder die anderen, irgendwas zum Besseren zu verändern.

Auslöser bei mir war eine kürzere Twitterunterhaltung, bei der ich auf leitmediums Diskussionsbeitrag zum “Right to be left alone” hingewiesen wurde, an dem sich eine Debatte über die Verpflichtung von TOR aufhing, Anleitungen zum Blocken des eigenen Dienstes zu schreiben. Nun würde ich persönlich hier einfach sagen “Nein, muss TOR nicht. Sie sollen sich verdammt nochmal drauf konzentrieren, ihr Tool sicher zu halten.” und in der besten aller möglichen Welten würden sich daraufhin alle daran machen, das zu tun, was sie am besten können: die einen entwickeln wichtige Tools zur Anonymisierung, an deren Funktionieren gelegentlich Leben hängen, und die anderen schreiben schöne Howtos, wie sich trotz der Existenz von TOR einigermaßen belästigungsarm das eigene Blog betreiben lässt.

Allein, die Welt ist gelegentlich eher so mittel und so gab es scheinbar eine dickere Debatte über das Ermöglichen und Befördern von Harassment und (so vermute ich) allerlei Gebashe auf den Nerdpride und den Techwahn und dass man die Klappe halten soll, wenn man seinen Kernel nicht selber kompilieren kann. Das schlimmste ist, ich bin mit dran schuld, dass die Welt so mittel ist, denn an sich liegt mir auf der Zunge, dass das die guten alten Firstworldproblems sind angesichts dessen, dass an den anderen Prioritäten eben hängt, ob man in irgend einem Folterknast verschwindet oder eben geschützt bleibt. Man kann das Spielchen wahrscheinlich zum Erbrechen weiterspielen und ich denke, einige haben das bereits getan, daher auch der ganze Zynismus und das ganze Gebashe. Wie gesagt, es wär meiner Ansicht nach viel geholfen, wenn man sich wieder stärker darauf konzentrierte, was a) man jeweils am besten kann und b), (und das ist ein wichtiges b)!), vor allem, was *die anderen* am besten können.

Ich persönlich kann durch meine altersweise und gelassene Art sowie der mir gegebenen Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten, Streit zu schlichten, Frustration zu lindern und allenthalben das Beste in meinen Mitmenschen zu sehen, zu fördern und zu lieben, hier hoffentlich versöhnend und motivierend wirken. (das muss ich jetzt mal selber lesen und wirken lassen. Das schlimme ist, ich glaub selber nicht dran und tret auch gern zu, aber dazu noch weiter unten).

Rekurs zum Anfang. Ich glaube, hier werden schlicht Erwartungshaltungen aufgebaut, die auf allen Seiten unrealistisch sind, und das gleich auf mehreren Ebenen.

  • “Technikkritik” verlangt von den Techies, dass sie die kompletten sozialen Probleme mitlösen
  • Techies verlangen von allen Nutzern, sich das entsprechende Knowhow als “Kommunikationskompetenz-Analogon” anzueignen
  • In der Folge wird jede an sich fruchtbar gedachte Teilhabe-Diskussion zuverlässig zu einer Diskussion um die Zuordnung von Verantwortlichkeit bzw. Schuld
  • Zu guter Letzt scheint mir da eine Art “gruppendynamisches Peter-Prinzip” auf: jeder wird qua Verantwortungszuweisung dazu getrieben, sich ausgerechnet auf den Feldern zu betätigen, die er schlechter beherrscht.

Nun glaube ich seit längerem nicht mehr an kurz- und mittelfristige Umsetzbarkeit von Ideen, die mit “Wenn alle stattdessen…” anfangen. Weiterlesen

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Unitymedia Business-Anschluss mit fester IP – OK, nur schlecht erklärt

Unitymedia hassen ja fast alle. Ich schätze, wegen ihrer DS-Lite-Anschlüsse, mit denen Anwender bestimmter Zielgruppen keine rechte Freude haben. Unter diesen war auch ich, bis ich dann sagte, jetzt ist gut, ein ordentlicher Netzzugang muss wieder her. 5 Euren mehr investiert, da statt DS Lite mit IPv6-Tunnelkram gleich direkt ne fixe IPv4. Statt 100MBit deren 50, aber das tuts vollkommen, und ich meine, der Upstream wird sogar nen Ticken dicker (5MBit, mein ich). Und in der Tat, die Leitung rockt, allein der Weg war ein steiniger dahin. Folgendes machts Nachahmern hoffentlich leichter.

Beauftragt, Technikertermin ausgemacht, Techniker kommt, installiert eine Kabel-Fritzbox 6360 statt dem unerträglichen Technicolor-Gedöns. Ich war nicht dabei, es täte jedenfalls alles und brauche jetzt eben zwei, drei Stunden, bis die Firmware drauf wäre und dann alles liefe. Es lief dann natürlich nicht, und an sich hätte ich bereits beim Buchungsgespräch und dem dort stattgefundenen “Da ist ne Fritzbox statt des TC dabei, aber die hat kein WLAN” “Häh? Wieso das denn, die kann das doch?”-Dialogs misstrauisch werrden sollen, aber es hat tatsächlich tieferen Sinn. Weiter unten kommt auch, wie es tatsächlich funktioniert.

Jedenfalls, ich rief an und fragte, wie ich mich zu der verdammten Fritzbox connecten könnte. Obs wenigstens eine lokale Standard-IP gäbe, mit der ich die kriegte, die üblichen 192.168-Verdächtigen warens nicht und die Treiber-CD und das gern genommene http://fritz.box tätens nicht. Ja, müsse sie “…nachsehen, das ist dreihundert…” “dreihundertwiebitte? Kann nicht sein.” “Ich verbind Sie an die Technik”.

Techniker gab nir ne Zehner-Subnetzadresse, und mit ner IP in der Range sagte sogar die Netzwerkverbindung am Rechner, sie sei nun mit was verbunden, nur mit was, blieb unklar. OK, wir fragen nochmal telefonisch nach. Nun die Ansage, man sehe die Box im UM-Netz, aber in der Tat sei da eine Config nicht/falsch/fehlerhaft aufgespielt. Da es jetzt aber schon halb neun abends sei, könne man das nur an die Technik geben und dann liefe es wahrscheinlich morgen irgendwann im Lauf des Tages. Alle notwendigen Daten würde ich auch per Post kriegen. Ich hatte in der Tat ca. vier Briefe bekommen, der mit meiner IP und den Einrichtungsinfos war indessen nicht darunter. Immerhin einer mit der Info, dass das dann auch in meinem Kundencenter online läge. Nun ja, da komm ich grade schlecht ran. Vorweg: sie liegen auch dort bis heute nicht.

Am nächsten Tag rief UM zurück. Man müsse doch nochmal den Techniker schicken, es sei was anderes. OK, noch nen Termin ausgemacht, Techie kam, war nett, mittel kompetent (ich zweifle, dass ihm das Konzept “privates Subnetz” vertraut war), und musste an sich nichts machen ausser bei UM anzurufen und meine IP-Adressen rauszufinden. Jedenfalls, er gab mir eine IP, die die Fritzbox hätte und ne weitere, die ich selber auf dem Rechner verwenden könnte (was an sich grob irreführend war). Mit letzterer fix auf der Kiste kam ich tatsächlich auf die Fritzbox, via ersterer im Browser. Da es ein Frühmorgens-vor-Arbeit-Termin war und wir es beide eilig hatten, beließen wir es dabei und brachen zum weiteren Tagewerk auf, und ich fragte mich, was ich mit einer einzelnen zur Verfügung stehenden IP zuhause machen solle. Noch ne Fritzbox dahinterhängen vielleicht?

Es stellte sich raus, genau das ist die Lösung. Nur: wie richtet man die zweite Fritzbox ans Netz ein, wenn man mit dem einzigen Rechner, der Netz hat, die einzige IP belegt, mit der man ins Netz kommt?

Unitymedia sagt prinzipiell, man komme so ins Netz. Das ist nicht falsch, aber auch nicht hilfreich (und wenig empfehlenswert). Insbesondere hängt so eben ein einzelner Rechner direkt am öffentlichen Netz und die eine IP “zur freien Verfügung” ist eben verbraten.

Die Lösung ist, dass die UM-Kabelfritzbox eben nicht als Fritzbox, sondern faktisch als reines Kabelmodem agiert. Sprich, man muss den eigenen, “richtigen” Router dahinterhängen. Wenn man anfängt mit einem Rechner an der Kabel-Fritzbox, dann macht mans bereits direkt falsch. Wer so weit ist: Rechner abhängen und ihm wieder eine liebe, harmlose 192.168-Heimnetz-IP geben. Eine *zweite Fritzbox* oder einen alternativen, entsprechend fähigen Router per LAN von Port 1 zu Port 1 verkabeln. Der zweiten Fritzbox (die wir über ihre lokale 192.168… Adresse erreichen) richten wir jetzt einen Netzzugang über das “Kabelmodem” ein, das an ihrem Port 1 hängt.

Dafür brauchen wir die externe Kabel-Fritzbox-IP NICHT (das ist die niedrigste der vier zugewiesenen IP-Adressen), aber den Gateway (letztes IP-Triplett der externen Kabelfritzbox eins hochgezählt), die “frei verfügbare” IP (nochmal eins hochgezählt und, im Fall der einen festen IP, die Subnetzmaske 255.255.255.252.

Interner Router für UNitymedia mit fester IP einrichten

Interner Router für UNitymedia mit fester IP einrichten


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Das eigentliche Google-Problem: das Web geht kaputt

So, der Versuch, was auf den Punkt zu bringen. Mich nervt das allgemeine Googlebashing, das genauer betrachtet oft genug das immergleiche Gejammer von Leuten ist, die die Entwicklung verpennt haben (siehe LSR). Fundierter wird die Kritik in der Richtung Verticals – je mehr gesuchte Info direkt auf der Google-Ergebnisseite erscheint (die Google eben von irgendwoher hat) und die Suchenden gar nicht mehr zum Gesuchten kommen, desto schwieriger wird es für die entsprechenden Seiten zu überleben. Wenn man mich aber fragt, was mir tatsächlich an Google unheimlich ist, dann ist es die Zerstörung der Struktur des WWW, die sich mir an sich weitgehend abgeschlossen scheint. Und während ich denke, dass das eher “aus Versehen” begonnen wurde, so habe ich den Eindruck, dass es die letzten paar Jahre mit gezielter Absicht weiterbetrieben wurde.

Die zugrundeliegenden Gedanken haben sich andere schon gemacht, ich umreiss es daher nur kurz. Der Link wurde zur “Währung” im Internet, der Reputation und Rankings beförderte. Wer gelinkt wird, ist relevant. Wer nicht, der nicht. Mit diesem Rankingfaktor schaffte es Google, als Suchmaschine deutlich besser zu sein als andere und eine vollkommen verdiente Marktführerschaft zu gewinnen. Und natürlich eine Latte Leute auf den Plan zu rufen, die das Prinzip bespielten und mit Linkfarmen, Spambots, elaborierten Backlinkstrukturen und Linkjuicekanälen den Algo austricksen wollten. Ein paar Jahre Katz und Maus später haben wir aktuell eine Hauptfolge: der Großteil der manipulativen Taktiken ist tot, der Rest wird folgen – und eine Nebenwirkung: kaum jemand linkt mehr.

Irgendwann wurden Links neben dem Verweis auch (und dieses *auch* ist wichtig, denn sie waren und sind es eben nicht nur, auch wenn das die inhärente Logik hinter dieser Bewertung durch Google ist) zu einem geldwerten Vorteil, den man nicht mehr einfach so verteilte. Das war der Google-Effekt, der einen ohnehin im Rahmen der Kommerzialisierung des Webs begonnenen Trend nur verstärkte – Links wurden ohnehin schon gemieden, wenn man dachte, dass man damit die Leute von der eigenen auf die Seiten anderer schickte, und warum sollte man das tun? Aus durchaus guten Gründen – weil auch andere Seiten gute Infos bieten, weil nicht überall das komplette Rad immer neu erfunden werden muss, weil es den Besuchern weiterhilft, weil man selber – man denke an Wikis – die entstehenden Text/Linkstrukturen so weiternutzen kann, Himmel, eben zur Kollaboration und dem “In Beziehung setzen” von Informationen wurde das ganze Konzept Hypertext seinerzeit erfunden.

Wenn nun ein Gutteil der kommerziellen Seiten im Web die Verlinkerei zurückfahren, so what. Wenn sie auf der anderen Seite mit den zur Verfügung stehenden Mitteln Links zu sich animieren, dito. Denn – und hier sind wir wieder beim obigen “auch” – wer bei dem Spielchen nicht mitmachen will, konnte es halten wie der auf dem Dach. Wenn die Kommerznoobs im Netz nicht extern linken, weil ihnen die Muffe geht, ein Leser könnte ja klicken und kommt nie wieder, dann sollen sie halt. Wenn mich das Spiel nicht interessiert und ich meine Blogroll mit Nachbarn fülle, Himmel, wenn ich mir direkt den Feedreader spare mit Teasern ihrer neuesten Posts in meiner eigenen Sidebar, dann so what. Lange Zeit war die Faustregel schlicht, dass ein Link im schlimmsten Fall eben niemandem was bringt.

Seit einiger Zeit nun hat Google diese Faustregel abgesägt. Anil Dash konstatierte das Grundproblem bereits 2007. Money Quote:

“Connecting PageRank to economic systems such as AdWords and AdSense corrupted the meaning and value of links by turning them into an economic exchange. Through the turn of the millennium, hyperlinking on the web was a social, aesthetic, and expressive editorial action. When Google introduced its advertising systems at the same time as it began to dominate the economy around search on the web, it transformed a basic form of online communication, without the permission of the web’s users, and without explaining that choice or offering an option to those users.”


Ich sehe seinen Punkt, ich würde mich aber schon durchaus mit dem nachgelagerten Sündenfall zufriedengeben, den ich bei Punkt 3 und noch nicht notwendigerweise Punkt 1 sehe:

Schritt 1: Links werden Währung (bereits schwierig) ->
-> Schritt 2: Links sind mehr/weniger/nichts wert (kein Problem) ->
-> Schritt 3: Links können schaden (extrem schwierig) ->
-> Schritt 3, konkrete Rahmenbedingung: Es wird nicht verraten, welche (Sündenfall)

“Sündenfall” definitiv in der gewählten Rahmenbedingung, aber tendenziell auch unabhängig davon am Schritt drei – denn dadurch, dass ein Link schaden kann, mischt sich Google wertend und gegebenenfalls drastisch benachteiligend in die Angelegenheiten Dritter ein, die mit dem ganzen Zirkus schlicht nichts am Hut haben (wollen). Wäre das transparent, könnte das Problem noch in Teilen entschärft werden: man könnte Klartext reden oder zumindest sagen, darauf lass ich mich ein und darauf nicht. Man könnte bei Bedarf Klarheit kriegen, ob und wie einen hier ein Problem überhaupt betrifft und ob man was dagegen tun will. Es herrscht aber eben das Unwissen wie vom großen, geheimnisvollen G gewünscht. Und alle werden gezwungen, sich irgendwie dazu zu verhalten.

Um die Problematik konkret zuzuspitzen: Weiterlesen

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Alternative zum Kruppstahldildo…

…und zum Strafschnuller. Beim ersteren reichte es ja “nur” zum Shirt, und bei zweiterem trage ich mich schon seit Unzeiten mit eh überholten Ideen, was man mit der Domain anfangen könnte, aber ein beeindruckendes, respekteinflößendes Strafinstrument steht seit kurzem über meinem Schreibtisch und ich bin doch ein wenig angetan von der puren, animalischen Macht, die hier über den Monitoren thront und meinem Zorn Nachdruck verleihen soll, wenn es denn notwendig werden sollte.

Flieht, ihr Narren!

Flieht, ihr Narren!

Ich bin der Zorn Gottes. Die Erde, über die ich gehe, sieht mich und bebt.

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Onlinejournalismus, Soziogramme und Netzwerkanalyse. Kann man machen?

Mark Lombardi: Visualisierung einer Beziehung in einem Soziogramm

Mark Lombardi: Visualisierung einer Beziehung in einem Soziogramm

Der Grundgedanke: warum haben wir im Online-Journalismus X Themenseiten mit seo-relevanten Namen/Begriffen, aber keine vernünftigen Netzwerkanalysen und Soziogramme? Ganz platt zugespitzt: es wird viel über Filz, Hinterzimmer- und Lobbypolitik geredet, geklagt und versucht, aufzudecken, aber es gibt wenig (und schon gar keine “massentauglichen” Handwerksmittel dazu. Irgendwie scheint mir alles notwendige im Netz rumzuliegen, aber Übersichten gibts weder im Kleinen noch im Großen.

So richtig vermisst hatte ich das bisher nicht, aber ich wusste bisher auch nicht recht, was man eigentlich bräuchte, und grade habe ich das Gefühl, da müsste es eine Lösung geben. Der Anlass: eine Doku über den politischen Künstler Mark Lombardi, die Anfang des Jahres auf Arte lief. Es gibt eine längere Filmfassung, auf die Arte auch hinweist, weiter ging eine hochinteressante Rezension auf Telepolis an mir vorbei. Die schaute ich gestern an, wer will, kanns via Youtube nachholen. Vorweg: jetzt wirds etwas lang und verschachtelt, aber ich würd mich freuen, wenn insbesondere die einschlägigen Akteure aus der Onlinejournalistenecke zumindest mal querlesen.

Kurzfassung: Lombardis Kunst besteht aus reinen Soziogrammen: Schaubildern von Personen und Institutionen sowie ihrer Beziehungen. Das ganze, soweit ich es beurteilen kann, durchaus sauber und aus öffentlichen Quellen recherchiert. Dafür, dass das alles schon eine Weile her ist (Lombardi starb 2000) ist es a) schwer an mir vorbeigegangen und b) verwunderlich, wie wenig Versuche es gibt, das irgendwie netzbasiert nachzubauen. Weiterlesen

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