Local SEO als Local Guide, Recap nach knapp 12Mio Imageviews

Ruppsel ist in Urlaub, und was macht er im Urlaub? 360°-Bilder. Denen hab ich einen Gutteil meines aktuellen Level 6 als Local Guide auf Google Maps zu verdanken, und es ist an der Zeit, mal zu fragen, was das bringt, insbesondere, wenn man wie ich jetzt wirklich kaum Local SEO macht. Es folgt:

· Was brachte es gefühlt?
· Wie kommt man dahin?
· Ists den Aufriss wert?

Aber erst mal schönes Bild :)

Sowas gibt 5 Punkte für die Local-Guide-Gamification, und überdies hat man ein nettes Urlaubsarchiv in der „Meine Beiträge“-Sektion von Google Maps. Aber ich greife vor. Wer braucht nen Local Guide-Rang, außer fürs (haha) gelegentlich ein Sonderangebot fürs neue Google Pixel zu kriegen? Kurz: brauchen tut mans selten, aber wenn, dann ists meist praktisch. Weiterlesen

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Internetnostalgie, Technikoptimismus und Metaverse, ein Nachtrag

Im Rahmen einiger Gespräche zu aktivistischer Minimal Music gings auch um ein paar sehr technikbezogene Aspekte, die beim letzten Post hintenrunterfielen und die mir grade wieder im Kopf rumgehen, weil sich Zuckerberg mal wieder zum Affen macht und mit einem rassistischen Covidioten kuschelt. Metaverse, feuchter Traum untervögelter web3-Apologeten, bleibt ja nach wie vor den Beweis schuldig, in irgend einer Form relevant und zukunftsträchtig zu sein, es sei denn, man steht so sehr auf Büromeetings und Supermärkte, dass man auch noch virtuell dorthin will.

Techniknostalgie! Vor Jahren setzte ich mir die erste Cardboard-Brille mit nem iPhone und der Street View-App in VR auf die Nase und lief die Golden Gate-Bridge runter. Damals schwor ich mir, wenn ich mal als Vollpflegefall in irgend einem Bett liege und nicht mehr rauskann, dann hab ich ne Standleitung und ein VR-Set. Seitdem hatten wir Covid und eine zusammenbrechende Kulturszene. Nun erzählte mir Philip, dass beispielsweise das nebenan eingebundene Klavierkonzert in München deswegen so klasse aufgenommen/gefilmt worden sei, weil eben alles im Coronamodus war und extrem viel gestreamt wurde. Live sei das aber halt nochmal was anderes, vor allem in entspannteren Settings, wo sich Leute auch mal zwischen alle vier Klaviere/Flügel stellen konnten, wenn es ihnen danach war.

Ich bin recht sicher, nicht der einzige zu sein, der da an VR zu denken beginnt. An die Option, ein verdammtes Livekonzert, ob nun klassisch oder sonstwie, so „live“ wie möglich mitzukriegen, von wechselnden Standpunkten aus, mit dem jeweiligen Ausblick und dem zugehörigen Sound. Ob das nun Pflegefälle sind oder Risikogruppen oder einfach verdammt irgendwer ohne Bock auf Anfahrt, himmel nochmal, go for it. Weiterlesen

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Minimal Music, Jugendknäste, schwarzer/schwuler Aktivismus, und was Kultur so machen sollte

cw: N-Words. Ich hatte Besuch aus Zürich und lernte eine Menge über einen mir weitgehend unbekannten Teilbereich der Musik und gesellschaftlichen Wechselwirkungen derselben, die nicht allzuklar auf der Hand liegen. Es gibt sehr wenig Musik für Klavierquartett im Sinne von „vier Klaviere“, und die, die es gibt, stammt unter anderem von Julius Eastman, Minimal-Music-Komponist aus den USA. Sehr kurz gefasst: durchaus erfolgreich in der New Yorker Musikszene, überwarf er sich irgendwann mit einigen Hauptprotagonisten, komponierte explizit politische Stücke und thematisierte Rassismus und Homophobie. Selber schwul und schwarz, landete er irgendwann mit Drogen- und Alkoholproblemen auf der Straße und starb 1990. Einige seiner Stücke für vier Klaviere hörte ich erstmals gestern nach einem Besuch von Philip vom Kukuruz-Quartett vorgestern. Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen und den Regler eher mal etwas hochdrehen.

Min 0 Fugue No. 7
Min. 9.50 Evil Nigger
ich meine ab 32.30 Gay Guerilla

Ich steh jetzt moderner „klassischer“ Musik, oder wie man es nennen will, jetzt nicht wirklich nahe, aber in mir rührt das einiges an. Die Fugue weniger als die folgenden zwei Stücke, aber YMMV. Mir gefällt natürlich auch der Ansatz, dass vier Leute mit vier Klavieren auf Tour gehen und an allen möglichen Orten einen der breiten Hörerschaft doch eher unbekannten Künstler vorzustellen. Einen Eindruck gibts auch auf YT: Weiterlesen

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MCH2022, Rückblick aufs Hackercamp

MCH2022. Trotz allem, ein Fest.

MCH2022. Trotz allem, ein Fest.

Drei Jahre sinds seit dem letzten Camp gewesen, coronabedingt. „Meh, covid happened“ war eine der Alternativabkürzungen fürs MCH (offiziell: May contain Hackers), und um ein Haar wärs nochmal persönlich drauf rausgelaufen: Woche vorher bei mir und zwei Tage später bei der Teuersten die berühmten zwei Striche im Schnelltest. Es gab dann aber ne Punktlandung beim Genesen, und wir konnten am Tag 0 aufschlagen.

Es mag an der krankheitsbedingt durchwachsenen Woche vorher gelegen haben, aber auch jetzt noch denk ich, zum ersten Mal ohne das übliche „Endlich wieder Zuversicht tanken für ne Weile“-Gefühl zu einem Camp gefahren zu sein. Ich mag nicht rumpessimisten, aber glaube, die letzten Jahre und die letzten gesamtgesellschaftlichen Erfahrungen in Sachen Umgang mit Klimakatastrophe, Covid und Krieg haben ein paar Spuren hinterlassen. Zuversicht wird schwierig. Und trotzdem, oder grade deswegen: Schöne Dinge und feine Menschen, die die Hütte rocken, es ist schon nicht verkehrt.

Home sweet home.

Home sweet home.

Telex twittert.

Telex twittert.

Twitternde Telexmaschinen waren wie üblich nicht die einzigen antiken Technologien vor Ort. Ein Außenposten des niederländischen Computermuseums hatte einige erstaunliche Exponate (und hier gehts zum Talk über das Museum und seine Entstehung/Geschichte). In der daneben gelegenen Arcade Hall gabs allerliebste japanische Geräte. Vier Personen Battle Royale-Pacman und ein Ärgerspiel zum auf den Tisch hauen bzw. selbigen umwerfen waren ein paar Highlights, im Übrigen ist der Holborn 6100 der schönste Computer der Welt.
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Raspi und 433Mhz-Funksteckdosenschaltung, Switch auf OpenHAB

Companion Cube, zartrosa leuchtend

Companion Cube, zartrosa leuchtend

Doch schon sechs Jahre her: da baute ich den CompanionCube mit Raspi drin, um via Raspberry-Remote eine Latte Funksteckdosen mit angeschlossener Beleuchtung zentral zu schalten. In sechs Jahren gehen SD-Speicherkarten und Raspis auch mal fratze, die Karte wurde zweimal gewechselt, der Raspi schien mir beim jetzigen Ausfall auch zumindest so ein unsicherer Kandidat, dass man sich über einen Generationenwechsel Gedanken machen sollte.

Dann ists sinnvoll, an die Zukunft zu denken: will ich in alle Ewigkeit über einen 433Mhz-Sender Flohmarkt-Funksteckdosen schalten? Vielleicht irgendwann nicht auch mal Zigbee-Infrastrukturen ausprobieren? Kann man das Alte beibehalten und neues zu- und ausbauen, vielleicht sukzessive ablösen? Das geht, und Mittel der Wahl zum 433MHz-Funksteckdosen-Schalten ist openHAB bzw. die passende Raspi-Portierung openHabian.

Im Folgenden stehen die eigentlichen Setupschritte/Anleitungen in erster Linie in zwei Howtos, die ich hauptsächlich nutzte: einmal von
· Tutorials Raspberry-Pi und ein wenig weitere Inspiration von
· Klenzel.
Im Folgenden schreib ich vor allem über Fehler und Probleme, die ich trotzdem hatte, weil die hat vielleicht jemand anderes auch.

Das beginnt mit der aktuellen Raspi-Knappheit. Für OpenHab sollte es eher ein Raspi4 sein, mit den ersten Serien wird man leistungstechnisch nicht glücklich. Woher kriegt man Raspis? Ich hatte via rpilocator geguckt und dann mangels Verfügbarkeit nicht einen Standard-Raspi geshoppt, sondern die etwas umständlichere Variante: Raspi 4 Compute Module plus CM4 IO-Board. Teurer insgesamt, größer, aber ne Latte mehr Ausgänge/Schnittstellen (die ich zugegebenermaßen nicht brauche) und eine 12V-Stromversorgung, die meinem Eindruck nach deutlich friedlicher ihren Job macht als die „normale“ Raspi-Stromversorgung (Yeah! wer schon die gelegentlichen „Netzteil macht gelegentlich 100mA zu wenig“-Probleme am Raspi hatte, wird meine Seligkeit erahnen).

Sehr schöne weitere Nebenwirkung: man braucht die clevererweise mitbestellten HighPerformance-SD-Karten gar nicht, weil das IO-Board einen eigenen eMMC-Speicher mitbringt, der im Unterschied zu den mittelfristig immer mit Schreib/Lesezyklen verschleißenden SD-Karten haltbarer sein soll. Yeah!, nur: da muss man anders das System aufsetzen. openHABian auf ein Raspi-CM mit eMMC aufspielen: Jeff Geerling sagt, wies geht. Wie nebenan beschrieben, auf dem RPI-IO-Board per Jumper das eMMC-Boot deaktivieren. Wer wie ich keine Jumper rumliegen hat, kann nen Pin-Kabelverbinder nehmen. Weiterlesen

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These zu GA4 und UA: Google ensorgt mittelfristig viel toxische Daten

Es ist schon ein wenig ein spezielles Thema und ich habe Verständnis, wenn viele denken, so what. Trotzdem halte ich die Ankündigung Googles, im kommenden Jahr den Quasistandard im Webtracking – Universal Analytics – abzuschalten und komplett den Wechsel zu GA4 zu erzwingen, für höchst bemerkenswert, grade auch über die Blase der Onlinemarketer hinaus. Es wechselt nämlich nicht einfach irgend ein Analysetool.

Das Grauen. Das Grauen.

Das Grauen. Das Grauen.

Google Analytics kam einen weiten Weg. Seitdem haben die Trackingtechniken und -Skripte mehrfach, nun, evolviert. Ich sollte Accounts in der Betreuung haben, wo ich problemlos acht, zehn Jahre in die Vergangenheit gehen kann und gucken, was damals auf der Seite so los war. Und ich bin sicher, viele andere Akteure auch. Die Skripte wechselten, der Tagmanager kam, viel Wasser lief den Neckar runter und Google Analytics hat gemessen und verglichen und die Daten gesammelt, und wir haben sie uns angesehen.

Jetzt kommt GA4 und einige Akteure aus meiner Branche kotzen. Überwiegend, weil GA4 vieles kann, aber vieles auch nicht so recht, nicht so, wie mans braucht, und einige fluchen vor allem, weil man jetzt ruckzuck was aus dem Boden stampfen muss. Denn „Bis einschließlich 30. Juni 2023“ ist zwar noch ne Weile hin. Wenn die Geschäftsführung aber sagt, „Wir wollen die Entwicklung im Jahresvergleich“, dann muss man sich beeilen, denn man wird den Juli 2023 nicht mehr ohne Weiteres mit dem Juli 2022 vergleichen können, weil man jeweils nur Daten aus unterschiedlichen Tools hat. Wer Jahr/Jahr irgendwohin reportet, muss sich beeilen.
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SEO-Rückblick 2021: Google verarscht uns, und wir lassens mit uns machen

Tja, was für ein Jahr. Aus SEO-Perspektive fand ichs spannend, und wie meist ist der Auslöser, dass ich ne Branchenbetrachtung schreibe, eine andere Branchenbetrachtung, nämlich die von Searchmetrics. Was da mal wieder erzählt wird, und vor allem, was nicht, nun ja.

Persönlich freue ich mich auf ein Nullerjahre-Revival, als die Branche noch zur Hälfte aus schmierigen Abzockern bestand. Ich fürchte, ein paar SEOs mehr werden auf web3/NFT/Blockchain reinfallen und persönlich ists mir recht, wer sich blamieren will, solls machen und überhaupt, es war ja auch ne coole Zeit. Beipflichtend nicken konnte ich weiterhin beim üblichen Phrasengedresche a la „wird halt mehr KI/Textverständnis“ und „Ja, Speed, Mobile, CWV halt“, ja, klar, da reicht auch ne etwas staubige Glaskugel. Wobei es eigentlich schon bei den CWV losgeht. Ich optimiere gern auf CWV, aber bin ich eigentlich der Einzige, der sich fragt, warum Googles Tools dafür so beschissen sind und sie uns die trotzdem vor die Nase setzen und für „vital“ erklären?

Es mag sich *leicht* gebessert haben, aber was auf ner Seite der LCP ist, hatte im Jahresverlauf vielleicht was mit dem Erdmagnetfeld und dem Flugverhalten unbeladener Schwalben zu tun, aber obs ne Korrelation zu einem, dem einen „Largest Contentful Paint“ einer Seite gibt, ich hätte mein Geld nicht drauf setzen wollen. Beweist mich falsch, ich behaupte, mit einem Gutteil der CWV-Daten sind wir schlicht verarscht worden. Helfen tuts trotzdem, weil ne Seite wird schneller, egal, warum man dran schraubt, aber gelegentlich fragte ich mich schon, ob außer nmir noch irgend jemand mal nicht auf ein paar Zahlen geguckt hat, sondern was der verdammte LCP auf URL Sowieso konkret gerade laut Google *ist* und was er gestern war und morgen wird.

Ich glaube nicht, dass sich da in unserer Branche groß was verändert, aber ich würd mir wünschen, dass wir wieder ein wenig misstrauischer werden. Himmelherrgott, Google kriegt grade einen Arsch voll Klagen an den Hals, weil sie Adwordskunden abgezockt haben und eben mal fett Seiten ausbremsten, die nicht Googles neue hippe „macht-alles-schneller-und-liegt-bei-uns“-Shize namens AMP eingesetzt haben. Weiterlesen

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Kultur von fast allen für fast alle, ein paar Ergänzungen

Einmal mehr was mit Utopiastadtbezug, aber vor ein paar Wochen interviewte das Engels-Magazin Ebi und mich zum Thema Partizipation und Teilhabe insbesondere von Gefllüchteten oder Menschen aus migrantischen Communities, und nun sind längere Gespräche mit anschließender Kurzfassung in X-Zeilen-max-Artikeln immer so eine Sache und nehme ich die notwendigen Verkürzungen auch nicht übel, aber das Thema beschäftigt mich und ich mag ein wenig Gedanken abkippen.

Ein ethnisch weitgehend homogenes Bergbauteam im Bernsteinzimmer unter der GPA

Bietet Utopiastadt Möglichkeiten zu Teilhabe und Partizipation für Geflüchtete, migrantische Communities etc.? Ja natürlich, der Gedanke ist ja, allen Möglichkeiten zu möglichst niedrigschwelliger Teilhabe zu bieten. Und deswegen gibts, Zitat aus dem Artikel,

…nicht nur schöne Möglichkeiten, sich direkt an der Nordbahn-Fahrradtrasse aufzuhalten, sondern es gibt auch Bildung und Kultur kostenlos – also überhaupt erst einmal einen niederschwelligen Zugang zu verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und die Möglichkeit neue Leute kennenzulernen. Und so geschieht der Dialog hier nicht einfach bloß durch Diskussion, sondern vor allem über die Praxis. Darüber, dass man etwas miteinander tut, sei es Fahrräder zu reparieren, Essen zu retten, Tomaten zu pflanzen oder alte Wände einzureißen..

Und das ist so wahr wie wenig hilfreich, denn…

…ganz so einfach sei das alles dann doch wieder nicht, sagt Richie. Es genüge nicht, bloß eine Einladung an diejenigen auszusprechen, die sich Kultur und Bildung sonst finanziell nicht leisten können.

…und dann wird kurz gerafft, dass es um Schamgrenzen, Zeitressourcen und der generellen Schwierigkeit, „migrantische Communities zu erreichen“ geht. Und das mag auch „stimmen“, aber erklärt recht wenig (ab davon, dass ich mich schwertue, „echte“ Lösungen des Problems zu sehen.

Die „Schamgrenzen“ stehen für sich etwas kontextfrei da, die Geschichte zum Begriff scheint mir aber erhellend/verdeutlichend. Wir haben ein massives Armutsproblem in Wuppertal, und natürlich wollten wir hier „leicht zugänglich“ und offen sein. Daher Only Hut-Konzerte (Eintritt/Spende frei wählbar), kein Verzehrzwang usw., indes: die einschlägige Zielgruppe blieb draußen. Und was ich auch erst deutlich verzögert erfuhr: das war allen an sich nicht recht und man grübelte, was man tun könne, aber so wars, so bliebs, bis… nun, bis eine komplett externe Gruppe an uns rantrat und fragte, ob man im Hutmacher eine Foodsharing-Station aufmachen könne, weil ansonsten seien diese oft genug bei einschlägigen sozialen Einrichtungen und an sich gehöre das in die Mitte der Gesellschaft. Foodsharing kam und die Leute, die es nutzten, auch. Und nach ner Weile blieben sie auch im Hutmacher oder dem Außengelände, wenn sie schon mal da waren. Learning 1: nett willkommenheißen alleine bringt gar nichts, Learning 2: das musste man uns von extern her beibringen.

Für mich war das ein Augenöffner. Und man sollte meinen, es gäbe was draus zu lernen und abzuleiten. Allein, gehen wir den Schritt zur zweiten angesprochenen Zielgruppe, Geflüchtete und migrantische Communities. Weiterlesen

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Dr. Christine Leithäuser: Selbstdemontage einer „Journalistin“

Das Blog nennt sich hochtrabend „Neue Wuppertaler Zeitung“ und die Selbstbezeichnung „Journalistin“, und nun bin ich der letzte, der scharfe Berichterstattung bedenklich findet. Das Problem: wenn man mit hochtrabenden Ansprüchen elementarste Grundsätze des Journalismus nicht verstanden hat geschweige denn befolgt, Lügen verbreitet und Korrekturen nicht etwa annimmt, sondern flott aus den Kommentaren weglöscht, dann macht man sich nicht nur unglaubwürdig, sondern erweist jeglichem kritischen Journalismus einen Bärendienst. Es liegt an solchen Personen, dass die Branche mitunter unter Glaubwürdigkeitsproblemen leidet.

Unter dem recht hoch stapelnden Namen „Neue Wuppertaler Zeitung“ wurde vor einigen Wochen von Frau Christine Leithäuser ein Artikel rausgehauen, der vor Lügen und Fehlinformationen nur so strotzt. Titel „Schöner Schein“, und drin wird unter anderem behauptet, der Bahnhof Mirke sei einsturzgefährdet, das Betreten lebensgefährlich, die Baufortschritte ungenügend, der Garten verwahrlost, die Ehrenamtler ausgebeutet und das Bier zu teuer. Ums abzukürzen: nichts davon ist wahr.

Zugegebenermaßen hab ich aber selten eine Ansammlung von auf so viele verschiedene Weisen falscher, verdrehender und schlicht gelogener Aussagen zu Gesicht bekommen. Da haben wir schon inhärente Logikfehler (erst montieren Arbeiter OSB-Platten, dann wird nicht gearbeitet), Lügen wider den direkten Augenschein (dieser Garten ist verwahrlost, diese Hochbeete sind leer oder überwuchert), vollkommene Unkenntnis (es brauche eine fachliche Untersuchung, dabei gibts genau diese mehrfach vor und bei den laufenden Sanierungen).

Vollkommen verwahrloster Garten

Vollkommen verwahrloster Garten

Überwuchtere, verwilderte Hochbeete

Überwuchtere, verwilderte Hochbeete

Die Helfer hätten keine bauhandwerklichen Hintergründe (die haben einige), Schutzausrüstung sei nicht vorhanden (ist sie und wird verwendet). „Notfdürftige“ Abstützungen, „fehlende“ Bauaufsicht, Gefahr für Leib und Leben – einmal mehr: die Chupze muss man haben, das einfach mal zu behaupten bei einer geprüften und von Statikern, Architekten, Zimmermännern und Ämtern regelmäßig beaufsichtigten und freigegebenen, gar gelobten Baustelle. Weiterlesen

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Queer as Folk, eine Liebeserklärung (und Serienempfehlung)

Queer as Folk. Guckts euch an.

„Queer as Folk“, schwule Kurz-Serie aus den späten Neunzigern, lief bei Arte (noch ne Weile in der Mediathek) und ich gebe zu, ich hatte ein wenig Angst, wie sie sich über die zwanzig Jahre gehalten hat. Nun: hervorragend. Es ist nach wie vor das Beste, was ich in der Art je gesehen habe und ich kann nur raten, sich das anzugucken. Wichtiger Hinweis: es gibt ein US-Remake, nie, never mit dem verwechseln, wir reden von der UK-Ursprungsversion.

Ab in die Neunziger. Ruppsel saß in Tübingen und stieß auf Queer as Folk. Geguckt hatte ich das seinerzeit in meiner Lieblingslesben-WG, und Himmel, es war ein Umhauer. Erste Folge startet auch 20 Jahre später verblüffend rasant und durchaus sehr explizit, was einerseits Sex und andererseits Leben in einer schwulen Szene der 90er und dem deutlich feindlicheren Umfeld angeht. Ich sag mal so: wir waren seinerzeit alle komplett geflasht, was da tatsächlich im Fernsehen kam. Queer as Folk hatte maßgeblichen Anteil dran, dass ich eine Motorola-Episode in meinem Handylebenslauf hatte, weil ich das Star Tac unbedingt so cool zuklappen wollte wie Stuart. Aber ich greife vor.

Queer as Folk spielt in der schwulen Szene von Manchester, dreht sich hauptsächlich um Stuart, Vince (Freunde seit Kindesbeinen) und Nathan (der mit 15 sein Schwulsein und die Szene entdeckt). Und es drängt auf zwei Handvoll Folgen so viel Geschichten, Entwicklungen, Emotionen, Grausamkeiten, was auch immer zusammen, dass es irgendwie ein kleines Wunder ist, dass die Serie dabei vollkommen rund bleibt, ein konzentriertes und faszinierendes Bild der Facetten und Widersprüche gleich mehrerer Welten darstellt. Ich muss das erklären. Weiterlesen

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