Effizientes Depressionsentsorgen mit SpOn und ORF

Man merkt, dass sich schon lang kein depressiver Fussballer aufgehängt hat, denn auf Spiegel Online entblödet man sich mal wieder mit „Depressive sollen an die frische Luft statt Medis nehmen“-Artikeln, basierend auf einer finnischen Studie, die das belegt haben soll. Long story short: das hat sie nicht, und das Agendasetting gegen das wirksame Behandeln einer schweren Erkrankung ist mal wieder dämlich bis bösartig. Schnell dekonstruiert.

Nein, tut er nicht.

Ob der Waldspaziergang Psychopharmaka ersetzen kann, wird rhetorisch gefragt, und ich mag direkt die Antwort geben: nein, kann er natürlich nicht. Es ist leider viel trivialer: Menschen ohne Depressionen gehen öfter raus. Mehr gibt die Studie nicht her, aber hey, als Anlass, um Kranken in die Fresse zu treten, das geht immer.

„Wer drei- bis viermal pro Woche ins Grüne geht, bei dem verringert sich die Chance, Medikamente gegen psychische Belastungen zu nehmen, um ein Drittel“ behauptet „AKL“, und ich behaupte, Gestalten wie „AKL“ sollten hochkant aus jeder Wissenschaftsredaktion fliegen. Die Studie dazu gibts nämlich im Volltext, und man muss sie nur sehr oberflächlich querlesen, um zu verstehen, dass hier gemessen wurde, wie sich die Waldspazier-Gruppe von der Nicht-Waldspaziergruppe in Sachen Medikamenteeinnahme unterscheiden. Und oh Wunder, die Spaziergänger nehmen weniger. Das wird immer klar rausgestellt. Abschließend wirds sogar genannt als eine der „stärksten Limitierungen“ der Studie:

„…Especially, when exposure variables describe the active use of green spaces, such as visiting green spaces, and the temporal order is not evident, it is possible that the findings reflect the fact that better health enables a person to spend more time outdoors.“

Kurz/deutsch:
Das Ergebnis könne auch bedeuten, dass gesündere Leute mehr rausgehen.
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Feinstaubsensor revisited: Use moar sensors! (and APIs!)

Ein Feinstaubsensor.

Ein Feinstaubsensor.

Zeit fliegt, wenn man Spaß hat: fast fünf Jahre sinds nu, dass ich mir einen Feinstaubsensor mit nem NodeMCU zusammenschraubte und vors Fenster stellte. Ich meine, vor zwei jahren musste ich den Sensor wechseln (schwerer Feuchtigkeitsschaden), aber die Feinstaub- und Temperaturwerte sind bislang durchgängig gecrowdsourced worden.

In der Zwischenzeit ist einiges passiert. luftdaten.info ist nun sensor.community, mit Opensensemap ist ein weiteres Netzwerk an Graswurzel-Sensordatenerfassung am Start, und ich schreib das alles, weil das leicht ansteuerbare Datenpools für alle sind, die mit dem luftdaten-info-Kit unterwegs sind. Die Firmware hat da – von mir weitgehend unbemerkt – ein paar Updates bekommen und lädt an sich zum Spielen ein. Weiterlesen

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Wikipedia: Ne Lanze fürs (wieder) mitschreiben!

Im Nachgang von einem der letzten wikipediakritischen Artikel bei Netzpolitik hatte ich eine kleinere Unterhaltung auf Mastodon, weil ich ein paar der meiner Ansicht nach allzu pauschalen Vorwürfen so nicht unterschreiben wollte. Nebenwirkung: mein Gesprächspartner schrieb wieder was zu seinem Fachgebiet auf der WP, und das triggerte wiederum mich, zu einem Fachgebiet mal anzufangen, um das ich mich bei WP bislang rumgedrückt hatte. Kernaussagen vorab:

· lief wunderbar, alles sehr konstruktiv, ich hab grade ziemlich Bock, mehr da reinzuschreiben
· Verallgemeinerungswarnung 1: ich bin ein kleines Licht in der WP (wenngleich Sichter und seit X Jahren dabei)
· Verallgemeinerungswarnung 2: ich halt mich für einen sehr pflegeleichten Wiki-Editor (gelerntes wissenschaftliches Arbeiten, viel Erfahrung mit großen Communities)
· Das Editierwerkzeug ist nach wie vor entsetzlich
· Mir springen da neben dem Artikelbauen am Ende noch ein paar spannende Spielwiesen ins Auge.

Trotzdem/deswegen möchte ich hier Lesende dazu animieren, mal (wieder?) die WP weiter- und auszubauen. Ich halte die WP (auch die deutsche) für eine gigantische und vollkommen unwahrscheinliche Errungenschaft, deren vielfältigen positiven Wirkungen auf die Gesellschaft meines Erachtens nach kaum überschätzt werden kann. Sie hats verdient (und nötig), dass wieder mehr Köpfe dort Wissen abladen und organisieren.

Was bringt mich auf das schmale Brett, es gehe entspannter zu als gern diskutiert? Zum einen scheint mir generell der übliche Bias zuzuschlagen: es äußern sich in der Regel die Leute zum Thema bevorzugt, die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Das passiert mir auch, aber: man kann ja auch mal sagen, wenn was entgegen der gängigen Lore super lief. Nun also: Wikipedia lief super.

To teh pornography!

Was macht Ruppsel in der WP? Ich hab ein kleines Faible für Pornografie, deren Online-Vermarktung und weiter die Auswirkungen derselben auf Gesellschaft und Jugend. Daraus entstand eine Fachpublikation, die inzwischen gar gelegentlich zitiert wurde. Und ausgehend davon hatte ich mich in ein paar WP-Artikel zum Thema (Online-)Pornografie eingebracht und ging davon aus, dass das möglicherweise ein wenig wespennestig sein könnte.
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Voice Search ist tot (feat. ChatGPT)

Ich hatte mich immer mal wieder mit Voice Search beschäftigt und meine, der Augenblick ist gekommen, vom „länger auf Snooze stellen“ zu „He’s dead, Jim“ zu wechseln. Der Fisch ist geputzt. Als ich zuletzt drüber schrieb, warens noch vier Milliarden, die Amazon damit verbrannte, dass Leute das Licht an- und ausschalten können, inzwischen sinds 10. Im Jahr.

Schönes Detail am Rande: Ausgerechnet Gary Illyes himself fühlte sich berufen, einen Tröt von mir zu interpretieren, als ich diesbezüglich eine spitze Bemerkung auf Mastodon machte, die Frage, wie es denn bei Google analog aussähe, ließ er unbeantwortet (ein Schelm, usw.).

Plauderei mit Mr Illyes auf Mastodon, 1 Plauderei mit Mr Illyes auf Mastodon, 2

Jetzt kommen die Trends in Search 2022 raus und klar, da steht, was Google will, was wir lesen sollen, aber umso schlimmer, denn dass die automatische Haustier- und Topfpflanzenerkennung via Google Lens gleich ne ganze Latte eigener Rubriken in den globalen Trends kriegt, während das einzige Auftauchen von stimmbezogener Suche das Google-Shazam aka „Hum to Search“ ist, lässt Raum zur Interpretation. Weiterlesen

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Laibach und NSK: die Inquisitionsmaschine im Kreuzverhör (und ein paar Laibachbetrachtungen)

Laibach und NSK, Buchcover

Laibach und NSK, Buchcover

Es sollte so Ende Neunziger gewesen sein, als ich in der WG einer damaligen Studi-Liaison die „neu konservatiw“ in der Hand hatte und wir über den Booklettext rätselten, in denen Laibach ihr Selbstverständnis als „slowenische Nationalisten, aber Paneuropäer“ ausführten. Seitdem sind um die 25 Jahre vergangen und ich bin stolzer Besitzer des Buches von Alexei Monroe, das ich zum einen weiterempfehlen mag und zum anderen ein bisschen zu Laibach und mir selber erzählen mag.

Letztens stieß ich auf die „Ordnung und Disziplin“-Shirts im Laibach-WTC, und ich bin jetzt nicht so der Spontanshopper, aber Himmel, shut up and take my money. Wegen irgendwas war ich vorher auf der Laibach-Wikipediaseite und erinnerte mich, dass es da einiges an relevanter Literatur geben solle, von der ich trotz längerer Laibachbegeisterung noch nichts in der Hand hatte. Monroes „Laibach und NSK: die Inquisitionsmaschine im Kreuzverhör“ kam dann (neben einem „Disziplin“-Anstecker) auch noch in den Warenkorb, schlicht weil a) einigermaßen auf dem neuesten Stand, b) deutsch und c) offenbar viel Seiten fürs Geld.

Long story short: ich kanns weiterempfehlen – wenn ihr euch für Laibach interessiert, einpacken, lesen, auch und grade, wenn man meint, doch das eine oder andere zu wissen. Und damit zu meiner Wenigkeit.

Nie wieder Krieg ohne Deutschland

Gegen Tübingen, für Krieg!

Mit dem Konzept Laibachscher Hyperaffirmation beschäftigte ich mich unter anderem Anfang der Nullerjahre, als wir den „Zatopek für Krieg“-Abend im damals legendären Club in Tübingen organisierten. „Nie wieder Krieg ohne Deutschland“, ich sag mal so, wir hatten Spaß. Und ich glaube, damals hatte ich zum ersten mal das Gefühl, begriffen zu haben, was Laibach da eigentlich machen. Ich meine, kurz danach war auch die NSK-Staatsausrufung, und das fiel in eine Zeit, in der das Internet noch ein bisschen anders und kleiner war als heute und ich das Ganze ziemlich begeistert wiederum als Hyperaffirmation aufgefasst hatte, eines extremen Elitendenkens, mit dem nicht nur der Nationalstaat in klassischem Sinn hinterfragt wurde, sondern einer sehr obskuren „Mikrostaaten“-Bewegung im Netz eben mal ein ziemlicher Stinkefinger gezeigt wurde.

Laibach, Mera Luna 2010

Laibach, Mera Luna 2010

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Blogs: To teh Fediverse!

Ich seh grade ein paar befreundete Blogger ein bisschen mit dem Fediverse fremdeln und stieß grade auf eine sehr hübsche Sache, die da einen sehr einfachen Win-Win für alle Beteiligten schaffen könnte: drei Klicks, und euer Blog (WordPress) ist eine schöne, eigene Fediverse-Instanz ohne weiteren Aufwand, und am besten: alle, die wollen, können eurem Blog dann auf Mastodon folgen.

ActivityPub für WordPress. Tut, was es soll.

ActivityPub für WordPress. Tut, was es soll.

ActivityPub von Matthias ist noch Beta, rennt meinem Dafürhalten aber stabil und auch mit dem aktuellen WP 6.1. Es macht nach Install auch fast gar nichts sichtbares: für Blogautor*innen wird schlicht ein findbares Fediverse-Account generiert, mit dem sie bzw. die verfassten Beiträge mit einstellbarem Teasertext dort gefunden werden können. Handle ist an sich selbsterklärend (@$nickname@$blogdomain), man findets aber auch im Benutzer/Profil-Backend. Weiterlesen

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Mastodon, Fediverse, ein paar Gedanken (feat. Marketing)

Ja, ich auch. Ja, wegen Musk. Ein rassistischer Vollidiot, geschenkt, aber (nicht erst) seit der Twitterübernahme ein gefährlicher Vollidiot, und wenn ich mein Scherflein beitragen kann, ihm da das Leben schwerer zu machen, so be it. Ich hab mir einen Acc auf mastodon.lol geklickt, weil der mir sympathisch aussah und nicht einer der „gehen grade alle hin/wird überlastet“-Kandidaten zu sein schien – heute dann Serverupgrade, aber hey, bzw. fein. er war dann eben doch einer der „permanent überlastet“-Kandidaten, wobei Nathan da grade einen guten Job macht mit Kisten nachprovisionieren. Mir wars dann aber doch ein wenig zu viel Geruckel und ich zog nach nrw.social um. Fünf Minuten, und die Sache war durch (disclaimer: Follower wurden automatisch migriert, meine Followings zog ich per Export/Import rüber – ich tippe drauf, dass es der überlastete mastodon.lol war, der das ausbremste). Long story short – im Nachgang den Server wechseln ist easy. Die einschlägigen Nazi-Instanzen sind auf meiner alter wie neuer Kiste jedenfalls gesperrt, ich für meinen Teil halte das für eine Gute Sache, weil ich durchaus weiß, was das Pack denkt und will, und weil ihre wie auch immer geartete Beteiligung an der Kommunikation vollkommen sinnfrei ist.

Mastodonte, Crossposter

Mastodonte, Crossposter

Einstiegserleichternde Mittel: Guter Einstiegspunkt zur Serverwahl ist joinmastodon. Luca hat den Fedifinder gebaut zum schnellen Scannen der Twittertimeline nach Mastodon-Acc-Infos zum nebenan folgen. Crossposter: masto.donte, Richtung Mastodon->Twitter, andersrum ists blödsinnig. Weiter: man stöbert nach langer Zeit mal wieder Freundeslisten anderer Leute durch und guckt nach bekannten oder interessanten Gesichtern. Long story short: man kriegt seine Timeline an sich recht flugs frequentiert, auf der anderen Seite braucht die Reichweite im Twittersinn länger. Was aber nicht so der Punkt zu sein scheint: denn man kommt leicht ins Gespräch. Mobil: unter iOS ist man mit Metatext sehr gut bedient.

Wie fühlts sich an? Ich schließe mich allen anderen an, klar ists flauschiger. Nicht im Sinne von „Alle furchtbar lieb und höflich“, man merkt eher einfach, dass der destruktive Mist, wie man ihn von woanders kennt, drastisch reduziert ist. Es ruckelt einiges etwas – ein paar Server kriegen grade Upgrades (oder brauchen welche), und die Federation über Instanzen macht einiges (Followen auf anderen Instanzen zB) nicht ganz so flüssig, wie mans von den Monolithen kennt. Man gewöhnt sich, für mich kein Dealbreaker. Es gibt Leute, die wegen chronologischer Timeline etwas hin- und hergerissen sind, nachdem ich Twitter mühsam die „empfohlene“ Timeline abgewöhnte, bin ich da kein Maßstab. Hashtags sind deutlich wichtiger (für Suche und für Kommunikation), da sehe ich bisher noch Defizite (ka., ob bei mir oder bei allen anderen). Da finde ich noch nicht so recht die „Andockpunkte“ für Austausch, Bubbles, whatever. Trends scheinen mir federation-bedingt nicht wirklich abzubilden, „was passiert“.

Kein SEO? Ich bin da!

Tja, und die „professionelle Nutzung“. Twitter hat sein dickstes Pfund bei den gewachsenen Netzwerk- und Kommunikationsstrukturen insbesondere der Journo- und Politblasen, und daran die Möglichkeiten für weitere Bubbles, da Gehör zu finden. Diesbezüglich Shoutout an social.bund.de, das ist schon eine sehr schöne Sache. Ansonsten kann ich hier schwer mitreden mangels Nichtzugehörigkeit. Bisher kann ich aber immerhin berichten, eine interessante Unterhaltung zum Thema Unternehmen/PR auf Mastodon geführt zu haben, aber noch keine und eine Antwort auf meine Frage ans LGBTQI*-inclusive und sexpositive Fediverse, wie man Dildos vorwärmt. YMMV, es ist so ne Sache mit den Ein-Untersuchungseinheiten-Stichproben. Weiterlesen

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Wie funktioniert der Google-Algorithmus? Ein paar starke Thesen.

Drin bevor „Aber Ruppsel, ‚den‘ Algorithmus gibts doch gar nicht?“, geschenkt. Und Widerspruch immer gerne, ich lern gern dazu und hab eh das Gefühl, die Branche hat ihre Tugend, wild über die Funktionsweise von Big G. zu spekulieren, in den letzten Jahren etwas vernachlässigt.

Wir sind erfreulich konkret geworden, wenns drum geht, es dem Algorithmus „recht zu machen“ – „Schnelles Rendern above the Fold!“ „Author/Article-Markup für besseres E-A-T“, WebP, NAP, ALTs nicht vergessen, selbst sowas wie „Hey, gute Seiten haben gelegentlich externe Links, hat John Mueller gesagt!“, das find ich persönlich sogar allerliebst. Und sowas les ich häufig. Aber wie „funktioniert“ „der“ „Algorithmus“? Ein paar Vermutungen und ein paar vermutete (und beobachtete) Nebenwirkungen.

Früher(tm) gab es die berühmten „über x Signale“, die Google zur Bewertung einer Webseite heranzieht. Titles, H-Tags z.B. onpage, Time to first byte, Time to load z.B. technisch, Backlinks und deren Platzierung offsite usw. Alles zusammen ergibt irgendwas, daraus baut Google eine Bewertung der Seite.

Dann kamen MUM, Bert, RankBrain
und wie sie alle hießen, nicht unbedingt in der Reihenfolge, und alle sind sie voll clever und machen die Googlesuche noch besser, schöner und aus Holz. Jedes Update seitdem mit großen Schritten zu besserem inhaltlichen, semantischen, intelligenten Verständnis, zu besseren Ergebnissen, vertrauenswürdigeren Daten und seriöseren Quellen.

Haha, nein. Vielmehr sehen wir bei jedem Core-Update eine Portion Seiten wieder besser werden, die vorher auf den Deckel kriegten und umgekehrt. Beim nächsten ähnlich. Im Großen und ganzen mag eine Tendenz erkennbar sein, aber hey, „iterativ“ ist da schon so ein Begriff, der mir in den Sinn kommt. Und ein wenig erinnert es mich an gaaaanz alte Zeiten, und wenn ich jetzt „Googledance“ sage und ein Kollege guckt dazu verwirrt: Glückwunsch, du kriegst die Klimakatastrophe noch voll ab.

Das Internet, 2008

Zum „Googledance“ änderten sich in alten, sehr alten Zeiten einmal wöchentlich die Rankings, und das meist sukzessive über die Rechenzentren weg. Das passierte, weil Google seinen Index neu bewertete, und das passierte halt jede Woche. Danach kamen irgendwann Caffeine und Everflux, seitdem gehts schneller bzw. andauernd. Bzw. halt, nein, seit irgendwann haben wir halt ein paar Core-Updates im Jahr.

Wisst ihr noch, das erste iPhone?

Was passiert da? Offenbar was großes, kompliziertes, denn man kanns nicht eben mal nachkorrigieren, wenns durch ist. Und Google sagts sogar recht deutlich selber, wie ihr Prozedere da ist: sie trainieren ihre KI mit Daten über qualitativ hochwertige Websites. Was qualitativ hochwertig ist, lassen sie von ihren menschlichen Quality Ratern ermitteln. Anhand dieser Daten übt die KI ein, wie „qualitativ hochwertige“ Seiten aussehen, und basierend auf dem Trainingsergebnis werden die Seiten „in the wild“ dann klassifiziert. Weiterlesen

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Die Ringe der Macht, oder neue Effizienz beim Gräber anpissen

Das Positive vorweg. Die Bildsprache ist schön, das Casting angenehm divers und trotzdem bzw grade deswegen in Ordnung. Am Budget wurde nicht gespart, auch wenn man manchen Szenen die Greenscreens arg anfühlt. Und wahrscheinlich ist jeder fremdsprachige Dialog grammatisch korrekt und abgeglichen mit Tolkiens Wörterbüchern. Es ist halt wie immer: warum scheints an nichts zu fehlen, aber wenns um Plot und Storylines geht, reichen irgendwelche Vollidioten, die sich irgendwelche Scheiße aus den Fingern saugen? Warum fehlts schon an den einfachsten Basics bei der nicht grade kargen Quellenlage?

Wir sind Mitte/Ende des zweiten Zeitalters, Ringe gibts noch keine, auf Numenor aber schon Elfenhass und „Getreue“. Dass Sauron sich schon recht früh und vor seinen Feldzügen erst mal bei den Elben einschleimte und ihnen das Ringschmieden beibrachte, geschenkt – hier macht er erst mal den Evil Genius im Hintergrund. Man muss nicht, aber kann wahrscheinlich durchaus auch mit einer solchen Rekonstellation der Ereignisse eine schöne Geschichte erzählen, aber ich ahne, es wird ebenso sinnfrei und scheiße sein wie die Patzer bis jetzt.

Denn was mich am meisten nervt: der ganze Kleinscheiß. Ohne Not obskure Scheiße in die Stories packen. Es ist ja nicht so, dass Tolkien kein Material für 10 Bände Mittelerde-Exegese hinterlassen hätte. In denen könnte man sich bedienen bis zum Erbrechen, man müsste nur halt den katholisch-moralistischen Mief ein wenig durchlüften, aber nein, machen wir doch beides: anders *und* schlechter.

Beispiel die „Mithril-Legende“. Ein „Elbenkrieger“ und ein Balrog kloppen sich bei einem Baum, in dem ein Silmaril (!) sein soll, der Blitz schlägt ein, tadah, Mithril! Und nun herrscht Klarheit über die Silmaril, von denen einer im Meer, einer in der Erde und einer im Himmel landete, aber keiner in einer verdammten Astgabel.

Karge Quellenlage

Karge Quellenlage

Ich meine, was soll der Mist? Es wird irgend ein Müll konstruiert, um ohne Not einen neuen Grund für Misstrauen zwischen Zwergen und Elfen zu konstruieren, ich meine, man muss nur wenig im Silmarillion blättern und findet grade genug schöne, kanonische und vor allem plausible Gründe, warum sich Zwerge und Elfen nicht grün sind. Mithril, wie kommts, wenn mans schon neu erfinden will? Wir sind in der glücklichen Lage, dass in Tolkiens Kosmologie das erste Licht der Welt quasi eine Flüssigkeit war, die geschöpft, vergossen, verwendet werden konnte. Warum keine Geschichte über das Licht der Bäume, die durch Spalten und Erde versickerten, qua Baumstandort eben vor allem in Valinor, aber weil $legende, auch an manchen Stellen in Numenor und unter Khazad-Dum? Alternativ: Wer hat an $ort vor Jahrtausenden einen Krug Licht verschüttet und warum, auch dramatische Gründe gern genommen. Himmel, da kam ich nach fünf Minuten Hirnsturm drauf und musste nicht mal ans Bücherregal dafür.

Das befürchtete „Schwinden der Elben“, das nur durch Mithril gebremst werden kann, weil darin das Licht des Silmaril sei, siehe oben. Was ein Schwachsinn. Das Schwinden wurde zum Thema im Dritten und Vierten Zeitalter, davor war keine Rede davon. Und wenn man jetzt ein Storymittel braucht, warum „Elben raus aus Mittelerde!“, (und vielleicht sogar für das analog schwachsinnige „Galadriel ab nach Valinor“), nun: sie habens verkackt Ende des ersten Zeitalters, das Heer von Valinor musste das Chaos aufräumen, das Feanor und seine Söhne angerichtet hatten, die Elben habens nicht hinbekommen und dementsprechend kann man ihnen so um Welten plausibler unterschieben, dass ihr Job in Mittelerde erledigt ist und sie dahin sollten, wo sie hingehören. Den Rest sollten sie den Menschen überlassen, deswegen haben die Valar ja schließlich Numenor geschaffen. Nicht kanonisch, aber ich wage mal zu behaupten, aus dem Ärmel geschüttelt locker eine andere Eleganzliga als die vorgezogene Schwinderei. Weiterlesen

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Local SEO als Local Guide, Recap nach knapp 12Mio Imageviews

Ruppsel ist in Urlaub, und was macht er im Urlaub? 360°-Bilder. Denen hab ich einen Gutteil meines aktuellen Level 6 als Local Guide auf Google Maps zu verdanken, und es ist an der Zeit, mal zu fragen, was das bringt, insbesondere, wenn man wie ich jetzt wirklich kaum Local SEO macht. Es folgt:

· Was brachte es gefühlt?
· Wie kommt man dahin?
· Ists den Aufriss wert?

Aber erst mal schönes Bild :)

Sowas gibt 5 Punkte für die Local-Guide-Gamification, und überdies hat man ein nettes Urlaubsarchiv in der „Meine Beiträge“-Sektion von Google Maps. Aber ich greife vor. Wer braucht nen Local Guide-Rang, außer fürs (haha) gelegentlich ein Sonderangebot fürs neue Google Pixel zu kriegen? Kurz: brauchen tut mans selten, aber wenn, dann ists meist praktisch. Weiterlesen

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