Tag 3, ich reg mich doch nochmal über Datenschützer auf

Winkeka..ALL GLORY TO THE HYPNOCAT

Winkeka..ALL GLORY TO THE HYPNOCAT

Aber erst anderes. Nachträglich gesehen: die US-Wahlen und die Beeinflussung via Social Media. Targeting/Zielgruppenauswahl sind sicher einigen nicht wirklich bekannt, selber fand ich vor allem die unterschiedliche Aussteuerung durch die diversen Akteure spannend und *ganz* besonders die Ansage, dass FB, Google und Twitter die politischen Ads in den USA inzwischen deswegen transparent und öffentlich sammeln/anzeigen, weil es eben Scraper gab, die das vorher händisch machten und auch politischen Druck dahingehend, dass das eben nun fällig sei. Fazit: wenn man da entsprechenden Druck macht, dann kann man sowas auch in anderen Ländern kriegen und es wundert mich, dass das auf EU-Ebene trotz allem Säbelrasseln und durchaus teils erfolgreichen Maßnahmen noch nicht passiert ist (oder ist sowas in der Mache?)

A pixelflut. It fluts pixel.

A pixelflut. It fluts pixel.

Schönes Wanddesign in meinem Rücken: Pixelflut. Man wirft direkt via TCP-Connect Farb- und Platzierungsdaten einzelner Pixel auf den Server. Wer am meisten und schnellsten wirft, gewinnt. Deswegen werden ganze Client-Pools gebaut, die synchron das eigene Bild an einer bestimmten Stelle in Hochfrequenz refreshen. Andere Strategien sind permanentes Bewegen des Bildes über den verfügbaren Platz, platzieren auf weniger „umkämpften“ Arealen und natürlich mehr Speed, mehr Bandbreite. Gestern haben sie wohl die 10 TB geknackt, die da auf den Server geschossen wurden.

Internet, the Business side. Ich wolte einen Überblick über die Geldströme, die das Netz auf den verschiedenen Ebenen finanzieren. Hintergrund ist die Net Neutrality-Diskussion, mich interessiert einfach auch, was jenseits der „Geldpumpe Werbung“ in Sachen Finanzierungen/Geldströme das Internet prägt und gestaltet. Einige spannende Zahlen: Weiterlesen

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35c3, Tag 2, Gespräche und die Datenschützer

We can haz Campfire.

We can haz Campfire.

Ein wenig mehr Gespräche und weniger Talks als gestern, wobei mir einer von der Chaos West-Bühne etwas nachgeht: „Track me, if you… Oh.“ Wie die bösen Konzerne einem immer hinterherschnüffeln, via Wlan-AP, Bluetooth, Beacons, Locationdiensten und was nicht noch alles. Die Lösung einmal mehr, alles abschalten, wenn mans nicht braucht – Wlan, Bluetooth usw. und den MAC-Spoofer raushauen, gibts bei F-Droid. Und Paybackkarten sind scheisse, da stimme ich sogar bei. Aber diese vollkommene Paranoia a la „Wenn ihr euch in einem Shop ins WLAN einklinkt oder mit aktivem BT reingeht, tracken die weißgottwas“ und „wenn ihr wo wart, einfach mal DSGVO-Anfrage stellen“ – nun, das fand ich den erhellenden Teil, denn dem folgte das „Und was wissen die dann?“ Wahrscheinlich eben gar nichts. Man müsse zumindest die Mac-Adresse mitgeben, damit sie überhaupt finden könnten, was man habe usw., und ich glaube, ich würde da einfach ein „logg ich nicht, hab ich nichts“ antworten und „Arschlöcher“ denken. Im Ernst, es hieß, dass das wahrscheinlich schon längst flächendeckend eingesetzt wird, um zu messen, vor welchen Regalen welche Leute am längsten stehen. Begründet wurde die tapfere Ansage folgendermaßen: die *Anbieter* solcher Trackingtools würden damit werben, dass ihre Lösung das könne, es toll sei und viele damit arbeiten.

Persönlich würde ich allen Leuten mit einer solchen Medienkompetenz in Bezug auf Werbeaussagen dazu raten, sich zu allem in Zukunft still zu verhalten, was auch nur entfernt mit Medien zu tun hat. Aber nun. Schickt ruhig mal eure persönlichen Daten, Macadressen und weitere Identifikationsmerkmale an die diversen Filialisten und fragt sie, was sie für Daten sie von euch haben. Ich tippe auf ein „Jetzt die, die ihr uns geschickt habt“. Weiterlesen

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35c3, Eindrücke vom Tag 1

Begrüßung, angemessene.

Begrüßung, angemessene.

Zum zweiten Mal in Leipzig, und wieder nen Ticken größer. Hackcenter nun in zwei Hallen, und klar ists kleiner kuschliger, aber man weiß es zu schätzen, dass man wo langgehen kann und sich wohinsetzen kann. Größer, mehr Platz, immer noch gemütlich. Und – vor allem, wenn man an alte Zeiten denkt: Irrsinnig, wie das Netz rennt. Es ist noch nicht lang her, dass die Sprüche „Ab dem drittem Tag tuts“ kamen und die Situation beschrieben. Plus Videoengel und Media/CCC – wir haben innerhalb kürzester Zeit nach den Livestreams schon die Aufzeichnungen im Netz, hier rockt jemand ganz gewaltig und ich ziehe meinen Hut.

Rennstrecke und Winkekatze

Rennstrecke und Winkekatze

Erster Eindruck und Mitnehmding: Ich muss mir endlich meinen Sofa-Einsitzer mit Hoverboardantrieb bauen. Und im Sommer müssen wir ein Trassenrennen machen. Aber zum Ernst des Lebens.

Ich hatte mir im Vorfeld wieder ein wenig mehr Vortragsprogramm vorgenommen – ich hab da diese Wellenphasen von Congress zu Congress, wahlweise denk ich, quatschen kannst nicht immer, aber die spannenden Sachen kannst auch später als Video anschauen; und dann: machste nie, also setz dich rein, wenn dich der Kram interessiert! Es lag eher an mir, das ich da erst mal ein wenig auf die Nase fiel dieses Jahr am Tag 1. Weiterlesen

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iPhone: HEIC als neues Bildformat, nun ja

Ich fluchte letztens, dass mein iPhone nach einem der letzten Updates ungefragt auf einmal .heic als Bilddateiformat verwendete. Laut Apple 50% bessere Bildkompression bei gleicher Qualität und überhaupt Die Zukunft(tm) in Sachen Bildformat. Nun bin ich kein Kompressionsguru und wer bin ich schon zu sagen, dass bei der ganzen aktuellen Formatdebatte um WebP, die Brotli/Zopfli/Guetzli-Kompressionsgeschichten u.a. für .jpg etc. die Welt genau eines noch braucht, und zwar noch ein Fileformat, mich nervte in erster Linie, dass ich nun für importierte iPhonepics unter Linux keine Thumbnails kriegte und die Synology sich beim Bildkonvertieren angesichts der neuen Fileformate gepflegt grätschte. Mag sein, dass ich da etwas emotional unterwegs bin, aber mir liegt da ein „Fick dich, Apple“ nicht nur auf der Zunge, es kommt mir vielmehr leicht und mehrfach über die Lippen.

Seitdem war ich ein wenig am Stöbern und mag die Welt teilhaben lassen.

Am einfachsten: Bilder wieder als .jpg speichern. Einstellungen – Kamera – Formate.

 

Einstellungen - Kamera...

Einstellungen – Kamera…

Bildformate: Kompatibilität

Bildformate: Kompatibilität

Dort statt des shiny neuen, tollen „High Efficiency“ das gammlige, staubige „Maximale Kompatibilität“ auswählen. Steve Jobs will zwar nur, dass ich glücklich bin, und warum will ich nicht glücklich sein?, aber hey, ich habe Terabyte über Terabyte Speicher im Schrank, fick dich und das Pferd, auf dem du reingeritten bist.

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Schweres Gerät, und ein 3D-Drucker

An sich Kleinkram, aber er freut mich und man schreibt sonst so viel über Zeug, das einen nicht freut. Nachdem wir in Kirchheim derbe klar Schiff in einem verbuschten Weinberg machen mussten und ich die nachdrückliche Kraft erleben konnte, mit der ein ordentlicher Freischneider dem Gestrüpp die Grenzen weist, waren wir a) etwas angefixt und fühlten b) dringend den Bedarf nebenan in Utopiastadt, wo die eine oder andere in Zukunft zu bespielende Fläche von der üblichen Brombeerbegrünung heimgesucht war.

Der Freischneider regierte. Und die Kettensäge.

Der Freischneider regierte. Und die Kettensäge.

Neuanschaffung. Nun, gebrauchte Neuanschaffung.

Neuanschaffung. Nun, gebrauchte Neuanschaffung.

Long story short, aus einem „nur mal gucken“ auf der Heimfahrt wurde ein „der hier isses!“ und eine Gebraucht-Freischneideranschaffung, und was soll ich sagen, die Kleine rennt und schneidet, dass es eine wahre Freude ist. Nur ein Problem ergab sich nach den ersten beiden Einsatztagen: der Chokestecker war wohl lose und nach einem ordentlichen Tagewerk weg. Konkreter: irgendwo unter Mengen von zerhäckseltem Gestrüpp, wo ich dann auch nochmal drüberging, weil man muss dem Glück ja ne Chance geben, aber nun. Ich nenn das „weg“. Weiterlesen

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Matt Ruff, Lovecraft Country

Matt Ruff, Lovecraft Country. Ich empfehls gern weiter.

Matt Ruff, Lovecraft Country. Ich empfehls gern weiter.

Ruff mag ich an sich seit Fool on the Hill, und für Lovecraft hab ich ein dezentes Faible, also stellt euch mein Entzücken vor, als ich in einer Buchhandlung in Salzburg beim Abchecken potentieller Zuglektüre auf „Lovecraft Country“ stieß. Aktuell nur gebunden, und das Buch war Teil einer etwas eskalierten Buchhandlungsrechnung, aber was geh ich da auch rein, ich weiß ja, wie es endet, und ich schätze, das ist das Karma wegen diesem torboox-Mirror, den ich irgendwann vor Jahren mal irgendwo rumliegen sah. Aber: Lovecraft Country. Triggerwarnung: N-Wörter.

Spielen tut die Geschichte in den Fünfzigern und einer recht finsteren Zeit der USA, in denr das Lynchen beliebiger Schwarzer nicht mehr grundsätzlich gang und gäbe war, aber dennoch verbreitet genug, dass es einen „Safe Negro Travel Guide“ gibt, der Farbigen auf Reisen Infos zu sicheren Unterkünften und unbedingt zu meidenden Gegenden, Arealen etc. gibt. Dieser permanente Angstschleier liegt auch permanent und höchst real auf der Geschichte, und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mir da erst bewusst auffiel, wie stark sich das Thema Rassismus durch Ruffs Bücher zieht, trotz (wegen?) der oft allzu überdeutlichen Thematisierung Weiterlesen

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Warum ich so Mopped fahre, wie ich Mopped fahre

Demnächst in Ihrem Rückspiegel.

Demnächst in Ihrem Rückspiegel.

Auf G+ schrieb Torsten Kleinz über erstaunlich risikobereite bzw. rücksichtslose Motorradfahrer, und ich will beileibe keine Lanze für manche Leute brechen, bei denen ich auch ein „Nun, kannste so machen.“ denke. Mir fiel aber auch ein, dass ich neben der üblichen „Wenn wir Mittelspur fahren, fühlt euch bitte nicht angepisst“-Info das eine oder andere mal zusammentippern wollte, was mir zur friedlichen Koexistenz von Motorradfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern im Kopf rumgeht. Auch da nochmal zwei Sachen vorab: ich bin ein ziemlicher Schisshase (und froh drum), alles andere als perfekt/immer vorbildlich und glaube, mit den langsam anstehenden achtzigtausend auf der Uhr ein, zwei Erfahrungswerte zu haben. Weiter gehts mir mitnichten um Rechtfertigung von beklopptem Verhalten und das gibts, ich sehs durchaus auch selber. Es gibt aber einige – ich vermute typische – Verhaltensweisen, bei denen ich davon ausgehe, dass sie missverstanden werden und es heißt, es sei gut, mehr über die Gegenüber zu wissen, also fang ich mal an.

Konkretes Beispiel: Ich überhole in der Regel hektisch. Und ich meine nicht auf der Landstraße, sondern auf ausgebauten mehrspurigen Fahrbahnen. Das wirkt vielleicht wie ein „Spinnerte Moppedfahrer, was geben die Gas, wenn sie vorne wieder bremsen müssen?“ und führt zu dem einen zentralen Punkt, der einen Großteil „typischer“ Verhaltenweisen bedingt:

Man sieht uns nicht.

Ich meine das nicht als Vorwurf. Es ist schlicht so. Man hats mir in der Fahrschule seinerzeit eingebläut und ich bin froh drum, und es passiert regelmäßig. Man wird übersehen. Teils aus Unachtsamkeit, aber meistens schlicht, weil man klein ist. Wir verschwinden hinter einem Fensterholm, hinter einem Straßenschild, wir werden von X Sachen verdeckt, hinter denen man ein Auto noch sehen würde. Und man tut gut daran, genau so zu fahren: als ob einen niemand sieht. Weiterlesen

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Normale Menschen, die normale Projekte unterstützen

Nachdem grade wieder die Staatsgewalt meint, normales, ja wünschenswertes soziales Engagement kriminalisieren und verbieten zu wollen, dabei auch und grade die Daten der Unterstützer abgreift, mag ich mich daran versuchen, hier das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Und das dann noch mit den Privilegien, die manche hier (jedenfalls ich) wohl haben.

Ich erlaube es mir gerne, sehr öffentlich für in meinen Augen sehr selbstverständliche Sachen einzustehen, schlicht, weil ich es kann und weil ich da keine bis wenig Repression erwarte, und wenn doch/irgendwann, nun, dann ists ohnehin nötig. Andere können das weniger, sind aber mehr drauf angewiesen, dass es andere tun. Long story short: ich will, dass bei künftigen Durchsuchungen, Repression, whatever gegen richtige und wichtige Strukturen und Initiativen viele Unterstützer gefunden werden, so viele wie möglich. Und vielleicht auch und grade nicht nur die üblichen Verdächtigen. Ich will, dass bei jeder Aktion wie der gegen Zwiebelfreunde, Openlab etc., bei allen Kriminalisierungen von Seenot- und Lebensrettung, und ja, auch bei anderen linken Strukturen klar wird, dass hier viele, viele und auch sehr verschiedene Leute dahinterstehen. Analog zum „Macht Tor-Nodes, macht Tor-Traffic, damit nicht nur die dort unterwegs sind, die dort unterwegs sein müssen“: Spendet was. Spendet via IBAN und nicht anonym, wenn ihrs euch erlauben könnt. Füllt die Unterstützer- und Adresslisten, macht Arbeit, wenn da ermittelt werden soll.

Symbolbild.

Symbolbild.

Am besten sind natürlich wie immer die Daueraufträge. Weiterlesen

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Fronturlaub von Enno Lenze: kann man lesen

Fronturlaub. Mir hats gefallen (also das Buch).

Fronturlaub. Mir hats gefallen (also das Buch).

Disclosure: ich kenn Enno seit irgendwann 2007 oder so, halte ihn für einen der feinsten Menschen auf dem Planeten und darüberhinaus machte er mich mit einem Dankeschön an meine Adresse im Buch sehr verlegen. Geschäftlich bin ich obendrein im Zuge meiner Arbeit bei der AGOM noch gelegentlich für seine Berlin Story tätig. Vollkommen unvoreingenommene Buchkritik ist unter solchen Umständen so eine Sache, aber die voreingenommene ist möglicherweise auch hilfreich.

„Fronturlaub“ sei laut Klappentext etwas in Richtung Kurdistan-Doku, Reise- und Kriegsbericht, das stimmt auch, das Buch ist aber auch eine unangekündigte halbe Autobiografie, was durchaus gut so ist, aber mir ein bisschen den Einstieg erschwerte. Das ist auch das einzige, was mir so als Gemäkel einfällt – einmal wahrscheinlich persönlich begründet („Enno, das weiss ich doch schon alles“), einmal vom allgemeinen Eindruck her. In den Anfangskapiteln les ich gelegentlich das „Wir waren Helden“-Ding einer Vormilenniumsjugend raus (aber nun, als Kind in Ruanda, kaum vermeidbar) und viel „So ein Hackermindset ist ne geile Sache“, das ist korrekt und auch schwer unselbstbeweihräuchernd beschreibbar und insbesondere für den Rest des Buches fürs Verständnis notwendig. Kurz: vager Gedanke, das gehe besser, aber keine Ahnung, wie konkret. Whatever.

Die halbe Biografie: da kommt Kindheit und entsprechende Inputs, die für das Kurdistaninteresse einfach den Grundstein legten, da kommt der CCC und das Netz, und natürlich kommen die Piraten, bei denen eine Zeitlang prima Menschen prima Kram gemacht haben, und die mit der ganzen Geschichte auch schwer trennbar zusammenhängen. Überhaupt hängt vieles zusammen – denn es ist schon eine Tour de Force, wie aus einer Reise nach Kurdistan dann besagte Fronturlaube werden, an dessen vorläufigen Ende man dann auf einmal dem Präsidenten vorgestellt wird. Das passiert nicht „einfach so“ oder aus einer Verkettung eigenartiger Zufälle, das passiert, weil sich jemand sehr interessiert, sehr engagiert und eben macht, auch wenns gelegentlich nicht so aussieht, als ob das alles hinhauen könne. „When in doubt, do it“, ich meine, den Wahlspruch hatte ich zuerst im Kontext Florian Hufskys gelesen (OneUp, RIP), und ich hatte immer größten Respekt vor den Menschen, die das machten. Weiterlesen

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Porn, Internet und sexuelle Verwahrlosung der Jugend: Two out of three

...aber dank einer Latte sehr feiner Menschen haut das schon hin.

…aber dank einer Latte sehr feiner Menschen haut das schon hin.

Letzte Woche war ich mal wieder im Süden und durfte eine deutlich überarbeitete Fassung meines Vortrags zu Pornmarketing auf einer Pädagogik-Fachtagung halten. „Virtuell, experimentell, riskant…? Sexuelle Sozialisation zwischen Medienkompetenz und Überforderung“ war das Motto, und der Einstieg mit Julia von Weiler von Innocence in Danger etwas, nun „kritischer“ als vor zwei Jahren. Und einmal mehr: ich hab ne Menge gelernt.

Genereller Eindruck und Learnings, grundsätzliche Ist-Situation: weitgehend eine Bestätigung des schon damals festgestellten Trends. Pädagogen gelassen, die Jugend verdirbt nicht. Trotz tendenziell weiter erleichtertem Zugang zu Onlinepornografie jeglicher Couleur, nach wie vor kaum durchsetzbaren Zugangskontrollen etc. sind die einschlägigen Entwicklungen erfreulich: ungewollte Schwangerschaften und sexuell übertragbare Krankheiten bei Jugendlichen rückläufig, Orientierungen großflächig auf Bindung/Partnerschaft ausgerichtet, von den gern befürchteten Trends zur sexuellen Verwahrlosung einer Jugend, die mit dem Internet schädlichen Medien in beispiellosem Maß schutzlos ausgeliefert ist, nichts zu sehen. Im übrigen seien auch die Fallzahlen einschlägiger Kriminaldelikte gleichbleibend bis rückläufig.

Interessant wirds dann aber, wenn man sich nicht bequem zurücklehnt, sondern guckt, was eigentlich die Probleme/Situationen in der Praxis sind. Damit mal zu den verschiedenen Fachexperten bzw. Workshops, die ich mitbekommen hatte. Das nun alles in etwas ausführlicher.

Die Frau Julia von Weiler. Ich hatte ein „Oha“-Gefühl, als ich von ihrem Einführungsvortrag im Programm erfuhr, Innocence in Danger hatte einen gelinde gesagt schlechten Start in die deutsche Netzöffentlichkeit, das damals weitgehend von tieferem Fachwissen unbelastete Fordern von Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung ist heute allenfalls leiser, die VDS steht immer noch auf der Agenda, und nun, ich merk ja selber, dass ich zum irrationalen und vorurteilsinduzierten Nichtgutfinden neige, wenn viel deutscher Adel sich plötzlich in einem Kinderschutzverein organisiert. Ich ging mit dem festen Vorsatz hin, da ergebnisoffen und aufgeschlossen zu sein und hatte auch ein durchaus angenehmes und konstruktives Gespräch. Allein, mir behagt es nach wie vor nicht. Weiterlesen

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