33C3, ein Rückblick von mehreren

33C3. Ein Stern.

33C3. Ein Stern.

Dieses Jahr fiels mir schwerer als sonst, die Jahresdosis Zuversicht und Glaube an die Menschheit zu tanken. Mag sein, dass es dran lag, dass doch sehr stark die allgmein beschissene Situation thematisiert wurde, dass selbst eine großartige Geschichte wie Searchwing (drohnengestützte Seenotrettung im Mittelmeer) bei mir irgendwie mit dem „es ist zum Kotzen, dass wir sowas brauchen“ hängenblieb.

Drohnen zur Seenotrettung im Mittelmeer

Drohnen zur Seenotrettung im Mittelmeer

Karten und Drohnen waren so ein bisschen latenter Schwerpunkt bei mir, das Thema Raum, Erschließung/Aneignung stupst immer ein wenig was in mir an, und nachdem ich mir vorgenommen hatte, ein wenig mehr in die „springt mich jetzt nicht direkt an“-Talks zu gehen – nachdem man in anderen Bereichen einfach „eh drin“ ist. „A new dark age“ von James Bridle war eine Mischung zwischen Kunst, Datenanalyse und Performance und möglicherweise ein „Nochmalangucker“, weil ich das Gefühl hatte, einiges nicht verstanden zu haben. Hintergrund ist die Erfassung immer größerer Datenmengen, die unser Agieren in der Welt bestimmen. Das aber naturgemäß fehlerhaft, egal, wie detailiert wir analysieren, Stichwort Wettervorhersage. Bedingt wird das unter anderem auch durch die spezifisch technische und damit abstrahierte sowie mit ihren eigenen Artefakten behaftete Erhebung dieser Daten.

Drohnenshilouette, Originalgröße

Drohnenshilouette, Originalgröße

Beispiel Artefakte: Satellitenbilder nehmen gelegentlich Verkehrsflugzeuge auf, die dann als langgestreckte Überlagerung mehrerer Bilder des Flugzeugs in mehreren Farben erscheinen, was an der Bildschärfung nach Farbkanälen liegt, die bei Satellitenbildern erfolgt. Bridle malt diese farbversetzten Flugzeugshilouetten originalgroß auf den Boden. Ob sie in Satellitenbildern wieder auftauchen, weiß ich nicht, aber es wäre ein schöner Loop eines technischen Artefakts in die Wirklichkeit und zurück.

Andere Aktionsform: Drohnenshilouetten. Nachdem den meisten Menschen trotz vieler Beriche zum Thema nicht nachvollziehbar sein *kann*, wie man unter Drohnenüberwachung und latenten -schlägen lebt, malt er auch hier originbalgroß die Shilouetten in Städten auf den Boden.

Ähnlich im Übrigen „Berechnete Welt„, wo Karl Urban erfreulich unaufgeregt ähnliche Überlegungen von Wettervorhersage zur „Weltvorhersage“ machte. Ich bin ja gern skeptisch, was „Big Data“-basierte Prognosen angeht, aber er differenzierte da zwischen Short- und Longscale (zB. Technikfolgenabschätzung) und den jeweiligen technischen/prognostizistischen Limitierungen. Beispiele: Korrelationen zwischen langfristigen Wetterwechseln und Epidemien, mit denen erfolgreich ein Choleraausbruch prognostiziert werden konnte, aber auch entlang von Social Media-Analysen vor gesellschaftlichen Unruhen. Interessante Beobachtung dabei: Zunehmendes Scheißebrüllen ist eher weniger relevant, zunehmende Koordinierung/Gruppenbildung hingegen schon. Beunruhigende Beobachtung dabei: die Zensur in China sei bezüglich reiner Ablehnung des Regimes auf einer ziemlichen Laissez-Faire-Schiene: man kann durchaus laut sagen, dass einem das System stinkt, die Löschquoten sind da unauffällig. Alles, was aber mit Multiplikatorenabsicht rausgehauen wird, hat wiederum extrem hohe Löschquoten: er schließt daraus, dass hier durchaus schon systematische Analysen stattgefunden haben. Unmutsäußerungen werden, da folgenlos, stehen gelassen und alles, was tatsächlich Dynamik entfalten könnte, wird gezielt im Keim erstickt. Man kriegt den Eindruck, man könne sich durchaus frei und kritisch äußern, faktisch wird aber nur sehr effizient, quasi minmimalinvasiv und mit maximalem Effekt zensiert.

Guerillabeam

Guerillabeam

Guerillabeam-Beam

Guerillabeam-Beam


Fahrbarer 3D-Drucker

Fahrbarer 3D-Drucker

Ich denke, man sieht das Problem: aus solchen Sachen geh ich raus und hab das Gefühl, gleichermaßen klüger und ratloser geworden zu sein. Draußen sind schöne Dinge – Pixelhelper in klein kann man mit 3d-gedruckter Halterung und einer ordentlichen Taschenlampe machen, und die 3d-Drucker wurden praktischerweise auch schon mobil. Viel Kunst und Schönheit gabs, aber trotz ein paar Tage Sackenlassen ists grade etwas anders als die vergangenen Male. To be continued.

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#KeinGeldFürRechts – Streit um Selbstverständlichkeiten

Dass sich die AfDeppen und Pedgidioten über sowas wie #keingeldfürrechts echauffieren, geschenkt. Wenn das Dreckspack von „Zensur“ und „Boykott“ faselt, dann weiss es offensichtlich nicht, was das ist, wie es auch vieles andere nicht weiss, und ich bin kein Nachhilfelehrer und kein Sozialarbeiter für Merkbefreite, Konkret; ich muss mich nicht damit auseinandersetzen. Dass darüber aber auch in der Branche und von ansonsten intelligenten Menschen ernsthaft diskutiert wird, erstaunt mich.

An sich ist es einfach. Wer wo werben will und wo nicht, bleibt jedem überlassen. Niemand schreit „Boykott“ und „Zensur“, wenn sich ein Unternehmen weigert, meine Plakatwand zu mieten. Weiter bin ich als Marketingmensch verantwortlich für das Marketingbudget meiner Kunden. Das soll der positiven Wahrnehmung seines Produkts, seiner Marke, seiner Werbebotschaft dienen. Wenn ich das sonstwo auf beliebigen Seiten verbrenne und mich nicht kümmere, in welchem Umfeld er erscheint und ob es zu ihm passt, mach ich meinen Job schlecht.

Kurz: es ist eine verdammte *Selbstverständlichkeit*, dass man nachprüft, auf welchen Channels/Seiten Displaykampagnen ausgespielt werden und wenn das Umfeld nicht passt, dann schmeisst man das raus. Dass da diverse Rapefugees- und Hasseiten generell drunterfallen und explizit aus dem Targeting genommen werden, ist meiner Ansicht nach keine Frage, sondern bei Nichterfolgen ein Grund, seiner Agentur derbe den Kopf zu waschen.
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Depressionen: wir haben einen Rollback

Notwendige Richtigstellung

Notwendige Richtigstellung

Einigemale spülte es mir letztens dieses unsägliche Wald -> „This is an Antidepressant“, Pillen -> „This is Shit“-Meme in die Timeline, und während mich die Propaganda der einschlägigen Esotrottel und Alternaiven eher nicht berührt, war es, hihi, deprimierend, das von Leuten zu lesen, die ich an sich durchaus für intelligent halte. Soweit, so ärgerlich, aber die Geschichte scheint allenfalls ein Aspekt zu sein vom offenbar stattfindenden Rollback in Sachen Depression und ihre Behandlung. Jedenfalls begegnet mir das auf einer zunehmenden Zahl von Kanälen. Mein Eindruck: unter dem Druck mehr oder weniger prominenter Suizide mag man die „Volkskrankheit“ anführen, ihre, gottseidank, längst stattgefundene Enttabuisierung und heutzutage gute Behandelbarkeit ansprechen und sich drunter mit dem mundgemalten „Hilfe bei Suizid-Gedanken“-Hinweis verantwortlich gerieren. Aber wenn die Prominenz das Selbstmorden dann wieder ein paar Monate bleibenlässt, dann ist das Feindbild Pharmamafia irgendwann halt wieder attraktiver und die von Depression Betroffenen bestenfalls arme Verführte. Schlimmstenfalls Scheißefresser, die zu blöd sind, um den nächsten Wald zu finden, wo man sich bekanntermaßen im Grünen bei frischer Luft wieder zusammenreißen kann.

Wirklich irritiert hatte mich Doccheck. Eingangsfrage zum „Antidepressiva-Reflex war die dem Autor bei Depressionen unangebracht scheinende Frage „Warum hat der Patient kein Antidepressivum?“, Zitat „Diese verführerische Frage nach dem scheinbar Naheliegenden taufe ich den Antidepressiva-Reflex.“

Scheinbar naheliegend. Klar, scheinbar naheliegend wäre auch zu fragen, warum das gebrochene Bein nicht im Gips ist, und hier wie dort bin ich sicher, dass es genügend Fälle gibt, wo man diese Fragen vollkommen zufriedenstellend beantworten kann: das nicht verordnete Medikament, der nicht gemachte Gipsverband gut und richtig begründet werden können. Nur: diese Frage ist zu stellen und die Antwort ist zu begründen, sie ist mitnichten „scheinbar“ naheliegend, sondern beste ärztliche Praxis, und einem Doc, der sie nicht stellt, würde ich bestenfalls Nachlässigkeit unterstellen, denn die nachgefragte Information ist behandlungsrelevant und wichtig. Weiterlesen…

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Advertising-friendly Youtube-Videos: IMO etwas wenig Wirbel

Vor ein paar Wochen stieß ich auf ein Statement von Gronkh, in dem er seine, nun, „Bedenken“ angesichts der neuen Youtube-Monetarisierungsrichtlinien darlegte. Die beinhalten, dass „nicht werbefreundliche“ Inhalte in Zukunft von der Monetarisierung ausgenommen werden können. Auf den zweiten Blick merkte ich, das Video ist ein paar Monate alt und hakte es erstmal unter „heißer gekocht als gegessen“ ab.

Nun kam ein etwas drastischer (zusammengeschnittener?) Nachklapp, den ich kurz zusammenfasse mit
– nicht werbefreundliche Inhalte werden tatsächlich in steigender Zahl aus der Monetarisierung rausgenommen
– entsprechend wandert jetzt eine wachsende Zahl von Videos nach Twitch, und
– scheiß YouTube.

Langfassung hier:

Meine Gedanken dazu: „nicht werbefreundlich“ ist laut den Richtlinien alles, was eben auch den „allgemeinen“ YouTube-Communityrichtlinien widerspricht. Das betrifft Gewaltdarstellungen, Obszönität, aber auch explizit so beunruhigende Sachen wie die Realität, sollte sie „umstritten“, „heikel“ oder „tragisch“ sein. Das ist gelinde gesagt schwierig.

Die Werbung ist ein scheues Reh.

Die Werbung ist ein scheues Reh.

Man kann nun kommen und sagen, tja, andere Plattform. Überhaupt, selber hosten. Außerdem, die öffentlich-rechtlichen. Andererseits finde ich es schon ein wenig verwegen, wenn auf jeder Aleppo-Bildberichterstattung von $beliebigezeitung problemlos ein Doubleclick-Werbeplatz draufgeklatscht werden kann und die Videostreamer eben mal aus den Programmen gekickt werden, weil fick dich. Im Übrigen scheinen ohnehin die „etablierten“ Newschannel die besagten Probleme nicht zu haben. Weiterlesen…

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dmexco 2016, Weltbilder in Werbe- und Netzbranche

Der neue heiße Möbeltrendscheiß bei den Netstartups

Der neue heiße Möbeltrendscheiß bei den Netstartups

dmexco ist rum, nach… drei? Jahren Pause war ich mal wieder, und ich weiß nicht recht. Das „Schaulaufen der Werbebranche“, die „Onlinewerber, die Onlinewerbern Onlinerwerbekram verkaufen wollen“, es lästert sich leicht und ich fürchte, ich stimme in Teilen ein. Ich geh zugegebenermaßen weder hin, um mir was zu kaufen, noch, um irgendwas an den Mann zu bringen, vielleicht fand ichs deswegen auch durchaus erhellend und, ganz neutral gesagt, zukunftsweisend. Ich lief viel rum und interessierte mich vortragstechnisch insbesondere für IoT, aber ich sortier mal nach Themen.

Das Internet of Things. Es fing da eigentlich spannend an, Bosch, Osram und Iconmobile, Disclaimer, ich sag das als bekennender Bosch-Fanboi. Durchaus eine Latte spannender Statements zur weiteren Vernetzung von Heim und Infrastruktur, und ich nenns mal schon mutig rausgedacht in die Post-Autofahrzeit. Später ähnliches Thema, anderes Panel mit Red Bull, einem Küchenausstatter und noch wem, Tenor „Überall Sensoren, alles vernetzen und Daten produzieren, hinten fällt Mehrwert und Targeting raus“, und da kann ich mir dann nicht mehr helfen, ich hör beliebige Szenarien und verstehe immer nur „Wir hängen n Milliarden Geräte mit TCP/IP-Stack in Chinaplaste ins Netz und können die von überallher nutzen/steuern/hacken lassen.“ Intelligente Kühlschränke öden mich aus einigen Gründen an, eine integrierte Kühlschrankcam zum im Supermarkt nochmal gucken, ob man noch Joghurt daheim hat, fänd ich nett, aber ich werd schon hibbelig, wenn die Handvoll Rasbpis nicht up to date sind, und die kann/muss ich nicht mal aus dem öffentlichen Netz von draußen ansteuern. Es ist nicht der richtige Rahmen für diese Themen, aber es erstaunt mich dann doch immer wieder, wenn das Thema schlicht nicht vorkommt. Man kann meiner Ansicht nach nicht über besagte Milliarden IP-fähige Hardware reden, Versprechungen der leichten Konfigurier- und allzeitigen Erreichbarkeit von überallher machen und nichts dazu sagen, wie man da Datenschutz, Sicherheit/Updates und sowas wie eine glaubhafte Verhinderungsstrategie der gängigeren Horrorszenarien („Mein Provider behauptet, mein Kühlschrank ddost“) unterbringt.

dmexco 2016, Symbolbild

dmexco 2016, Symbolbild

Red Bull war dabei wirklich witzig: Thema Sensorik und die typischen RB-Actionhelden, bei denen eben Herzschlag, Blutdruck, Endorphinlevel, whatever live zum Videodreh mitgemessen, visualisiert/einbezogen werden und nach Wunsch auch als Datalayer zur Verfügung stehen. Kann man dann mit dem eigenen Fitnesstracker gucken, wie nahe man mit Bordmitteln an die Werte einer Mountainbike-Drahtseil-Canyonüberquerung vom RB-Video kommt. Ich muss zugeben, triggert mich selber gar nicht und mein Verhältnis zu RB ist hochambivalent, aber das ist eine dieser coolen Spielereien, mit denen man mich kriegt. Weiterlesen…

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Torstrike, da war doch was….

…jedenfalls weiss ich wen, der weit die Klappe aufhatte, was „die Tor-Community“ für eine Bande Arschlöcher seien, sowas wie #torstrike für den ersten September anzuleiern. Es gab auch die, die einen, ich zitiere mich selber, „Aufruf von ein paar Versagern ohne Nodes“, als einen „Generalstreik des Netzwerks“ ankündigten. Nun, der erste September war ja vor einigen Tagen, und Tor Metrics hat die Messpunkte inzwischen auch.

Scheiße, Bernd, Torstrike!

Scheiße, Bernd, Torstrike!

Was war? Es gab verdammt *mehr Kapazität*.

Ich finde in beiden Fällen das anschließende Klappehalten schlicht und ergreifend scheiße. Im einen Fall, weil es offenbar unerträglich ist anzuerkennen, dass sich unter Digitalaktivisten im Tor-Kontext größtenteils offenbar unerwartet verantwortungsvolle und engagierte Menschen befinden, und ich frage mich schon, was im Hirn von Menschen los ist, die sowas nicht etwa freut, sondern bei denen so eine Erkenntnis offenbar zum zähneknirschenden Klappehalten führt. Im anderen Fall, weil es sehr wohl einen Effekt gab, wenn ich die Kurve hier nicht überinterpretiere: die verfügbare Bandbreite ging hoch, der Traffic hingegen hatte eine Delle. Die ist nicht die Welt, aber sie scheint mir ein Indiz dafür zu sein, dass da merkbar Leute das Tor-Netz nicht verwendet haben. Ich vermute, weil sie Schiss hatten, dass sie eben nicht sicher seien. Weiterlesen…

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Ice Cream Man revisited (THE NATIVES REMEMBER)

Das Internet ist eine wunderbare Sache, und anlässlich der „Online Marketing Natives“ war ich letztens am Stöbern in alten Zeiten Daten. Und dabei lief mir mein erstes aktives und dokumentiertes Lebenszeilchen im Internetz wieder über den Weg, das seinerzeit mit Pine (haha, Pine!) von einer HP-Pizzaschachtel abgesetzt wurde und noch heute zu meinem Amüsement beiträgt anlässlich seines fragwürdigen urheberrechtlichen Status. Mai ’96 fragte ein junger tübinger Student nach den Solo-Tabs von Jonathan Richmans „Ice Cream Man“. Damals hatte ich recht frisch den Switch vom E-Bass zur Akustikklampfe gemacht und tapfer ein A F#m D E aus einer Liveversion rausgehört, die, ich schwöre, identisch ist mit der, die ich nun auf Youtube fand. Es lohnt durchaus, bis zum Ende dranzubleiben, auch wenn sich am Song zugegebenermaßen wenig ändert. So ab Minute 1.40 kommt ein…Ukulele? -Solo, und ich hatte es seinerzeit einfach nicht rausgekriegt. Ich glaube, es sollte mir peinlich sein, aber gottseidank muss mir inzwischen nichts mehr peinlich sein.

Nochmal, das Internet ist eine wunderbare Sache. Anno ’96 bekam ich im Usenet die Antwort von einem Joe H., es sei Richman und damit könne es so schwer nicht sein (autsch), aber wenn der CD-Berg vom Plattenspieler abgeräumt ist, wolle man sich mal ans Solo-Tabben machen. Was folgte? Nix. Jahre musste das Netz ohne Ice Cream Man-Tabs darben. Ich nehms Joe nicht übel, wer Zappa in seiner Mailsignatur hat, kann so verkehrt nicht sein und wer weiß, vielleicht stapeln sich die CDs einfach seitdem immer noch auf dem Plattenspieler.
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koks.digital – Recap von der ersten Konferenz für Digitales Marketing im Pott

Ich war gestern auf der koks.digital, es hat mir gefallen und ich hab ne Portion Kram mitgenommen. Für einen „Konferenzmenschen“ halte ich mich irgendwie gar nicht und mit dem härtesten Networking, das manche Konferenz und manche Party ja bekanntlich sein soll, tu ich mich schwer, insofern scheint dort vieles gut und richtig gemacht worden zu sein. Außerdem kann ich hier zum ersten mal ein „Disclosure: mein Arbeitgeber war Hauptsponsor, quatscht mir nicht rein, was ich selber so verblogge und ich beabsichtige, hier genau das gut und weniger gut zu finden, was ich gut und weniger gut fand“ einem Blogeintrag voranstellen. Es fühlt sich beim Tippen schon fast ein bisschen loboesk an.

OM Businesspott im Bermuda3eck

OM Businesspott im Bermuda3eck

Vorweg: klar ist das überfällig gewesen. Es geht verdammt viel in der Digitalwirtschaft im Pott. Die einschlägigen Leuchttürme in der Wahrnehmung sind trotzdem eben Berlin, Hamburg, München und dann sieht man mal weiter, und ich glaube, meine Zweifel an der Realitätsübereinstimmung dieser Wahrnehmung sind begründbar. Das macht mich natürlich positiv parteiisch gegenüber den Leuten, die sowas dann endlich mal lostreten, das scheint mir aber vollkommen angemessen und richtig. Mit koks.digital als Namensformat sollte ich eigentlich glücklich sein, haha, Koks, hau rein, aber ich muss zugeben, mein Usabilitynerv zwickte des öfteren beim „Ja, das ist eine Domain“-sagen. Das und die Ompott-Preparty waren so aber die einzigen Sachen, mit denen ich mich ein wenig schwertat, und bei letzterem wahrscheinlich einfach deswegen, weil ich halt kein Partymensch bin, denn schon da war eine sehr angenehme Durchmischung des Publikums zu beobachten (Online, Schnittbereich offline, eher Marketing/eher Internetherkunft, whatever, vor allem nicht die gelegentlich beobachtete Performance/SEO/SEA/Trackingfilterblase). Und überhaupt, Bermuda3eck geht immer.

Tags drauf dann im Riff. Ich bin viel rumgestiefelt und wir hatten parallel auch eine kleine VoiceSearch-Stichprobenanalyse gemacht, insofern nicht alles komplett mitgenommen, aber vieles zum Verdauen. Keynote von Bernd Tönjes (RAG/Initiativkreis Ruhr), hier und später bei Helge Guba hatte ich diesen Horizonterweiterungseffekt, der mir bei manchen anderen Veranstaltungen nicht so passiert: jenseits der reinen Marketinggeschichten eine Perspektive zu kriegen, wie sich eben auch ganze Branchen digitalisieren, wie Kooperationen und meh, Buzzword, Synergien zwischen digitalen Startups und Schwergewichten wie eben zB. der RAG laufen, dass es einiges an Bewegung jenseits der Venturekapitalpumpen und US-Klone gibt. Weiterlesen…

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Facebook-Basher bashen: Yet another Datenschutz/Überwachungs-Reframe

Grade hat Netzpolitik einen Lauf gegen facebook und nun spült man mir noch Schweizer Aluhüte in die Timeline, und ich fühle mich genötigt zur ausführlicheren Gegenrede/einem Nachklapp zu meinem „Facebook-Profiling ist fürn Arsch“ vom letzten Jahr.

Starke Thesen, wie immer im Sinne von „Ich leg das mal weit und agressiv aus, daran kann man Dinge deutlicher machen und sich leichter abarbeiten“:

1. Gutes Profiling ist im Interesse aller FB-Nutzer, weil man dasselbe Geld mit weniger Werbung kriegt und
2. selbiges Geld die Existenz einer extrem leistungsfähigen, kostenfrei nutzbaren Plattform sichert.
3. Wenn FB Adblocker blockt, dann ist das gut und richtig wie nur was.
3a. Im Gegensatz z.B. zu Leistungsschutzrechtbestrebungen gewisser Verlage
3b. Ich bin extrem dafür, dass Facebook weiterhin durch Werbung finanziert wird und halte das gerade aus Privacygründen für alternativlos.
4. Übliche „Cookies löschen“, „History löschen“ und „lass dich nicht profilen“-Gehampel ist sinnfreie bis schädliche Noceboscheiße.
5. Ich versteh mich durchaus als Verfechter von Privatsphäre und Gegner von Überwachung, wenn ich sowas schreibe.

Targeting done right

Targeting done right

Punkt 1 ist einfach. FB will finanziert sein, und im Unterschied zu gewissen Medienunternehmen stehen sie nicht mit dem Betteltopf an der Staatskasse, sondern kümmern sich selber drum. Ich wünsche mir sehr, dass das so bleibt. Zum Eigeninteresse: ich hatte nebenan schon geschrieben, dass Facebook von absolut niemandem „Daten verkauft“. Facebook verkauft Werbeplätze. Je besser diese Angebot/Zielgruppe zusammenbringen, desto höhere Preise kann FB aufrufen und desto weniger Werbung ist notwendig. Ich bin beileibe nicht so naiv zu glauben, wenn das Profiling mal so gut ist, dass jeder dritte Adklick ne Conversion bringt, dass wir dann nur noch einen Werbeplatz alle drei Tage sehen, aber ich bin mir *sicher*, dass es mehr und nerviger wäre, wenn die Quote sinkt. Ich bin mir *absolut* sicher, dass die ABP-Schmarotzer dazu beitragen.

Selbstverständlichkeiten dazu, von denen ich indessen annehmen muss, dass manche davon nichts ahnen: Stellen wir uns vor, dass ein imaginärer User auf Facebook, nennen wir ihn mal „Richie“, auf FB ein Nine Inch Nails-Video liked. Stellen wir uns weiter vor, Trent Reznor macht ein neues Album und will bei FB dafür werben. Facebook wird *den Teufel tun* und Trent in welcher Form auch immer sagen, dass da unter anderem besagter „Richie“ ein NIN-Video geliked hat. Reznor wird, Zuckerberg seis geklagt, nie von Facebook erfahren, wie sehr ich ihn verehre. Reznor kann bei FB Werbeplätze kaufen und die Ausrichtung dahingehend vornehmen, dass nur Leute die zu sehen kriegen, die mal was von NIN geliked haben. Das wars. Weiterlesen…

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Bosch Ersatzteile, einige Onlinemarketingbetrachtungen

Einleitung

Das hier wird länger, ich oute mich von vornerein als Fanboi und hab ein wenig ein eigenartiges Gefühl, weil das vielleicht auch Züge eines jener Blogeinträge tragen könnte, deren URLs in der Vergangenheit massig in Disavow-Listen eingetragen wurden. Nichtsdestotrotz, frühkindlich-schwäbische Prägung („Halt dei Gosch, i schaff beim Bosch!“), längere positive Erfahrungen mit diversen Geräten, eine massive Traumatisierung durch das Im-Sande-Verlaufen meines Angebots, erotische Male-Model-Kalender mit Bosch-Heimwerkergeräten zu konzeptionieren und eine nun stattgefundene Begegnung mit dem Bosch-Ersatzteilservice machen mir diese Art Kribbeln in den Tippfingern, bei den ich weiß, es ist sinnnlos, sich zu wehren.

Folgendes ist eine Betrachtung zu Optimierungsmöglichkeiten in Sachen Bosch Ersatzteile bei Heimwerkertools. Ich kenne die Rahmenbedingungen nicht (Vertragshändler-Priorisierung, Imageüberlegungen, Kosten/Nutzen usw.) und insofern ist alles ein wenig ins Blaue geschossen. Andererseits passiert es mir selten, dass mich ein Thema anspringt und man dann einfach mal öffentlich hirnstürmen kann, und nachdem Bosch kein Kunde ist, mag ich das einfach mal genießen. Sie machen verdammt viel gut und richtig, btw., und ich muss zugeben, die Problematik ist… nun, interessant.

Vorgeschichte

Ich schrottete die Bodenplatte meines Bandschleifers – der hat einiges zu tun, insofern nehm ich nichts übel einerseits und schätze ich, kam irgendwas zwischen ein (leicht zu lockeres) Flohmarkt-Schleifband und die Unterlage. Das Ergebnis war eine glatt abgerissene Bodenplatte, die man an sich nachkaufen können müsste. Modell war ein PBS 75 A-Bandschleifer, Die Suchanfrage ließ mich ein wenig ratlos zurück, stöbern brachte nur ein paar Teile und Zubehör, nicht das, was ich brauchte.

Bandschleifer in need of Ersatzteile

Bandschleifer in need of Ersatzteile

Nun machen sie drunten im Schwäbischen wie gesagt ja viel richtig und haben auch eine Bosch Heimwerken-Facebookpräsenz, die einerseits nette Sachen postet und andererseits auf Nachfrage gern weiterhilft. Ich frag nach, ob/wo ich das Ersatzteil kriege, nachgehakt wurde erst mein genaues Modell und dann noch die Gerätetypnummer, bei letzterem pfuschte ich dann und gab erst eine innen im Gehäuse angebrachte Typennummer durch, aber dann fand ich das Gemeinte, gab Daten durch und kriegte die Info, mit der Grundplatte 1.619.X06.361 für EUR 4,58 plus MwSt. sei ich dabei. Jubel! Sehr feiner Kurs für nicht ganz gängige Ersatzteile. Ernüchterung! Google wirft zu der Typenbezeichnung nichts raus. Bevor ich mit weiteren Fragen nerven wollte, hatte ich den klugen Gedanken, dass das FB-Team von Bosch Heimwerken wohl davon ausgeht, dass man auf der Webseite von Bosch Heimwerken guckt. Dort werden Reiter für „Werkzeuge“ und „Zubehör“ angeteasert, da gibts aber tatsächlich nur „Werkzeuge“ und „Zubehör“. Die Suche auf der Seite wirft zu der Typbezeichnung auch nichts. Aber: unter „Service“ findet sich der Ersatzteilservice. Dort wiederum zwei Varianten von Suchmasken.

Wir kommen zum Ende: Mit der durchgegebenen Sachnummer 3 603 BA1 000 komm ich auf das korrekte Ergebnis, wo ich praktisch meinen kompletten Bandschleifer in Einzelteilen ordern und selber montieren kann. Direkt linken kann ich das leider nicht, weils irgend ein JSP-Kram mit Viewstates und sowas ist. Hier kriegte ich kurz Bauchschmerzen, aber dann bezwang ich mein SEO-Ich und ließ das Schrauber-Ich frohlocken ob der Möglichkeit, günstig eine Bodenplatte, gleich noch einen frischen Luftfilter und eine vom Abmontieren/Reinigen etwas ausgeleierte Abdeckhaube 837 zu ordern. Und, Premiere! zum ersten mal im Internetz mit der eigenen Kreditkarte zu bezahlen, weil Paypal geht nicht.

Der richtige Weg zu Ersatzteilen von Bosch

Wer direkt bei Bosch seinen Bohrhammer kauft, sagen wir mal, den hier, schaut gleich nach dem passenden SDS-Bohrfutter beim Zubehör, und dort findet sich dann auch gleich der Hinweis zu den lieferbaren Ersatzteilen. Und, oh Wunder: dort werden die Explosionszeichnungen sogar – via SKU – direkt angelinkt. Weiterlesen…

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