
Bringt uns PR die koks 2026?
Man muss mich eigentlich nicht zwingen, ich mach das eigentlich immer nach guten Veranstaltungen, schon allein, um für mich nochmal in Ruhe zu behirnen, was ich so neues erfahren und kollektiv mitgedacht habe. Die koks.digital ist die Online-Marketingkonferenz im Ruhrgebiet, und bisher hatte ich auf jeder viel zu denken. That said, erstaunt es mich eigentlich, dass die Konferenz-Recaps irgendwie ein wenig aus der Mode gekommen scheinen. Die Branche ist auf Social und Linkedin unterwegs, und da mag mans wohl knackig und nicht elaboriert, aber ich kanns weiterempfehlen, schon alleine für den eigenen Kopf. Wer weiß, vielleicht gibt’s in Zukunft mehr als die drei Recaps, die Stefan im letzten koks-digital-NL anteaserte. Ich dachte, verlegener als durch ein „erstgelistete Site!“ könnte ich nicht mehr werden auf der fünften koks.digital, der Onlinemarketingmesse im Pott, aber doch, das geht, ich komm dazu.

Ich bin Testimonial!
Ansonsten einmal mehr ein grundsätzliches „Zum Glück gibt’s die koks, man müsste sie sonst erfinden“. Sie ist enorm vielfältig, die Vorträge auf klasse Niveau, und die Veranstaltung bleibt trotzdem noch in einer Größenordnung und einer Gesamtstimmung, in der vieles einfach mal in Klartext und aus dem Nähkästchen diskutiert, fallbesprochen und ausgetauscht werden kann. Da reden Leute über ihre konkreten Doings und Learnings und eben nicht nur die Erfolgsgeschichten, sondern eben auch drüber, was falsch und schief und schlecht laufen kann, und man lernt ne Menge. Darauf ein herzhaftes „Stefan ist schuld“, das war das erste Statement zur Eröffnung auf der Bühne, und es bezog sich auf ein wenig Chaos beim Einlass und verspätetem Start. Ich erweitere hiermit auf die Gesamtveranstaltung und meine das als Kompliment.

Koks 2025, es geht los
(Wobei: kein Wlan! Ich weiß, 5G, und man soll zuhören, diskutieren und nicht rumsurfen, und überhaupt jammere ich auf hohem Niveau. Zur Sache.)
Patrick Pape, von Morefire eröffnete mit B2B Marketing. War bei mir eher ein „ach, guck mal an“, weil wir im Grunde ja auch B2B-Marketing machen. Einer dieser beruhigenden Einstiege bei einschlägigen Veranstaltungen: ich will eigentlich so zu 70, 80% der Statements/Ideen, die ich höre, einen „kenn ich/richtig/machen wir“-Haken setzen, weil sonst habe ich zu lang unter nem Stein geschlafen. Starke These: Bezahlte Lead-Generation ist fürn Arsch. Ich neige zum „Alles andere ist besser und erstrebenswerter, ja“. Patrick berichtete ganz direkt von ihrer Strategie, und so ein paar Aspekte schienen mir problembasiert gelernt: sie rechnen nicht mehr mit Cost per Leads, sondern Cost per Sales Accepted Lead. Günstige Leads konvertieren oft scheiße und sind im Endeffekt teurer. Leads, wo Sales sagt „Oh, hoppla“, da spielt die Musik. Überhaupt Sales; 75% der B2B-Kunden will keine Salesmenschen mehr (ich versteh das! sehr!). Ergo: viel Informationsangebote machen und Leute auf sich zukommen lassen. Bestandskunden ausbauen – einfach mal schauen, wenn SEO-Kunde X auf einmal drei Whitepaper zum Thema Social runterlädt.
Was tut man dann? Ich hätte aus dem Stand gesagt, man sollte seine Kunden so gut kennen, dass man in der Lage ist, sie zielführend und hilfreich drauf anzusprechen. Wenn nicht, hat man ein Problem. Wir haben aber 2025: selbstverständlich sagt man der KI, was der Kunde anschaute, wirft ein wenig Hintergrundinfo hinterher und lässt sich eine Mail schreiben. Beim zweiten Mal drüberdenken: es tut der eigenen Betriebsblindheit wahrscheinlich durchaus gut, wenn man da gelegentlich tatsächlich mal eine Persona, das recherchierte Thema und die aktuellen Leistungen reinwirft und fragt, was man hier raten bzw. anbieten könnte.

AI made by Microsoft. Mein Interesse macht mir Angst.
Tja, und dann kam Roman Broich, AI-Experte von Microsoft Deutschland, der letztes Jahr schon da war und mich schwer beeindruckte. Ich saß nichtsahnend da und die Anmoderation begann sinngemäß mit „Ich würde jetzt Roman Broich vorstellen, aber ich las was in einem Blog namens korrupt.biz was zu seinem letzten Vortrag und will lieber das vorlesen“, gefolgt von meinem Statement, ich sei nur in den Talk gegangen, um KI im Allgemeinen und Microsoft im Besonderen begründeter zum Kotzen finden zu können. Anschließend sei ich jedoch positiv überrascht worden usw. Ich sag mal so, mit der Ansage, MS zum Kotzen zu finden, zum Anmoderieren eines MS-KI-Experten zitiert zu werden: es fühlt sich schon ein wenig wie eines dieser unwahrscheinlicheren Achievements an, von denen man im Vorfeld sagen würde, sie seien ja wohl unfair und nicht realistisch zu schaffen. Weiterlesen →